{"id":1705,"date":"2017-06-06T15:23:14","date_gmt":"2017-06-06T13:23:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1705"},"modified":"2017-06-06T15:24:21","modified_gmt":"2017-06-06T13:24:21","slug":"freitagabendfroehlichkeitensammlung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/06\/06\/freitagabendfroehlichkeitensammlung\/","title":{"rendered":"Freitagabendfr\u00f6hlichkeitensammlung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">\u201eLes Vendredis\u201c<br \/>\nCollection of pieces for string quartet from Belaieff\u2018s Friday Concerts<br \/>\nSzymanowsky Quartet<br \/>\nLabel: SWRmusic \/ Vertrieb: NAXOS<br \/>\nArt.-Nr.: SWR19034CD\/ EAN: 74731390348<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Grete0023.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1706\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-1706\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Grete0023-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"333\" height=\"289\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Grete0023-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Grete0023-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Grete0023.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 333px) 100vw, 333px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Szymanowsky Quartet interpretiert f\u00fcr das Label SWRmusic des S\u00fcdwestrundfunks eine Auswahl aus Werken die f\u00fcr die \u201eFreitagskonzerte\u201c (\u201eLes Vendredis\u201c) des russischen Verlegers und M\u00e4zens Mitrofan Petrowitsch Beljajew.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine ebenso sinnvolle wie kurzweilige CD ist k\u00fcrzlich beim Label des S\u00fcdwestrundfunks erschienen, die deswegen auf jeden Fall Erw\u00e4hnung finden sollte. Wer sich jemals n\u00e4her mit der Geschichte des Komponistenzirkels \u201eDas m\u00e4chtige H\u00e4uflein\u201c, im englischen Sprachraum eher als \u201edie F\u00fcnf\u201c bekannt, besch\u00e4ftigt hat, st\u00f6\u00dft unweigerlich auch auf den Namen des Verlegers, M\u00e4zens und man darf wohl sagen Konzertveranstalters Mitrofan Petrowitsch Beljajew. Er richtete an jedem Freitag (franz.: Vendredi) ab etwa 1891 musikalische Abende (die man sp\u00e4ter etwas lapidar \u201eLes Vendredis\u201c zu nennen begann) aus, bei denen die aufstrebenden russischen Komponisten jener Zeit zusammenkamen, sich ausgiebig austauschten und offenbar auch ebenso ausgiebig tafelten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es war eine Zeit, in der sich \u201edas m\u00e4chtige H\u00e4uflein\u201c (bestehend aus Balakirew, Rimsky-Korsakow, Mussorgsky, Cui und Borodin) bereits ersch\u00f6pft hatte und auseinander zu fallen begann. Neue Namen tauchten auf der Komponistenlandkarte auf: Glasunow und Ljadow etwa, aber auch heute praktisch vergessene Komponisten wie etwa Nikolay Artcibuschew, Nikolay Sokolow, Alexander Kopylow, Joseph Wihtol, Felix Blumenfeld oder Maximilian d\u2019Osten-Sacken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das experimentierfreudige Szymanowsky Quartet bietet auf seinem neuen Album nun einen Querschnitt durch diese \u201eVendredis\u201c, also jene Freitagskonzerte Beljajews, bei denen die beteiligten Komponisten in unregelm\u00e4\u00dfiger Abfolge kleine Streichquartettminiaturen beisteuerten. Das Album basiert ganz offenbar zumindest teilweise auf einer Notenausgabe des Schott-Verlags, die auff\u00e4llige \u00c4hnlichkeiten zum Programm dieses Albums aufweist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Musik, die hier erklingt, ist im besten Sinne unterhaltsam. Das ist kein im engeren Sinne anspruchsvolles Repertoire, und man wird hier auch keine verschollenen Meisterwerke entdecken. Viele St\u00fccke sind heiteren, entspannten, kurz: dem Anlass angemessenen Charakters. Kuriose Kleinigkeiten wie eine Gemeinschaftspolka von Sokolow, Glasunow und Ljadow treffen dabei auf f\u00fcr heutige Ohren ungew\u00f6hnlich anmutende neoklassische Experimente (Wihtols \u201eMenuett\u201c, Sokolows \u201eKanon\u201c, Ljadows \u201eSarabande\u201c und \u201eFuga\u201c) und vielfarbige Ann\u00e4herungen an die Salonmusik des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis hin zu regelrechten Ohrw\u00fcrmern (etwa Kopylows \u201ePolka\u201c oder Borodins D-Dur-Scherzo).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">M\u00fcsste man das Repertoire in drei Worten zusammenfassen, k\u00f6nnte man sagen: Volkst\u00fcmlichkeit trifft auf Neoklassizismus. Auff\u00e4llig ist in der Tat der Hand aller beteiligten Komponisten zu damals schon l\u00e4ngst \u00fcberkommenden Modellen und barocken Tanzs\u00e4tzen. So war das wohl, wenn sich Komponisten damals trafen: Man redete \u00fcber die Gro\u00dfen der Vergangenheit und ahmte sie, in steter Suche nach der Fortschreibung der praktisch erst wenige Jahrzehnte zuvor begr\u00fcndeten russischen Kunstmusiktradition auch gern mal nach. Stil\u00fcbungen, k\u00f6nnte man das nennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dass diese Musik dabei zu mehr wird, als blo\u00df zum Klingen gebrachte Musiktheorie, sondern wirklich zu einem gro\u00dfen Spa\u00df, das ist das Verdienst dieser gelungenen Auswahl, die das Szymanowski Quartet auf einem sehr solidem Level darbietet. Dabei ist vor allem der sch\u00f6ne Zusammenklang des Ensembles zu betonen mit vielen warm-holzigen Mitten im Klangbild und einer warm-samtigen Tiefe. Die beiden Geigen lassen manchmal etwas Brillanz vermissen, doch das tr\u00e4gt eher noch zu einem Klangbild bei, das ich als \u201eauthentisch russisch\u201c durchgehen lassen w\u00fcrde. Tolle Platte! Sollte man haben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Grete Catus, Mai 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eLes Vendredis\u201c Collection of pieces for string quartet from Belaieff\u2018s Friday Concerts Szymanowsky Quartet Label: SWRmusic \/ Vertrieb: NAXOS Art.-Nr.: SWR19034CD\/ EAN: 74731390348 Das Szymanowsky Quartet interpretiert f\u00fcr das Label SWRmusic des S\u00fcdwestrundfunks eine Auswahl aus Werken die f\u00fcr die \u201eFreitagskonzerte\u201c (\u201eLes Vendredis\u201c) des russischen Verlegers und M\u00e4zens Mitrofan Petrowitsch Beljajew. 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