{"id":1591,"date":"2017-03-28T21:51:28","date_gmt":"2017-03-28T19:51:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1591"},"modified":"2017-03-28T21:51:41","modified_gmt":"2017-03-28T19:51:41","slug":"aus-der-schatzkiste-der-britischen-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/03\/28\/aus-der-schatzkiste-der-britischen-oper\/","title":{"rendered":"Aus der Schatzkiste der britischen Oper"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Label: DUX; Vertrieb: note1; Art.-Nr.: DUX1307-1308; EAN: 5902547013077<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Grete0022.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1592\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-1592\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Grete0022-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"392\" height=\"340\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Grete0022-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Grete0022-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Grete0022.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 392px) 100vw, 392px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zwei verborgene Sch\u00e4tze der englischen Oper gibt es derzeit bei einem Label zu heben, von dem man es nicht unbedingt erwartet h\u00e4tte, dass ausgerechnet bei diesem Label britische Opern erscheinen w\u00fcrden. Dabei handelt es sich um das polnische Label DUX. Hintergrund dieser ungew\u00f6hnlichen Ver\u00f6ffentlichung ist das 20. Ludwig van Beethoven-Osterfestival in der polnischen Hauptstadt Warschau. Intendantin dieses Festivals ist die Ehefrau des Komponisten Krzystof Penderecki. Und bei der 20. Ausgabe dieses Festivals scheint britische Musik einen Schwerpunkt eingenommen zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">So kommen wir unverhofft in den Genuss zweier selten bzw. noch nie aufgenommener Opern von Gustav Holst und Ralph Vaughan Williams. Gustav Holsts Oper \u201eAt the Boar\u2019s Head\u201c\u00a0 ist dabei die Weltersteinspielung. Bislang gab es von diesem St\u00fcck nur einzelne Szenen auf teils uralten Schallplattenver\u00f6ffentlichungen, noch nie aber die komplette Oper am St\u00fcck.\u00a0 Vaughan Williams St\u00fcck \u201eRiders to the Sea\u201c hingegen wurde schon des \u00d6fteren eingespielt, bislang aber ausschlie\u00dflich mit Aufnahmen von britischer Provenienz mit meistens sehr namhaften britischen S\u00e4ngern, Orchestern und Dirigenten. Es gibt also zumindest im Bereich der Vaughan Williams-Oper Vergleichsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Gustav Holst \u201eAt the Boar\u2019s Head\u201c ist eine typische Falstaff-Oper nach dem gleichnamigen Shakespeare-Vorbild. Auch Ralph Vaughan Williams, der ein enger Freund Gustav Holsts war schrieb eine Falstaff-Oper und nannte sie \u201eSir John in Love\u201c. Vergleicht man beide Werke miteinander, so schneidet Holsts Ausgabe des Falstaff-Stoffes musikalisch konventioneller aber vielleicht unterhaltsamer ab. Die Komik des Stoffes betonend, mit s\u00fcffigen Trinkgelage-Szenen und heiteren, bewegten Dialogarien ausgestattet und mit einem durch und durch volkst\u00fcmlichen Flair ausgestattet, ist dies ein sehr sch\u00f6n zu h\u00f6render Einakter, der vielen Opernfans Freude bereiten kann. Unter kompositorischen Gesichtspunkten kennt man sicherlich Subtanzielleres von Gustav Holst, und ohne eine andere Oper dieses Komponisten zu kennen, der immerhin f\u00fcnf Gattungsbeitr\u00e4ge verfasst hat, wage ich zu behaupten, dass Holst nicht unbedingt seine Berufung als Opernkomponist gesehen hat. Man kennt ihn heute ja auch f\u00fcr ganz anderes Repertoire, unter anderem f\u00fcr zum Teil sehr \u00fcberzeugende Orchestermusik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei Vaughan Williams liegt die Sache etwas anders. Ralph Vaughan Williams war ein Opernkomponist, der sich aus eigener Leidenschaft zu Oper der Gattung immer wieder angen\u00e4hert hat und letztlich beeindruckende acht Beitr\u00e4ge zum Genre verfasste. Das von diesen acht St\u00fccken heute kaum noch eines wirklich bekannt