{"id":1100,"date":"2016-08-19T22:12:59","date_gmt":"2016-08-19T20:12:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1100"},"modified":"2016-08-19T22:13:12","modified_gmt":"2016-08-19T20:13:12","slug":"hello-again","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/08\/19\/hello-again\/","title":{"rendered":"Hello Again!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">L\u00e1szl\u00f3 Lajtha<br \/>\nOrchestral Works 1<br \/>\n(Suite pour orchestre, Op. 19; In memoriam, Op. 35; Symphonie Nr. 1, Op. 24)<br \/>\nP\u00e9cs Symphony Orchestra<br \/>\nNicol\u00e1s Pasquet<br \/>\nNaxos 8.573643; EAN: 747313364374<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Grete0015.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1101\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1101\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Grete0015-300x260.jpg\" alt=\"This is a free design for Deviantart Photoshop Files. 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Jahrhunderts dar.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie schon in fr\u00fcheren Jahren zu beobachten, kommen auch 2016 wieder einige Aufnahmen via Naxos auf den Markt, die in fr\u00fcheren Jahren beim Label Marco Polo erst-erschienen waren. Dazu z\u00e4hlen u.a. einige Spohr-Sinfonien, aber (interessanter vielleicht, weil viele Jahre vergriffen und noch immer au\u00dferhalb von Naxos\/Marco Polo weitgehend unbeackertes Terrain) Orchesterwerke des Ungarn L\u00e1szl\u00f3 Lajtha.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Da kann man mal wieder sehen, wie die Zeiten sich \u00e4ndern: Als diese Aufnahmen 1996 zum ersten Mal beim Marco Polo-Label erschienen, kannten nur wenige Eingeweihte den Namen des Dirigenten Nicol\u00e1s Pasquet. Heute hingegen \u2013 nach verschiedenen erfolgreich verbrachten und viel beachteten Chefdirigenten-Posten sowie einer Professorenstelle in Weimar \u2013 ist Pasquet zumindest im Ostteil Deutschlands eine durchaus prominente Figur. Heute ist allerdings kaum noch bekannt, dass er einst auch das Sinfonieorchester der s\u00fcdungarischen Stadt P\u00e9cs leitete (heute als Pannon Philharmonic Orchestra firmierend). Und was dieses Orchester damals f\u00fcr ein verbl\u00fcffend exzellenter Klangk\u00f6rper war, das zeigen diese spannenden Aufnahmen der Musik L\u00e1szl\u00f3 Lajthas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Lajtha ist ein Komponist gewesen, dessen Stil man unkonventionell nennen kann. Seine Lebensgeschichte verr\u00e4t viel \u00fcber die Musik, die wir hier h\u00f6ren k\u00f6nnen. Einerseits geh\u00f6rte Lajtha zur Gruppe der Volksliedsammler um Kod\u00e1ly und Bart\u00f3k, die die ungarische Folklore als Inspirationsquelle f\u00fcr ihre Kompositionen nutzten, andererseits kam Lajtha schon fr\u00fch in Kontakt mit dem franz\u00f6sischen Impressionismus und dem Expressionismus ebenso.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zu Lebzeiten war er (wohl auch wegen politischer Belange) kaum als Komponist gel\u00e4ufig, sondern eher als Gelehrter, Professor, zeitweise auch als Rundfunkredakteur. Lajthas neun Symphonien sind aber ein bis zum heutigen Tage seltenes Beispiel f\u00fcr einen produktiven ungarischen Sinfoniker. Ungarn ist ja ein Land, das sp\u00e4testens seit Liszts Proklamierung des Konzepts der Symphonischen Dichtung (vielleicht verst\u00e4ndlicherweise) nur sehr wenige Symphonien im eigentlichen Sinne des Wortes und der Form hervorgebracht hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Lajtha ist, das zeigte die damalige Marco Polo-Reihe ganz deutlich, ein spannender, ein h\u00f6renswerter Komponist. Man kann ihn sicher nicht als einen der gro\u00dfen Meister einstufen, aber als einen wirklich h\u00f6renswerten, guten Komponisten. Und gerade seine Symphonien verraten neben einer unverkennbaren eigenen Tonsprache auch den einen oder anderen Blick in andere L\u00e4nder des damaligen \u201eOstblocks\u201c, denn es gibt zumindest vom H\u00f6reindruck her manche Parallelen zum sinfonischen Werk von z.B. Prokofjew, Martin\u016f oder Myaskovsky. Erinnerungen kommen zudem an andere ungarische Musik auf: So blitzt in dem auf diesem Album eingespielten Opus 19 der Stil Kod\u00e1lys auf oder auch der Weiners.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Opus 35 und in der ersten Sinfonie Op. 24 ist der Zugriff moderner, kantiger, mit einem sp\u00fcrbaren Willen zur Expression. Die Symphonie Nr. 1 erscheint dann auch in mancher Hinsicht \u201egewollt\u201c (aber auch gekonnt, wie ich hinzuf\u00fcgen m\u00f6chte), wie \u00fcberhaupt Lajthas Musik nicht den Eindruck eines gelassen, entspannt Komponierenden vermittelt, sondern stets (auch in ruhigeren, lyrischeren am franz\u00f6sischen Impressionismus orientierten) St\u00fccken oder Werkteilen eine gewisse Unruhe und innere Zerrissenheit in sich tr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ist dies vielleicht auch mit ein Grund daf\u00fcr, warum Lajthas Orchestermusik in der gesamten Tontr\u00e4gergeschichte bislang nur durch das einstige ungarische Staatslabel Hungaroton und durch die Marco Polo-Edition, die hier bei Naxos nach Jahren wiedererscheint, dokumentiert ist? Man kann nur vermuten. Das H\u00f6ren dieser Musik lohnt sich jedenfalls, und in der auch f\u00fcr heutige Ma\u00dfst\u00e4be noch exzellenten Klangqualit\u00e4t und Darbietung dieser Aufnahmen Nicol\u00e1s Pasquets aus P\u00e9cs erst Recht! Sch\u00f6n, dass diese Rarit\u00e4ten nach Jahren endlich wieder erh\u00e4ltlich sind.<\/p>\n<p><strong>[Grete Catus, August 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00e1szl\u00f3 Lajtha Orchestral Works 1 (Suite pour orchestre, Op. 19; In memoriam, Op. 35; Symphonie Nr. 1, Op. 24) P\u00e9cs Symphony Orchestra Nicol\u00e1s Pasquet Naxos 8.573643; EAN: 747313364374 Bei Naxos erscheinen gerade Aufnahmen der Orchestermusik des Ungarn L\u00e1szl\u00f3 Lajtha in Wiederver\u00f6ffentlichungen einer Edition, die Mitte der 1990er-Jahre bei Marco Polo erst-erschienen war. 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