{"id":1524,"date":"2017-02-15T17:32:57","date_gmt":"2017-02-15T16:32:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1524"},"modified":"2017-02-15T17:32:57","modified_gmt":"2017-02-15T16:32:57","slug":"ouvertueren-symphonien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/02\/15\/ouvertueren-symphonien\/","title":{"rendered":"Ouvert\u00fcren-Symphonien"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Capriccio, Encore, C8006; EAN: 8 45221 08006 2<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/0086.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1525\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-1525\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/0086-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"408\" height=\"354\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/0086-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/0086-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/0086.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 408px) 100vw, 408px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Vokalmusikkomponist spielte William Boyce eine wichtige Rolle im England des 18. Jahrhunderts. Weitaus weniger bekannt sind seine zahlreichen Instrumentalwerke. Dabei handelt es sich um herausragende Werke, und Boyce wird nicht grundlos nachgesagt, einer der wenigen englischen Komponisten seiner Zeit gewesen zu sein, die qualitativ den Gr\u00f6\u00dfen des kontinentalen Festlands nahe kommen. Die acht Symphonien Op. 2 sind formal eher dreis\u00e4tzige Ouvert\u00fcren als Symphonien im sp\u00e4ter etablierten Sinne, und tats\u00e4chlich leiten sich abgesehen von der achten (im \u00dcbrigen auch der einzigen in Moll stehenden) alle von B\u00fchnen- oder Vokalwerken ab. Einen interessanten Aufbau weist die sechste Symphonie auf: sie besitzt einen ausgebreiteten Allegro-Kopfsatz mit verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig langer Largo-Einleitung sowie R\u00fcckkehr in dieses Tempo und ein Larghetto als zweiten Satz, ohne ein schnelles oder t\u00e4nzerisches Finale darauf folgen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die bereits 1993 aufgenommene und dieses Jahr bei Capriccio, Encore ver\u00f6ffentlichte Aufnahme Sir Neville Marriners mit der Academy of St. Martin-in-the-Fields sticht durch gewohnt brillanten und lupenreinen Klang in hoher technischer Perfektion hervor. Die thematischen Keimzellen sind fein herausgearbeitet, und die Phrasierung derselben ist gewisserma\u00dfen reflektiert. Und doch gleitet die Musik immer wieder in Gleichf\u00f6rmigkeit ab, die weiterreichenden Entwicklung hat der Dirigent nicht im Auge, und so pl\u00e4tschert die Musik \u00fcber l\u00e4ngere Strecken richtungslos vor sich hin. Dies liegt nicht zuletzt an dem gleichf\u00f6rmigen Non-Legato, welches die Entstehung einer gesanglichen Linie durchkreuzt, aber auch an der dynamischen Gleichf\u00f6rmigkeit im fortw\u00e4hrenden Mezzo-Bereich. Da k\u00f6nnen auch manche Tricks in der Instrumentierung &#8211; wie beispielsweise, die Fl\u00f6te in den Wiederholungen Solo spielen zu lassen, ohne die m\u00e4chtigere Violingruppe &#8211; wenig dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen. Zu w\u00fcnschen w\u00e4re, die raffinierte Harmonisierung mancher S\u00e4tze noch deutlicher heraush\u00f6ren zu k\u00f6nnen, pl\u00f6tzlichen Umschwung ins Moll auch als solchen bewusst wahrzunehmen, und die versteckten Details in vollem Licht erstrahlen zu sehen. Bei aller Makellosigkeit und Brillanz sind doch die Manierismen und mechanischen Routinen augenf\u00e4llig, weshalb aktive Mitverfolgung auf lange Zeit ziemlich erm\u00fcdet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, Februar 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Capriccio, Encore, C8006; EAN: 8 45221 08006 2 Als Vokalmusikkomponist spielte William Boyce eine wichtige Rolle im England des 18. Jahrhunderts. Weitaus weniger bekannt sind seine zahlreichen Instrumentalwerke. 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