{"id":1281,"date":"2016-11-07T17:39:28","date_gmt":"2016-11-07T16:39:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1281"},"modified":"2016-11-07T17:39:40","modified_gmt":"2016-11-07T16:39:40","slug":"sakrale-russische-musik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/11\/07\/sakrale-russische-musik\/","title":{"rendered":"Sakrale russische Musik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Metropolit Hilarion Alfeyev (geb. 1966)<br \/>\nStabat Mater; Gesang der Aufstiege; Weihnachtsoratorium<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Hibla Gerzmava, Sopran; Nikolai Didenko, Bass; Protodeacon Viktor Shilovsky, Bariton; The Choir of the Popov Academy of Choral Art; The Boy\u2019s Choir of the Moscow Sveshnikov Choral College; The National Philharmonic Orchestra of Russia; Vladimir Spivakov<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulrich0045.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1282\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-1282\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulrich0045-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"406\" height=\"352\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulrich0045-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulrich0045-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Ulrich0045.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 406px) 100vw, 406px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Melodia, CD10 024 19; EAN: 4 600317 124190<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Hilarion Alfeyev begann zwar schon mit drei Jahren mit dem Klavierspiel, spielte mit sechs Jahren Violine und komponierte mit zw\u00f6lf Jahren seine ersten St\u00fccke, aber nach einer Ausbildung in Moskau in Violine, Klavier und Komposition widmete er sich doch eine lange Zeit \u00fcber ausschlie\u00dflich seinen theologischen und geistlichen Ausbildungen. Er wurde ein bedeutender Repr\u00e4sentant der russisch-orthodoxen Kirche, bekleidete und bekleidet bis heute hohe kirchliche \u00c4mter, promovierte und erhielt mehrere Auszeichnungen und Ehrungen, auch auf musikalischem Gebiet. Nach langer Pause begann er \u2013 f\u00fcr ihn selbst \u00fcberraschend &#8211;\u00a0 mit fast 40 Jahren wieder zu komponieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die St\u00fccke auf diesen beiden CDs entstanden in der Zeit zwischen 2007 bis 2011 und wurden sofort sehr beif\u00e4llig aufgenommen, sodass die Werke von Metropolit Hilarion Alfeyev heute zu den meistaufgef\u00fchrten in Russland geh\u00f6ren. Wenn man diese Musik h\u00f6rt, kommen einem jede Menge Assoziationen in den Sinn, angefangen von Pergolesis \u201eStabat Mater\u201c\u00a0 \u00fcber Bach bis zu Arvo P\u00e4rt und anderen neuen Sakralkomponisten des Ostens. Alfeyev will die Grenzen zwischen geistlicher und weltlicher Musik \u00fcberwinden, so bedient er sich nat\u00fcrlich der Musiksprache aller ihm zur Verf\u00fcgung stehenden Zeiten und Stile. Es entstehen sehr bewegende, aussagekr\u00e4ftige, mitrei\u00dfende Passagen, die mich in ihrer Dramatik und Klangf\u00fclle auf intensive Musikerfahrungen mitnehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Besonders angesprochen hat mich sein Weihnachtsoratorium, in dem er die Weihnachtsgeschichte mit gro\u00dfem Chor, Knabenchor, Solisten und gro\u00dfem Orchester erz\u00e4hlt und darstellt. Die herrliche russische Sprache tut ihr \u00dcbriges, um diese Komposition zu einer echten Neuentdeckung f\u00fcr die Weihnachtszeit zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch auch die beiden \u201ekleineren\u201c Werke sind faszinierend, wobei mich besonders die Passacaglia im Stabat Mater und der vierte Satz \u201eParadisi Gloria\u201c mit seinem ergreifenden \u2013 einen nicht mehr loslassenden \u2013 Rhythmus begeistern. (Diesmal bedient sich Alfeyev der lateinischen Sprache \u2013 einer der vielen Sprachen, die er laut seiner Biographie\u00a0 beherrscht, unter ihnen auch italienisch, deutsch und finnisch.) Auch die Psalmen-Vertonungen \u201eGesang derAufstiege\u201c (ebenfalls in russischer Sprache) sind ein sehr h\u00f6renswerter Beitrag lebendigster neuerer geistlicher Musik. Erfreulicherweise ist die Ausf\u00fchrung bei den Solisten, den Ch\u00f6ren und ebenso dem Orchester unter Spivakov in besten H\u00e4nden, das Klangbild \u2013 so es dieser gewaltige \u201eApparat\u201c erfordert \u2013 \u00fcppig und dennoch durchh\u00f6rbar und verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dass in Alfeyevs Musik die Polyphonie eine Hauptrolle spielt \u2013 es gibt vor allem im Oratorium eine Reihe herausragender Fugen \u2013, ist seiner Liebe zur Musik von Johann Sebastian Bach geschuldet, was ja mitnichten ein schlechtes Vorbild ist f\u00fcr einen traditionsbewussten Komponisten, der sogar eine russische Matth\u00e4us-Passion zu seinen Werken z\u00e4hlt.<\/p>\n<p><strong>[Ulrich Hermann, Oktober 2016]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Metropolit Hilarion Alfeyev (geb. 1966) Stabat Mater; Gesang der Aufstiege; Weihnachtsoratorium Hibla Gerzmava, Sopran; Nikolai Didenko, Bass; Protodeacon Viktor Shilovsky, Bariton; The Choir of the Popov Academy of Choral Art; The Boy\u2019s Choir of the Moscow Sveshnikov Choral College; The National Philharmonic Orchestra of Russia; Vladimir Spivakov Melodia, CD10 024 19; EAN: 4 600317 124190 &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/11\/07\/sakrale-russische-musik\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Sakrale russische Musik<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[1383,1390,1384,1385,1387,1386,1388,1389],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1281"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1281"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1281\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1284,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1281\/revisions\/1284"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1281"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1281"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1281"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}