{"id":1793,"date":"2017-07-27T20:20:11","date_gmt":"2017-07-27T18:20:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1793"},"modified":"2017-07-25T20:23:16","modified_gmt":"2017-07-25T18:23:16","slug":"respighi-aus-dem-kleinstadt-dom","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/07\/27\/respighi-aus-dem-kleinstadt-dom\/","title":{"rendered":"Respighi aus dem Kleinstadt-Dom"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Ottorino Respighi \u2013 Opera omnia per organo<br \/>\nAndrea Macinanti \u2013 Orgel, Archi dell\u2019Academia Symphonicy di Udine \u2013 PierAngelo Pelucchi<br \/>\nLabel: Tactus &#8211; Vertrieb: Naxos &#8211; Art.-Nr.: TC871803 \/ EAN: 8007194106121<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Grete0026.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1794\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-1794\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Grete0026-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"347\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Grete0026-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Grete0026-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Grete0026.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ottorino Respighi ist einer jener Komponisten, die Weltruhm aufgrund von nur wenigen Werken erlangt haben: Die prall farbigen, bildreichen Sinfonischen Dichtungen \u201eFontane di Roma\u201c, \u201ePini di Roma\u201c, \u201eFeste Romane\u201c, \u201eGli Ucelli\u201c sowie drei Suiten unter dem Titel \u201eAntiche danze ed arie\u201c haben so ziemlich alles andere im durchaus umfangreichen \u0152uvre Respighis \u00fcberstrahlt. Dabei war Ottorino Respighi ein versierter Komponist, der sich in fast allen bedeutenden Gattungen hervorgetan hat. Er schrieb etwa zehn heute kaum bekannte Opern, mehrere Ballettmusiken, eine Sinfonie, Kammermusik f\u00fcr diverse Besetzungen und Lieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Doch selbst \u00fcberzeugte Respighi-Kenner d\u00fcrften bei diesem Album des italienischen Labels Tactus \u00fcberrascht sein, das ihnen ihren Lieblingskomponisten als Sch\u00f6pfer von Orgelmusik vorstellt. Als w\u00e4re dies nicht schon ungew\u00f6hnlich genug, enth\u00e4lt das Album auch noch eine Komposition Respighis f\u00fcr Kirchenorgel und Streichorchester, die \u201eSuite in Sol maggiore per istrumenti ad arco e organo\u201c, die wohl zu Respighis neoklassischer Phase gerechnet werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Laut Ausweisung auf dem Cover handelt es sich bei allen St\u00fccken um Welt-Ersteinspielungen, allerdings gibt das Label in den Aufnahmedaten 17 Tracks an, das Album hat aber nur 13 Tracks. Etwas nebul\u00f6s\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie dem auch sei, die Musik, die hier vorgestellt wird, ist wirklich gut und setzt einen weiteren eindrucksvollen Pinselstrich in das Bild von Ottorino Respighi als einem Komponisten, dem trotz gem\u00e4chlicher Wiederentdeckung in der j\u00fcngeren Vergangenheit noch immer nicht die volle Aufmerksamkeit zu Teil wird, die ihm geb\u00fchren w\u00fcrde: Sicher, Respighi war weniger \u201emodern\u201c als Casella oder Malipiero, die mit ihm und Pizzetti zur sogenannten Generation der \u201eOttanta\u201c gez\u00e4hlt werden (so benannt nach den Geburtsjahren der genannten Komponisten, die alle um etwa 1880 herum geboren wurden). Doch er war ein handwerklich ausgezeichneter Komponist, der seine technischen F\u00e4higkeiten immer auch mit einer hellwachen melodischen Inspiration verbinden konnte. Kurzum: Dieser Mann schrieb einfach gute Musik und sollte viel mehr gespielt und geh\u00f6rt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auf vorliegendem Album sind mehrere Einzelst\u00fccke, i.d.R. Orgelpr\u00e4ludien, drei mehrs\u00e4tzigen Werken an die Seite gestellt. Der Booklettext aus der Hand des ausf\u00fchrenden Organisten Andrea Macinanti gibt zwar Aufschluss \u00fcber Ort und Zeit der Komposition, leider aber kaum \u00fcber die Umst\u00e4nde, die zur Komposition Anlass gegeben