{"id":1160,"date":"2016-09-18T17:02:47","date_gmt":"2016-09-18T15:02:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1160"},"modified":"2016-09-18T17:03:01","modified_gmt":"2016-09-18T15:03:01","slug":"auch-in-daenemark","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/09\/18\/auch-in-daenemark\/","title":{"rendered":"Auch in D\u00e4nemark"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Ole Buck (b. 1945)<br \/>\nSinfonietta Works<\/p>\n<p>Athelas Sinfonietta Copenhagen<br \/>\nJesper Nordin, conductor<\/p>\n<p>Da Capo 8. 226589<br \/>\n6\u00a0 36943 65892 5<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/ulrich0039.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1161\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-1161\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/ulrich0039-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"437\" height=\"379\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/ulrich0039-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/ulrich0039-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/ulrich0039.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 437px) 100vw, 437px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch, auch in D\u00e4nemark! Der diesj\u00e4hrige Preistr\u00e4ger des Ernst von Siemens Musikpreises ist der d\u00e4nische Komponist Per N\u00f8rg\u00e5rd, der 1932 geboren wurde. Ole Buck, Jahrgang 1945, ist selbst im eigenen Land ein \u201eGeheimtip\u201c, und so kamen zu seinem 70. Geburtstags-Konzert erstaunlich viele Besucher, die Ole Bucks Musik endlich mal leibhaftig erleben wollten. (Wie im Booklet erz\u00e4hlt wird, waren die Zuh\u00f6rer sehr erstaunt und ber\u00fchrt von dem, was sie da zu h\u00f6ren bekamen von der Athelas Sinfonietta unter ihrem Dirigenten Jesper Nordin.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und so ging es mir auch, als ich diese Musik zum allerersten Mal vernahm. Noch dazu, wo eine Klarinette ihre unvergleichlichen Melodien singt \u2013 vor allem, wenn die so gespielt wird wie im ersten St\u00fcck von 1991 \u201efiori di ghiaccio\u201c f\u00fcr neun Instrumente. Eine Komposition, die mit so wenig \u201eMaterial\u201c auskommt und dennoch nie die Langeweile mancher Minimal Music aufkommen l\u00e4sst, im Gegenteil. Sie zieht einen f\u00f6rmlich soghaft in ihren Bann, der einen nicht mehr losl\u00e4sst. \u00dcber St\u00fcck und Komponist sowie die Ausf\u00fchrenden bietet das Booklet ersch\u00f6pfend Auskunft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Genau so fesselnd die anderen St\u00fccke: \u201eA Tree\u201c (1996) f\u00fcr 13 Spieler, &#8211; ganz anders als das erste St\u00fcck, Kl\u00e4nge und Rhythmen, die eine pflanzenhafte\u00a0 Struktur hervorrufen, wobei die Wurzeln der Tradition und die Verbindung zum Heutigen, die \u00c4ste das sich in die Moderne Erstreckende darstellen. Bis ins Raumhafte und Verschwindende oder ins Unh\u00f6rbare oder in die Leere, wie eben auch ein Baum nicht einfach aufh\u00f6rt mit dem, was das Auge sieht oder den Ohren der \u201eBaumklang\u201c sich mitteilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Dritte, ein St\u00fcck ohne Titel (2010) f\u00fcr 8 Instrumentalisten, intensiv rhythmisch fast\u00a0 w\u00fctend beginnend mit harschen Kl\u00e4ngen, die von tiefen Instrumenten kontrapunktiert werden. Diese unterschwellige \u201eWut\u201c durchzieht das ganze St\u00fcck rhythmisch wie auch klanglich, auch wieder mit ganz wenig Tonmaterial, das aber sehr intensiv wieder und wieder, fast maschinenhaft ert\u00f6nt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als l\u00e4ngstes die \u201eFlower Ornament Music\u201c f\u00fcr 17 Instrumente, das mit dem ersten die gr\u00f6\u00dften Gemeinsamkeiten hat. Mal erinnert der Beginn an Tony Scott\u2019s \u201eMusic For Zen-Meditation\u201c, so \u201cjapanisch\u201c kommt der Begin\u00a0 daher, dann wieder halten Lieget\u00f6ne die Spannung zum n\u00e4chsten rhythmischen \u00dcbergang, an dem von Bongos bis zum Gong verschiedenste Instrumente sich beteiligen. \u00dcbrigens sind alle St\u00fccke Ersteinspielungen auf dieser CD.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So sch\u00f6n und spannend kann Musik sein, die mit wenigen T\u00f6nen spielt, mit Rhythmen und Kl\u00e4ngen jongliert und auch ohne gro\u00dfes Brimborium den H\u00f6rer anspricht und mitnimmt auf eine Klangreise, die es in sich hat. F\u00fcr den, der sich nichts darunter vorstellen kann: Es ist ein bisschen, als w\u00fcrde die aus sich selbst sich entwickelnde Unendlichkeits-Klangwelt Per N\u00f8rg\u00e5rds mit dem Moll-Archaismus von Arvo P\u00e4rt eine Ehe eingehen, die in eine unbekannte erf\u00fcllende Zukunft verweist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dass Ole Buck auch Musik f\u00fcr T\u00e4nzer und Theater-Musik geschrieben hat, er, der heute auf dem Land lebt und arbeitet, macht neugierig auf mehr von diesem intensiven Klangmagier.<\/p>\n<p><strong>[Ulrich Hermann, September 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ole Buck (b. 1945) Sinfonietta Works Athelas Sinfonietta Copenhagen Jesper Nordin, conductor Da Capo 8. 226589 6\u00a0 36943 65892 5 Doch, auch in D\u00e4nemark! Der diesj\u00e4hrige Preistr\u00e4ger des Ernst von Siemens Musikpreises ist der d\u00e4nische Komponist Per N\u00f8rg\u00e5rd, der 1932 geboren wurde. 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