{"id":1818,"date":"2017-08-10T23:56:12","date_gmt":"2017-08-10T21:56:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1818"},"modified":"2017-08-10T23:56:12","modified_gmt":"2017-08-10T21:56:12","slug":"sich-treiben-lassen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/08\/10\/sich-treiben-lassen\/","title":{"rendered":"Sich treiben lassen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/0103.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1819\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-1819\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/0103-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"378\" height=\"328\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/0103-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/0103-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/0103.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 378px) 100vw, 378px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dreizehn Tracks sind auf dem Album &#8222;The Blue Hour&#8220; von Federico Albanese f\u00fcr Berlin Classics Neue Meister zu h\u00f6ren. Er selbst spielt beinahe alle Instrumente und bedient die Elektronik, einzig Arthur Hornig und Carlota Iba\u00f1ere de Aldecoa Silvestre wirken als Cellisten mit.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Sch\u00f6nheit ohne Tiefgang&#8220; ist eine Bezeichnung, die so f\u00fcr das Label Berlin Classics Neue Meister geltend gemacht werden kann. Ein exemplarisches Beispiel dessen stellt &#8222;The Blue Hour&#8220; des 1982 geborenen Italieners Federico Albanese dar. Es handelt sich um eine Musik, die sich in den Bereich der Ambientemusik einordnen l\u00e4sst, auf minimalistischen Patterns aufgebaute Musik, deren statische Elemente dazu beitragen, dass der H\u00f6rer den Halt verliert und sich in den zumeist zart-melancholischen Kl\u00e4ngen treiben l\u00e4sst. Die Zeit verschwimmt und zu leicht verlieren sich die Gedanken, die Musik f\u00fchrt beinahe zwangsl\u00e4ufig ein Hintergrunddasein hinter den Stimmungsbildern und Ideen, die durch sie angeregt und bereichert werden m\u00f6gen. Sei es zu einem n\u00e4chtlichen Spaziergang, einer Ausstellung oder ruhig bewegten Bildern, diese Musik f\u00fcgt sich ein &#8211; wer jedoch sein Hauptaugenmerk auf die Musik selbst legen und sie nicht blo\u00df zum Abspannen nutzen will, der sucht hier vergebens: Es gibt nicht einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Moment, keine einzige sich ins Ged\u00e4chtnis einbrennende Wendung, keinen aufregenden formal zusammenh\u00e4ngenden Aufbau, nur Gleiten und Stillstand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist eine anregende, anmutige Grazie, die diese Musik ausstrahlt, sie bewegt oberfl\u00e4chlich und spielt mit den einfachsten Emotionen des Menschen. Nichts Besonderes ist in ihr, nichts zeichnet sie aus, und doch bewegt sie &#8211; vermutlich eben weil sie keinen Tiefgang besitzt und den Menschen an seiner Oberfl\u00e4che unmittelbar anspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, August 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dreizehn Tracks sind auf dem Album &#8222;The Blue Hour&#8220; von Federico Albanese f\u00fcr Berlin Classics Neue Meister zu h\u00f6ren. 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