{"id":1276,"date":"2016-11-04T23:50:17","date_gmt":"2016-11-04T22:50:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1276"},"modified":"2016-11-04T23:51:56","modified_gmt":"2016-11-04T22:51:56","slug":"eine-violine-fuer-alle-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/11\/04\/eine-violine-fuer-alle-zeiten\/","title":{"rendered":"Eine Violine f\u00fcr alle Zeiten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Antonio Vivaldi (1678-1741): Concertos op. 8 Nr. 1-4\u00a0 \u201eLe quattro stagioni\u201c 1725; Roxanna Panufnik (*1968): Four World Seasons 2007-2011<br \/>\nBBC Symphony Orchestra; Graham Bradshaw, Tibetian Singing Bowl; Bradley Creswick, Leader; David Wright, Harpsichord; TASMIN LITTLE, Violin &amp; Conductor<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Chandos, CHSA 5175; EAN: 0 95115 51752 9<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulrich0044.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1279\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-1279\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulrich0044-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"355\" height=\"308\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulrich0044-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulrich0044-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulrich0044.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\u201eOh, je! Schon wieder eine CD mit Vivaldis Jahreszeiten\u201c, seufzt der befangene Rezensent, allerdings gekoppelt mit einer Komposition von Roxanna Panufnik, der 1968 geborenen Tochter des polnisch-englischen Komponisten Andrzej Panufnik (1914-91), das ist nat\u00fcrlich etwas anderes, oder? Und in der Tat, dies ist nicht die x-te Runterspielung des Violinvirtuosen-St\u00fccks par excellence, da hat sich die Geigerin \u2013 und Dirigentin &#8211; Tasmin Little eine ganze Menge Gedanken gemacht, die sie im sehr gut produzierten Booklet auch ausf\u00fchrlich zum Besten gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und herausgekommen ist: Eine Neueinspielung, die einen sofort mitnimmt, die \u00fcberzeugt und begeistert. Nat\u00fcrlich ist das alles bekannt bis in die&#8230;. eben nicht! Denn das ist ja ein Verdienst der CD, dass sie es erm\u00f6glicht, verschiedenste Aufnahmen miteinander zu vergleichen und sich die subjektiv ansprechendste auszuw\u00e4hlen. Und diese neue geh\u00f6rt auf jeden Fall in die Kategorie \u201eLieblings-Aufnahmen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das liegt sicher am Beitrag des Cembalisten David Wright, der seinen Part eben auch dazu verwendet, eigene Ideen in die sonst so langweilige Partie zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein wenig anders sieht es allerdings beim zweiten St\u00fcck der CD aus: bei der Komposition \u201eFour World Seasons\u201c von Roxanna Panufnik. Die Idee, verschiedene Jahreszeiten und ihr musikalisches Korrelat vier verschiedenen L\u00e4ndern zuzuordnen, ist sehr schl\u00fcssig. Die Reihenfolge der Jahreszeiten folgt eben nicht der \u00fcblichen, auch von Vivaldi verwendeten, sondern beginnt im Herbst und in Albanien. Der erste Satz \u2013 \u201eAutumn in Albania\u201c ist ihrem Vater gewidmet, der, wie sie schreibt: \u201e&#8230; geboren, geliebt und gestorben im Herbst\u201c. Er verwendet als Grundlage zwei albanische Melodien, einen Tanz und ein Liebeslied, und ergibt eine Komposition, die Orchester und Solistin wunderbar realisieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dann die Winterzeit \u2013 es wird eine alte tibetanische Melodie auf zweifache Weise herangezogen, einmal in einer kunstvollen, dann in einer Nomaden-Version. Als Grundklang wird eine tibetische Klangschale verwendet. Das St\u00fcck fasziniert und nimmt gefangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die beiden weiteren St\u00fccke \u201eSpring in Japan\u201c und\u00a0 \u201eIndian Summer\u201c sind zwar durchaus spannende Kompositionen, die mich pers\u00f6nlich allerdings nur teilweise begeistern, denn die Strukturen sind \u2013 verglichen mit den beiden ersten St\u00fccken \u2013 zu zerfahren oder \u201ebeliebig\u201c, was vielleicht aber auch an den tonalen Vorlieben des Rezensenten liegen mag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Ganzen offeriert diese CD ein H\u00f6rerlebnis, das neue Wege zu scheinbar altbekannten St\u00fccken und zu Unbekanntem \u00f6ffnet.<\/p>\n<p><strong>[Ulrich Hermann, Oktober 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antonio Vivaldi (1678-1741): Concertos op. 8 Nr. 1-4\u00a0 \u201eLe quattro stagioni\u201c 1725; Roxanna Panufnik (*1968): Four World Seasons 2007-2011 BBC Symphony Orchestra; Graham Bradshaw, Tibetian Singing Bowl; Bradley Creswick, Leader; David Wright, Harpsichord; TASMIN LITTLE, Violin &amp; Conductor Chandos, CHSA 5175; EAN: 0 95115 51752 9 \u201eOh, je! 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