ist, liegt nicht unbedingt an mangelnder kompositorischer Qualit\u00e4t, sondern auch an einen fehlgeleitetem Blick auf Vaughan Williams als vermeintlich reinem Sinfoniker. Vaughan Williams war aber vor allem anderen ein erfahrener Vokalmusikkomponist, der neben Kantaten und seiner Chorsymphonie \u201eA Sea Symphony\u201c auch Klavier- und Orchesterlieder, Chormusik, geistliche Musik wie Messen und zum Teil merkw\u00fcrdig anmutende vokal besetzte Mischgenres bedient hat, wie etwa die f\u00fcr 16 Solisten und Chor angelegtes \u201eSerenade to Music\u201c. \u201eRiders to the Sea\u201c ist ein verbl\u00fcffend kurzer Einakter, der kaum 40 Minuten ausf\u00fcllt. Die Geschichte (nach einem B\u00fchnenst\u00fcck von John Millinton Synge) spielt im l\u00e4ndlichen Irland und ist eine typische Geschichte nach dem Motto \u201edas Meer fordert seine Opfer\u201c. In dieser Hinsicht k\u00f6nnte man die Oper durchaus als einen Vorl\u00e4ufer von Brittens \u201ePeter Grimes\u201c auffassen. Vielleicht ist das aber auch zu hoch gegriffen. Die Komposition ist \u00fcber weite Strecken \u00fcberzeugend. Wirklich ergreifend ist die Schlussszene mit dem Trauergesang der Maurya (in dieser Einspielung wundervoll verk\u00f6rpert von Katherine Reveille), die zu den besonders ber\u00fchrenden Szenen der j\u00fcngeren britischen Oper z\u00e4hlen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Was auch immer man von diesen beiden britischen Kurzopern kompositorisch halten mag, die Qualit\u00e4t der Einspielungen ist begeisternd! Wirklich alle S\u00e4nger sind nicht nur sehr gut in ihren Rollen, sondern immer wieder in Bereichen, die ich als referenzw\u00fcrdig einstufen w\u00fcrde. Die Warsaw Chamber Opera Sinfonietta samt Chor unter Leitung von \u0141ukasz Borowicz liefert gleichfalls gl\u00e4nzende Leistungen ab, ist aber im Audio-Mix zu weit nach hinten gemischt worden. Obwohl es sich um Liveaufnahmen handelt, sind keine Nebenger\u00e4usche zu h\u00f6ren, was auch daran liegen mag, dass diese Aufnahmen konzertant erfolgt sind. Ich kenne einige Einspielungen des Vaughan Williams-St\u00fccks \u201eRiders to the Sea\u201c, unter anderem bei Chandos und in \u00e4lteren Auflagen bei der EMI. Doch diese neue Liveproduktion von DUX ist auf technischem und gesanglichem Gebiet absolut auf Augenh\u00f6he und im emotionalen Zugriff fr\u00fcheren Einspielungen sogar \u00fcberlegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Warum diese beiden Opern hingegen als unn\u00f6tig teures Doppelpack erscheinen und nicht einzeln ver\u00f6ffentlicht werden, bleibt mir trotz ihrer jeweils kurzen Spielzeit etwas unklar\u2026 Immerhin ist die Ausstattung toll, mit reich bebildertem Booklet und komplettem Libretto. Hut ab, DUX!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Grete Catus, M\u00e4rz 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Label: DUX; Vertrieb: note1; Art.-Nr.: DUX1307-1308; EAN: 5902547013077 Zwei verborgene Sch\u00e4tze der englischen Oper gibt es derzeit bei einem Label zu heben, von dem man es nicht unbedingt erwartet h\u00e4tte, dass ausgerechnet bei diesem Label britische Opern erscheinen w\u00fcrden. Dabei handelt es sich um das polnische Label DUX. Hintergrund dieser ungew\u00f6hnlichen Ver\u00f6ffentlichung ist das 20. &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/03\/28\/aus-der-schatzkiste-der-britischen-oper\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Aus der Schatzkiste der britischen Oper<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[1865,1869,1871,1867,1868,1873,1866,1870,193,1872,1324],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1591"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1591"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1591\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1594,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1591\/revisions\/1594"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1591"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1591"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1591"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}