{"id":1740,"date":"2017-06-30T23:33:57","date_gmt":"2017-06-30T21:33:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1740"},"modified":"2017-06-30T23:34:41","modified_gmt":"2017-06-30T21:34:41","slug":"ein-vergessenes-meisterwerk","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/06\/30\/ein-vergessenes-meisterwerk\/","title":{"rendered":"Ein vergessenes Meisterwerk"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Feliks Nowowiejski (1877-1946): Quo vadis &#8211; Oratorium f\u00fcr Soli, gemischten Chor, Orgel und Orchester<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wioletta Chodowicz, Sopran; Robert Gierlach, Bariton; Wojtek Gierlach, Bass; Slawomir Kaminski, Orgel; Podlasie Opern- und Philharmonischer Chor (Violetta Bielecka, Chormeisterin); Poznan Philharmonisches Orchester (Lukasz Borowicz, Dirigent)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">cpo CD 555089 &#8211; 2; EAN: 7 61203 50892 1<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Ulrich0062.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1741\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-1741\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Ulrich0062-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"366\" height=\"317\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Ulrich0062-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Ulrich0062-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Ulrich0062.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als Henryk Sienkiewicz 1885 seinen Roman \u201eQuo vadis\u201c ver\u00f6ffentlichte, dachte er dabei sicher weder an den Nobelpreis, den er 1905 daf\u00fcr bekam, noch daran, dass sein Landsmann Feliks Nowowiejski ihn 1903 als Vorlage f\u00fcr sein gleichnamiges Oratorium verwenden w\u00fcrde. Aber beides geschah, und so wurde dieses Meisterwerk der Literatur in Musik umgesetzt \u2013 was damals in der europ\u00e4ischen und auch in der amerikanischen Musikwelt eine h\u00f6chst erfolgreiche Auff\u00fchrungsgeschichte zur Folge hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Warum dieses Oratorium von der B\u00fchne verschwunden ist, das hat sicher auch mit der Kulturpolitik des Dritten Reichs zu tun, denn ab 1939 verschwand das Werk aus dem Konzertleben und wurde erst nach dem zweiten Weltkrieg wieder aus der Versenkung geholt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es behandelt in monumentaler Form die letzten Tage der Herrschaft Kaiser Neros, wobei der Chor als Stimme des Dichters Petrus mit den Augen des Geistes seinem Weg aus Rom fort und wieder zur\u00fcck folgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Verdienst der Labels cpo in Bezug auf polnische Musik ist nicht nur die (Wieder-)Entdeckung der Musik von Sir Andrzej Panufnik unter Lukasz Borowicz in vorz\u00fcglichen Aufnahmen, sondern hier nun auch, die Bekanntschaft zu erm\u00f6glichen mit einem der gr\u00f6\u00dften Erfolge der Musikgeschichte, einem Werk von mitrei\u00dfend heroischem Charakter und episch fesselnder Dimension. Ab 1911 \u2013 dem Jahr der Urauff\u00fchrung der revidierten Fassung in Amsterdam \u2013 wurde das Werk tats\u00e4chlich weltweit \u00fcber 200 Mal auf die B\u00fchne gebracht. Der Komponist allerdings geriet international in Vergessenheit, nur in Polen, wo er lebte und komponierte, blieb er einigerma\u00dfen lebendig. Allerdings im Schatten der ber\u00fchmteren Landleute wie Szymanowski oder Rosycki. Zum 70. Todestag des Nowowiejskis kommt also die M\u00f6glichkeit, eines der gro\u00dfartigsten Werke der Romantik neu zu erleben, wie gerufen. Das Booklet \u2013 \u00fcbrigens mit einem Textbeitrag von Lukasz Borowicz selbst \u2013 gibt \u00fcber die Handlung, die musikalische Struktur und die Hintergr\u00fcnde des Komponisten und seines Meisterwerkes ersch\u00f6pfend Auskunft. Nat\u00fcrlich mit Bildern und Beschreibung der einzelnen Mitwirkenden, selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie schon des \u00d6fteren erw\u00e4hnt, ist das Medium CD in den letzten Jahrzehnten zum idealen Vermittler f\u00fcr Entdeckungen auf dem ungeheuer reichhaltigen und noch immer faszinierende Gebiet unbekannter Musik geworden und ein mehr als nur geeignetes Mittel, der Geschichte Gerechtigkeit angedeihen zu lassen, jenseits aller anderen M\u00f6glichkeiten im Internet (gar nicht zu reden von der klanglichen Qualit\u00e4t der silbernen Scheibe, wenn sie so vorz\u00fcglich aufgenommen ist wie die hier vorliegende). Eine gro\u00dfe Empfehlung!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Ulrich Hermann, Juni 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Feliks Nowowiejski (1877-1946): Quo vadis &#8211; Oratorium f\u00fcr Soli, gemischten Chor, Orgel und Orchester Wioletta Chodowicz, Sopran; Robert Gierlach, Bariton; Wojtek Gierlach, Bass; Slawomir Kaminski, Orgel; Podlasie Opern- und Philharmonischer Chor (Violetta Bielecka, Chormeisterin); Poznan Philharmonisches Orchester (Lukasz Borowicz, Dirigent) cpo CD 555089 &#8211; 2; EAN: 7 61203 50892 1 Als Henryk Sienkiewicz 1885 seinen &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/06\/30\/ein-vergessenes-meisterwerk\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Ein vergessenes Meisterwerk<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[428,2053,1873,2058,2060,2055,2057,2059,2054,2056],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1740"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1740"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1740\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1744,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1740\/revisions\/1744"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1740"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1740"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1740"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}