{"id":1499,"date":"2017-02-06T23:37:59","date_gmt":"2017-02-06T22:37:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1499"},"modified":"2017-02-06T23:38:13","modified_gmt":"2017-02-06T22:38:13","slug":"miklos-rozsa-als-exzellenter-dirigent-seiner-eigenen-musik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/02\/06\/miklos-rozsa-als-exzellenter-dirigent-seiner-eigenen-musik\/","title":{"rendered":"Mikl\u00f3s R\u00f3zsa als exzellenter Dirigent seiner eigenen  Musik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">R\u00f3zsa Conducts R\u00f3zsa<br \/>\nMikl\u00f3s R\u00f3zsa: Overture to a Symphony Concert op. 26a (1956), Three Hungarian Sketches op. 14 (1938), Notturno Ungherese op. 28 (1962), Theme, Variations &amp; Finale op. 13 (1933)<br \/>\nRCA Italiana Orchestra, Mikl\u00f3s R\u00f3zsa, Rom, Juni 1964<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Christoph0003.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1500\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-1500\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Christoph0003-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"390\" height=\"338\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Christoph0003-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Christoph0003-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Christoph0003.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vocalion CDLK 4590; EAN: 765387459024<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der geb\u00fcrtige Ungar Mikl\u00f3s R\u00f3zsa, der In Leipzig bei Regers Sch\u00fcler Hermann Grabner (dessen Harmonielehre bei einfallslosen Zuchtmeistern immer noch in Gebrauch ist) Komposition studierte und dann einige Jahre in Paris und daraufhin in London verbrachte, bevor er als Jude mit Beginn des Zweiten Weltkriegs in die USA emigrierte, z\u00e4hlt wie der ein Jahrzehnt \u00e4ltere Erich Wolfgang Korngold zu jenen Komponisten, die in Hollywood mit Filmmusik ihr Gl\u00fcck machten und daraufhin in der klassischen Musikwelt nicht mehr ganz so ernst genommen wurden. Wer mit dem Soundtrack zu \u201aBen Hur\u2019 seinen dritten Oscar abr\u00e4umt, kann ja zumindest kein wirklich \u00fcberragendes Genie sein, oder ist zumindest der kommerziellen Verflechtung zu verd\u00e4chtigen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weltb\u00fcrger R\u00f3zsa, der Italien ganz besonders liebte und in seiner Musik eine interessante Synthese ungarischen Idioms mit deutscher Gediegenheit und vielen Einfl\u00fcssen aus seiner Umgebung hervorbrachte, war vielleicht nicht wirklich ein Genie, aber jedenfalls ein ph\u00e4nomenaler K\u00f6nner, dessen Musik man auch Inspiration und pers\u00f6nliche Merkmal nicht absprechen kann. Geringer als derjenige von Korngolds Musik ist der Wert seiner Musik nicht. Sein Sp\u00e4twerk mit dem dunkel get\u00f6nten Bratschenkonzert ist noch kaum bekannt, wogegen einige fr\u00fchere Werke vor allem der drei\u00dfiger Jahre immer wieder mal gespielt werden. Wie Korngold befinden sich unter seinen Auftraggebern h\u00f6chst prominente Virtuosen wie Jascha Heifetz, Gregor Piatigorsky oder J\u00e1nos Starker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der vorliegenden Auswahl seiner Werke gibt uns R\u00f3zsa selbst am Pult die Gelegenheit, seine orchestrale Entwicklung von 1933 bis 1962 mitzuverfolgen. Das fr\u00fche Erfolgswerk \u201aTheme, Variations and Finale\u2019 halte ich bei aller Brillanz und Eing\u00e4ngigkeit nicht f\u00fcr eine seiner st\u00e4rksten Kompositionen (um wieviel ziehe ich da beispielsweise das gleichnamige, gut zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter entstandene Werk von Nicolas Flagello vor, das viel seltener zu h\u00f6ren ist und auf keine gute Einspielung verweisen kann), doch ist dieses wirkungsvolle Showpiece unter vielen gro\u00dfen Dirigenten erklungen und schon alleine dadurch noch heute sehr bekannt, dass Leonard Bernstein es in seinem Einspringer-Deb\u00fctkonzert mit den New Yorker Philharmonikern auf dem Programm hatte (man kann die CD noch hier und da finden\u2026). Ganz herrlich ist allerdings die luzide 6. Variation daraus! Als Ganzes viel pers\u00f6nlicher und spannender, und auch kompakter in der Wirkung, sind die \u201aThree Hungarian Sketches\u2019, enstanden w\u00e4hrend der englischen Jahre \u2013 in drei scharf kontrastierenden S\u00e4tzen entfesselt R\u00f3zsa sein durchaus ungest\u00fcmes Temperament, das er zugleich vortrefflich zu z\u00fcgeln versteht. Ein sehr starkes St\u00fcck ist auch die viel rauhere Overture to a Symphony Concert, in welcher wir auf etwas moderatere Art durchaus vernehmen k\u00f6nnen, dass es in R\u00f3zsas Amerika auch Komponisten wie Hindemith, Piston, Martinu oder Mennin gab. Sp\u00e4ter bekannte R\u00f3zsa, dass der dramatische Tonfall der Ouvert\u00fcre auch mit dem niedergeschlagenen Volksaufstand in seiner Heimat zu tun hatte. Das sp\u00e4tere Notturno Ungherese, sehr dankbar f\u00fcr die Soloklarinette, ist ein pastoral introvertiertes Tongem\u00e4lde feiner F\u00e4rbungskunst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">R\u00f3zsa selbst erweist sich als ziemlich idealer Dirigent seiner eigenen Musik, und das r\u00f6mische RCA-Orchester spielte an diesen drei Aufnahmetagen ausgezeichnet unter ihm. Die RCA-Tontechnik von 1964 mit Engineer Anthony Salvatore ist beeindruckend klar und offen im Klang, wobei Michael J. Dutton wohl wie so oft beim Remastering einige Wunder vollbracht haben d\u00fcrfte (was nur die beurteilen k\u00f6nnen, die die Original-LP kennen). Es wurde in dieser durch Duttons Label Vocalion von Sony Classical lizensierten Kompilation der originale Booklettext \u00fcbernommen, und der H\u00f6rer h\u00e4lt zum Budgetpreis ein entsprechend spartanisch aber geschmackvoll ausgestattetes, jedenfalls ausgezeichnetes Produkt in H\u00e4nden, und zudem \u2013 authentischen R\u00f3zsa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Christoph Schl\u00fcren, Januar 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00f3zsa Conducts R\u00f3zsa Mikl\u00f3s R\u00f3zsa: Overture to a Symphony Concert op. 26a (1956), Three Hungarian Sketches op. 14 (1938), Notturno Ungherese op. 28 (1962), Theme, Variations &amp; Finale op. 13 (1933) RCA Italiana Orchestra, Mikl\u00f3s R\u00f3zsa, Rom, Juni 1964 Vocalion CDLK 4590; EAN: 765387459024 Der geb\u00fcrtige Ungar Mikl\u00f3s R\u00f3zsa, der In Leipzig bei Regers Sch\u00fcler &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/02\/06\/miklos-rozsa-als-exzellenter-dirigent-seiner-eigenen-musik\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Mikl\u00f3s R\u00f3zsa als exzellenter Dirigent seiner eigenen  Musik<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[1713,1711,1715,1712,1716,1714],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1499"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1499"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1499\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1502,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1499\/revisions\/1502"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1499"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1499"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1499"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}