{"id":1787,"date":"2017-07-25T20:15:14","date_gmt":"2017-07-25T18:15:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1787"},"modified":"2017-07-25T20:15:43","modified_gmt":"2017-07-25T18:15:43","slug":"melodienzauber","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/07\/25\/melodienzauber\/","title":{"rendered":"Melodienzauber"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Open-Air-Konzert \u201eSommerserenade\u201c am 22. Juli 2017 um 20 Uhr im Brunnenhof der Residenz<br \/>\nSymphonieorchester Wilde Gungl M\u00fcnchen Dirigent: Michele Carulli; Moderation: Dr. Arnim Rosenbach<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Ulrich0063.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1788\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-1788\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Ulrich0063-300x197.jpg\" alt=\"Ulrich0063\" width=\"372\" height=\"244\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Ulrich0063-300x197.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Ulrich0063.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 372px) 100vw, 372px\" \/><\/a><br \/>\nFotos: Matthias Hallensleben<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Morgen war es noch bedeckt, am Abend allerdings wurde es ein traumhafter Sommerabend. Und dazu diese Sommerserenade im Brunnenhof, der fast voll war, Herz, was willst Du mehr? Das Orchester begann \u2013 wie \u00fcblich und bei \u201enormalen\u201c Konzerten leider eben nicht mehr \u00fcblich \u2013 mit der Anmoderation des Konzertmeisters Arnim Rosenbach. Auf seine sehr ansprechende und informative Art f\u00fchrte er das erste St\u00fcck von Gioacchino Rossini ein, die Ouvert\u00fcre zu seiner Oper \u201eIl Signor Bruschino\u201c, bei dem der Dirigent Michele Carulli nat\u00fcrlich voll in seinem Element war. Ein wundervoller sommerlicher Auftakt dieses Abends. Als kleines \u201eSchmankerl\u201c hatte Rossini in diese Instrumentierung f\u00fcr die zweiten Geigen ein Extra hineinkomponiert, denn die durften sich zeitweise als \u201eKlopf-Geister\u201c mit ihren B\u00f6gen auf einem Brett, das sie auf den Scho\u00df gelegt hatten, austoben. Als zweites St\u00fcck des Abends stellte Arnim Rosenbach das Trompetenkonzert Es-Dur von Joseph Haydn vor und den Solisten, den 22-j\u00e4hrigen Valentin Hammerl. Der junge Trompeter verzauberte mit seinem strahlenden, aber immer weichen und sch\u00f6nen Ton. Vom Orchester wurde er besonders intensiv und gef\u00fchlvoll begleitet, kein Wunder, denn Michele Carulli \u2013 selbst mit 19 Jahren Soloklarinettist an der Mail\u00e4nder Scala \u2013 wei\u00df nat\u00fcrlich genau, welch eine Rolle die einf\u00fchlsame Begleitung bei einem Solo-Konzert spielt. Besonders der langsame \u00fcberaus melodi\u00f6se zweite Satz geriet zu einem musikalischen und klanglichen H\u00f6hepunkt. Schade, dass dieses Konzert fast 150 Jahre lang nach seiner Urauff\u00fchrung in der Versenkung verschwunden war, es ist ein absolutes Meisterwerk seiner Gattung. Dem jungen Solisten kann man f\u00fcr seinen weiteren Weg nur alle Daumen dr\u00fccken. Nach der Pause \u2013 in der ich mit dem Solisten einige Worte wechselte, und der unter anderem darauf bestand, dass sein Name mit W und nicht wie bei seinem ber\u00fchmten Namensvetter Karl V. mit Vau ausgesprochen wird \u2013 erl\u00e4uterte Arnim Rosenbach einiges zum folgenden St\u00fcck: Johannes Brahms und seiner Orchester-Serenade op. 11. In dem nun folgenden 45 Minuten langen Werk zeigten die Musiker der \u201eWilden Gungl\u201c alles, was in ihnen steckt. Die sechss\u00e4tzige Serenade \u2013 fast schon eine Vorstufe zu Brahms\u2019 sp\u00e4teren Symphonien \u2013 fordert den Musikern alles ab an Spielfreude, an intensivem Aufeinander-H\u00f6ren, an Extremen in der Dynamik und an den typisch Brahms\u2019schen rhythmischen Finessen. Und wie das Orchester, in denen einzelne solistisch sehr gefordert waren, z. B. der Paukist, die Bl\u00e4ser, die Kontrab\u00e4sse, diese Musik sich entfalten und sie so entstehen lie\u00df, war einfach gro\u00dfartig. Und brachte dem Dirigenten Michele Carulli und \u201eseinem\u201c Orchester gro\u00dfen Beifall und mehrere \u201eBravos\u201c. Zum Abschluss dieses famosen Musik-Abends erklang noch einmal der Beginn der Reprise des vorletzten Satzes. Und damit ging ein herrlicher Sommerabend im wundersch\u00f6nen M\u00fcnchner Brunnenhof zu Ende. Seit ich dieses Orchester und seine Konzerte mitverfolge, wird immer auff\u00e4lliger, dass nat\u00fcrlich alles besser und intensiver wird, aber besonders auff\u00e4llig ist die stetige Steigerung bei den Streichern, die mir schon in den letzten Auff\u00fchrungen sehr deutlich wurde. Schon jetzt freue ich mich auf die n\u00e4chsten Konzerte mit der \u201eWilden Gungl\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ceterum Censeo: Auch wenn das gesamte ber\u00fchmte M\u00fcnchner Zeitungs-Feuilleton diese Konzert wieder mal mit intensiver Nicht-Zur-Kenntnis-Nahme gew\u00fcrdigt hat, dennoch: Wann wachen die bestimmten Damen und Herren auf und nehmen dieses inzwischen gar nicht mehr zu \u00fcberh\u00f6rende M\u00fcnchner Orchester mit seinem \u00fcber 153-j\u00e4hrigen Bestehen endlich zur Kenntnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Ulrich Hermann, Juli 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Open-Air-Konzert \u201eSommerserenade\u201c am 22. Juli 2017 um 20 Uhr im Brunnenhof der Residenz Symphonieorchester Wilde Gungl M\u00fcnchen Dirigent: Michele Carulli; Moderation: Dr. Arnim Rosenbach Fotos: Matthias Hallensleben Am Morgen war es noch bedeckt, am Abend allerdings wurde es ein traumhafter Sommerabend. 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