{"id":1023,"date":"2016-07-23T18:07:10","date_gmt":"2016-07-23T16:07:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1023"},"modified":"2016-07-23T18:09:57","modified_gmt":"2016-07-23T16:09:57","slug":"totentanz-als-urthema","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/07\/23\/totentanz-als-urthema\/","title":{"rendered":"Totentanz als Urthema"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">FRANK MARTIN (1890-1974)<br \/>\nEin Totentanz zu Basel im Jahre 1943<\/p>\n<p>ARMAB ORCHESTRA<br \/>\nSACRAMENTSKOOR<br \/>\nHINENI STRING ORCHETRA<br \/>\nBASEL DRUMS<br \/>\nGeofrey Madge, Piano<br \/>\nBastiaan Blomhert, conductor<\/p>\n<p>Cpo 777 997-2<br \/>\n7 61203 79972 5<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ulrich0036.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1024\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-1024\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ulrich0036-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"393\" height=\"341\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ulrich0036-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ulrich0036-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ulrich0036.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 393px) 100vw, 393px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Mitte des 15. Jahrhunderts\u00a0 malte man auf die Friedhofsmauern des Dominikanerklosters zu Basel 37 Bilder, die das schon seit langem bekannte Sujet des Totentanzes darstellten. Zerst\u00f6rt im Jahr 1805, blieben nur wenige St\u00fccke f\u00fcr die Nachwelt erhalten. (Bei Google gibt es ein Aquarell mit allen 37 Darstellungen!)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1943 bat die Pantomimin Mariette von Meyenburg ihren Onkel Frank Martin um die Musik zu einer entsprechenden Theaterauff\u00fchrung. Leider ist nicht die gesamte Musik erhalten, einige St\u00fccke wurden neu komponiert, andere aus anderen Kompositionen \u00fcbernommen. Das hervorragende, mit mancherlei Bildern best\u00fcckte Booklet gibt ausf\u00fchrlich Auskunft und enth\u00e4lt auch die gesungenen Texte. Die Textverst\u00e4ndlichkeit der Ch\u00f6re l\u00e4sst allerdings oftmals sehr zu w\u00fcnschen \u00fcbrig, was bei diesem holl\u00e4ndischen Chor ein echter Makel ist. Zumal wo die Texte oft geistlichen Ursprungs sind, oder, wie auch das von ca. 1580 \u00fcberlieferte Landknechts-Lied\u00a0 mit dem Text \u201eder grimmig Tod mit seinem Pfeil\u201c von Balthasar Bidembach (1533-1578). Also w\u00e4re ein Coach f\u00fcrs Deutsche dringend n\u00f6tig gewesen. (Beispiel gef\u00e4llig: Kann ihm ent-rie-nen bzw. von hie-nen, statt entrinnen und von hinnen!!) Und das ist nicht der einzige Lapsus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Musik, ausgehend von noch heute in Basel lebendigen Trommelst\u00fccken bis hin zu jazzm\u00e4\u00dfigen Einsch\u00fcben aus Martins Kompositionen, fu\u00dft auf entsprechenden Liedern aus diversen evangelischen Gesangsb\u00fcchern, die meist mit kleinem Orchester begleitet werden. Sie beleuchten die verschiedenen \u201ePaarungen\u201c, die der Tod mit den Personen eingeht, die er sich holt, oder die ihn suchen. Martin, der seinen Stil aus Zw\u00f6lftontechnik und klassischer tonaler Tonsprache entwickelte, komponierte neben einer ganzen Reihe von Vokalwerken (z. B. der Messe f\u00fcr zwei vierstimmige Ch\u00f6re von 1922 und 1926) oder einem Requiem (1971\/72) auch Instrumentalkonzerte f\u00fcr verschiedene Instrumente, Opern wie \u201eDer Sturm\u201c von 1956 und Kammermusik. Seine Musik ist ansprechend ohne je simpel zu sein, so auch auf der vorliegenden CD von cpo. Neben Malern, die sich mit dem Thema \u201eTotentanz\u201c besch\u00e4ftigt haben, gibt es Tonsch\u00f6pfungen, z. B. Franz Liszts (1811-1886Totentanz (1847-49), den \u201eDanse Macabre\u201c von Camille Saint \u2013Sa\u00ebns (1835-1921) oder \u201eEin Totentanz\u201c von Wilhelm Kempff (1895-1991), und auch von Hugo Distler (1908-1942). Wolfgang Andreas Schultz (*1948) komponierte 1986 einen Totentanz. Frank Martins 1943 entstandene Komposition, die in Basel mitten im zweiten Weltkrieg auch ihre beeindruckende Urauff\u00fchrung \u2013 und abgesehen von einer Wiederaufnahme 1992 einzige Auff\u00fchrung \u2013 erlebte, wie die Bilder im Booklet\u00a0 ebenfalls zeigen, kn\u00fcpft an eine Vorlage an, die nicht nur f\u00fcr Maler wie D\u00fcrer und Holbein oder f\u00fcr Dichter wie Gryphius und Goethe oder Rilke Anlass sch\u00f6pferischer Auseinandersetzung waren, sondern auch immer wieder Musikern wie Schubert, Mussorsky, Alban Berg oder Honegger und vielen anderen als Vorwurf zu ihren Kompositionen dienten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Ulrich Hermann, Juli 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FRANK MARTIN (1890-1974) Ein Totentanz zu Basel im Jahre 1943 ARMAB ORCHESTRA SACRAMENTSKOOR HINENI STRING ORCHETRA BASEL DRUMS Geofrey Madge, Piano Bastiaan Blomhert, conductor Cpo 777 997-2 7 61203 79972 5 Um die Mitte des 15. Jahrhunderts\u00a0 malte man auf die Friedhofsmauern des Dominikanerklosters zu Basel 37 Bilder, die das schon seit langem bekannte Sujet &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/07\/23\/totentanz-als-urthema\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Totentanz als Urthema<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[1015,1018,1020,428,1014,1019,1017,1021],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1023"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1023"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1023\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1027,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1023\/revisions\/1027"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1023"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1023"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1023"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}