{"id":1581,"date":"2017-03-20T17:17:32","date_gmt":"2017-03-20T16:17:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1581"},"modified":"2017-03-20T17:18:02","modified_gmt":"2017-03-20T16:18:02","slug":"schritte-einer-langen-reise","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/03\/20\/schritte-einer-langen-reise\/","title":{"rendered":"Schritte einer langen Reise"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Sheva Contemporary, SH 168; EAN: 8 033776 711681<br \/>\n(Mittlerweile auch \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/s\/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;url=search-alias%3Dpopular&amp;field-keywords=minjeong+shin&amp;rh=n%3A255882%2Ck%3Aminjeong+shin\" target=\"_blank\">Amazon <\/a>bestellbar, ansonsten via <a href=\"http:\/\/www.discovery-records.com\/search\/results\/?a=1&amp;search=seabourne\" target=\"_blank\">Discovery Records<\/a>)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/0091.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1582\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1582 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/0091-300x154.jpg\" alt=\"0091\" width=\"501\" height=\"257\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/0091-300x154.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/0091-768x394.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/0091-1024x525.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 501px) 100vw, 501px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Auf zwei CDs spielet Minjeong Shin den vollst\u00e4ndigen ersten Band der Anthologie \u201aSteps\u2019 des englischen Komponisten Peter Seabourne ein; wie auch die anderen (bislang) vier B\u00e4nde erschien das Resultat bei Sheva Contemporary.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als &#8222;musikalischen Reisebegleiter&#8220; bezeichnet Peter Seaboune seine Anthologie &#8222;Steps&#8220;, die mit f\u00fcnf B\u00e4nden und einer gesamten Spielzeit von in etwa f\u00fcnf Stunden mittlerweile betr\u00e4chtlichen Umfang gewonnen hat. Der erste Band, mit 85 Minuten der bislang l\u00e4ngste, ist der letzte, der noch zur Einspielung ausstand &#8211; was nun die S\u00fcdkoreanerin Minjeong Shin nachholte. Die St\u00fccke aus den Jahren 2001 bis 2006 sollten nicht als einheitlicher Zyklus verstanden werde. Eher handelt es sich um eine freie Kollektion von Einzelwerken, die lediglich unter dem Namen &#8222;Steps&#8220; zusammengefasst wurden. Entsprechend k\u00f6nnen sie in beliebiger Auswahl und Reihenfolge dargeboten werden, und auch Minjeong Shin h\u00e4lt sich nicht an die genaue Abfolge der Partitur (welche auf der Homepage Seabournes kostenlos zum Download bereit steht).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar gibt es einige St\u00fccke, welche einfacher zu bew\u00e4ltigen sind, doch verlangt ein Gro\u00dfteil hohes technisches Niveau und musikalische Intelligenz. Hohe Komplexit\u00e4t zeichnet die Sammlung aus, verquere Konfliktrhythmik und ausschweifende Tonalit\u00e4tskonstrukte erzielen eine schwebende wie zerfasernd flie\u00dfende Bewegung, welche die St\u00fccke in einer organischen Form h\u00e4lt und die innere Dynamik nicht zum Erliegen kommen l\u00e4sst. Beinahe meditative Zust\u00e4nde werden in lyrisch ausgebreiteten langsamen Passagen erreicht, wobei niemals ein gewisser innerer Zwiespalt erlischt, zu keiner Zeit beh\u00e4lt der H\u00f6rer Boden unter den F\u00fc\u00dfen. Eine einzige zarte Melodie auf statischem Grund reicht Seabourne aus, um eine unverwechselbare Atmosph\u00e4re zu schaffen. Dann b\u00e4umt sich diese wieder auf, aus ihr erw\u00e4chst dichte Polyphonie mit kontinuierlichem rhythmisch-perkussiven Reiz und gro\u00dfer harmonischer Dichte &#8211; und schlie\u00dflich ebbt es wieder ab, nur die rhythmische Aktivit\u00e4t bleibt als Gegenpol zur tats\u00e4chlichen Ruhe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wahrer Gl\u00fccksgriff f\u00fcr die Einspielung stellt sich Minjeong Shin heraus. Nicht alleine, dass sie technisch \u00fcber alle Zweifel erhaben ist und in erlesener Perfektion spielt, auch reflektiert sie jede noch so kleine Stimme und phrasiert detailreich auf Mikroebene. Dynamisch sch\u00f6pft sie aus den kleinsten Zwischennuancen und kann so gerade in der Mehrstimmigkeit \u00fcberzeugen, ihre Stimmf\u00fchrung ist frappierend. Wie intensiv die Proben gemeinsam mit dem Komponisten waren, l\u00e4sst das ausgereifte Resultat erahnen. Lediglich die trockene Studioakustik, die vor allem den kristallklaren Anschlag hervorzuheben versucht, raubt dem Klang merklich Volumen und die orchestral tragenden Klangfarben, die die Gesamtwirkung \u00fcber die eines gew\u00f6hnlichen Klaviers hinaus erhoben h\u00e4tten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, M\u00e4rz 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sheva Contemporary, SH 168; EAN: 8 033776 711681 (Mittlerweile auch \u00fcber Amazon bestellbar, ansonsten via Discovery Records) Auf zwei CDs spielet Minjeong Shin den vollst\u00e4ndigen ersten Band der Anthologie \u201aSteps\u2019 des englischen Komponisten Peter Seabourne ein; wie auch die anderen (bislang) vier B\u00e4nde erschien das Resultat bei Sheva Contemporary. 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