haben. Und so erfahren wir hier leider kaum etwas dar\u00fcber, f\u00fcr welche Anl\u00e4sse Respighi diese Musik geschrieben hat. Viele St\u00fccke auf diesem Album scheinen durchaus als (freilich hochgradig anspruchsvolle und sehr virtuose) \u201eGebrauchsmusik\u201c im liturgischen Rahmen infrage zu kommen (wobei Respighi sich offensichtlich am Vorbild Max Regers abgearbeitet hat), w\u00e4hrend andere St\u00fccke (nicht zuletzt die erw\u00e4hnte, ziemlich unkonventionelle Suite f\u00fcr Kirchenorgel und Streichorchester) aufgrund ihrer merkw\u00fcrdigen Faktur andere konkrete Anst\u00f6\u00dfe f\u00fcr die Komposition vermuten lassen, \u00fcber die man wirklich gern mehr gewusst h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Macinanti erweist sich als ein wunderbar musikalischer Organist, der dieser Musik in jeder Hinsicht gerecht wird. Er verf\u00fcgt nicht nur \u00fcber die n\u00f6tige Virtuosit\u00e4t, die diese Musik abverlangt, sondern auch \u00fcber eine erfreulich musikdienliche Phrasierungsgabe, die die Zusammenh\u00e4nge in den Kompositionen deutlich und zu wirklich herrlicher Musik werden l\u00e4sst. Leider setzt sich dieser gute Eindruck nun so gar nicht fort bei dem f\u00fcr die Suite eingesetzten Orchester. Die Archi dell\u2018Academia Symphonica di Udine sind mit ihrem Part h\u00f6rbar \u00fcberfordert. Es macht sogar M\u00fche, sich das anzuh\u00f6ren, denn man h\u00f6rt leider die M\u00fche, mit der sich die Musiker durch die auch f\u00fcr das Orchester virtuose Partitur qu\u00e4len mussten. Bei schnellen Stellen kollabiert das Ensemble stellenweise beinahe und vermag sich nur knapp wieder zu fangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Dies ist vor allem auch deswegen kein Vergn\u00fcgen f\u00fcr den H\u00f6rer, weil die Aufnahmetechnik dieser Einspielung wirklich richtig gut ist und man alles trennscharf, quasi bis \u201ein die Fingerspitzen\u201c heraush\u00f6ren kann (inklusive der fransigen Streicher). Die Orgel (\u00fcbrigens ein wunderbar klangsch\u00f6nes Instrument aus dem Dom S. Maria Assunta der piemontesischen Kleinstadt Saluzzo) ist ohne st\u00f6rende Nebenger\u00e4usche wie Gebl\u00e4se, usw. und mit beeindruckender Pr\u00e4senz \u00fcber das volle Frequenzspektrum, zumal mit dem genau richtigen Anteil an Raumhall eingefangen worden. Spitze! Genau so sollten Orgelmusik-Aufnahmen klingen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Fazit: zu rd. 80% ist dieses Album eine ausgesprochene Empfehlung, leider macht die Suite f\u00fcr Streichorchester plus Kirchenorgel durch das amateurhafte Streichorchester, das mit seiner Aufgabe definitiv \u00fcberfordert ist, die restlichen 20% zu einer weniger erfreulichen Veranstaltung. Trotzdem lohnt sich dieses Album f\u00fcr Respighi-Fans ebenso wie f\u00fcr Orgelmusikliebhaber. Hier gibt es herrliches Repertoire zu entdecken, das man nicht oft serviert bekommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Grete Catus, Juli 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ottorino Respighi \u2013 Opera omnia per organo Andrea Macinanti \u2013 Orgel, Archi dell\u2019Academia Symphonicy di Udine \u2013 PierAngelo Pelucchi Label: Tactus &#8211; Vertrieb: Naxos &#8211; Art.-Nr.: TC871803 \/ EAN: 8007194106121 Ottorino Respighi ist einer jener Komponisten, die Weltruhm aufgrund von nur wenigen Werken erlangt haben: Die prall farbigen, bildreichen Sinfonischen Dichtungen \u201eFontane di Roma\u201c, \u201ePini &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/07\/27\/respighi-aus-dem-kleinstadt-dom\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Respighi aus dem Kleinstadt-Dom<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[2084,2086,50,2087,2085],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1793"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1793"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1793\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1796,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1793\/revisions\/1796"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}