{"id":1209,"date":"2016-10-05T17:14:28","date_gmt":"2016-10-05T15:14:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1209"},"modified":"2016-10-05T17:14:37","modified_gmt":"2016-10-05T15:14:37","slug":"singe-wem-gesang-gegeben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/10\/05\/singe-wem-gesang-gegeben\/","title":{"rendered":"Singe, wem Gesang gegeben&#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Hans Koessler (1853-1926): Chorwerke<br \/>\nCantabile Regensburg; Matthias Beckert<\/p>\n<p>Helbling HI-C7937CD<br \/>\n9 783990 355251<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Ulrich0042.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1210\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-1210\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Ulrich0042-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"383\" height=\"332\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Ulrich0042-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Ulrich0042-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/Ulrich0042.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 383px) 100vw, 383px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schon oft erw\u00e4hnt: Einer der gro\u00dfen Vorz\u00fcge des Mediums CD ist die \u00fcberaus gro\u00dfe Bereicherung des Repertoires seit Jahrzehnten. Von Musikern bekommen wir zu h\u00f6ren, die oft der Vergessenheit oder der Ignoranz zum Opfer fielen, g\u00e4be es nicht immer wieder neue Entdeckungen, f\u00fcr die man den Firmen stets aufs Neue Dank sagen muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So auch f\u00fcr diese CD mit Werken eines mir bis dato unbekannten Komponisten namens Hans Koessler (1853-1926), des Begr\u00fcnders der gro\u00dfen ungarischen Schule, aus welcher in n\u00e4chster Generation Dohn\u00e1nyi, Bart\u00f3k, Kod\u00e1ly, Leo Weiner, Fritz Reiner und Lajtha hervorgehen sollten, und aus deren Budapester Schule wiederum die pr\u00e4genden Dirigenten Szell, Dorati, Fricsay, Solti, Kertesz usw. Die gro\u00dfe ungarische Schule, geboren aus der T\u00e4tigkeit eines einzigen Mannes. Auch wenn ich selber jahrelang in verschiedensten Ch\u00f6ren gesungen habe, selber Chorleiter bin, war mir dieser Herr bisher nicht gel\u00e4ufig. Was ein Fehler ist, wie diese CD mit dem Regensburger Chor Cantabile unter seinem Dirigenten Matthias Beckert beweist. Denn die Werke, die wir zu h\u00f6ren bekommen, sind Chormusik vom Feinsten.\u00a0 Dazu gibt das sehr umfassende Booklet Auskunft \u00fcber einen Musiker, der \u2013 entfernter Cousin von Max Reger und wie dieser in der Oberpfalz geboren \u2013 sein Gl\u00fcck machte, als ihn Franz Liszt 1882 nach Budapest an die ungarische\u00a0 Landesmusik-Akademie berief. Dort wurde er der pr\u00e4gende Lehrer in der Nachfolge seines s\u00e4chsischen Vorg\u00e4ngers Robert Volkmann (1815-1883).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Koessler selbst hielt sich und seine Kompositionen m\u00f6glichst im Hintergrund, bis die Musikverlage auf ihn aufmerksam wurden und er den durchaus verdienten Ruhm empfangen konnte. Wenn er auch alles andere als ein Neut\u00f6ner war \u2013 Brahms beehrte ihn mit seiner Freundschaft \u2013, so zeugt seine Musik von absoluter Meisterschaft und ist eine wunderbare Bereicherung des Chor-Repertoires in der Nachfolge Brahms\u2019. Seien es\u00a0 seine neun Lieder nach Texten von Goethe und anderen, seien es seine drei ernsten Ch\u00f6re oder seine geistlichen Chorwerke und auch die altdeutschen Minnelieder, alles ist meisterlich komponiert und ebenso meisterlich vom Chor Cantabile gesungen. Die Palette reicht dabei vom durchaus kraftvollen Fortissimo bis zum kaum h\u00f6rbaren \u2013 aber eben umso intensiver erlebten \u2013 Pianissimo, das Matthias Beckert &#8211; seines Zeichens Professor in W\u00fcrzburg und Hannover \u2013 \u201eseinem\u201c Chor erm\u00f6glicht. Der Klang bleibt immer offen, was f\u00fcr mich ein Zeichen ist, dass eben nicht gesungen wird \u201ewie ein Mann\u201c, sondern das Erleben und Gestalten der Musik im Vordergrund steht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dass im Booklet alles Informative samt den Liedtexten auf Deutsch, Englisch oder auch auf Lateinisch abgedruckt ist, zeigt, wie wohl durchdacht und \u00fcberlegt diese CD gestaltet wurde. Der Helbling-Verlag im schw\u00e4bischen Esslingen hat \u00fcbrigens einiges davon auch in Noten neu herausgegeben und ver\u00f6ffentlicht seine CDs in Zusammenhang mit diesen sehr empfehlenswerten Notendrucken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine bedingungslose Empfehlung ist die verdiente Folge solcher Aktivit\u00e4ten!<\/p>\n<p><strong>[Ulrich Hermann, September 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hans Koessler (1853-1926): Chorwerke Cantabile Regensburg; Matthias Beckert Helbling HI-C7937CD 9 783990 355251 Schon oft erw\u00e4hnt: Einer der gro\u00dfen Vorz\u00fcge des Mediums CD ist die \u00fcberaus gro\u00dfe Bereicherung des Repertoires seit Jahrzehnten. 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