{"id":1893,"date":"2017-09-16T17:15:55","date_gmt":"2017-09-16T15:15:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1893"},"modified":"2017-09-16T17:15:55","modified_gmt":"2017-09-16T15:15:55","slug":"mal-wieder","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/09\/16\/mal-wieder\/","title":{"rendered":"Mal wieder&#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Mozart Klavierkonzerte 25 &amp; 26 &#8211; Francesco Piemontesi, Klavier; Andrew Manze, Scottish Chamber Orchestra<br \/>\nLinn 544; EAN: 6 91062 05442 3<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Ulrich0067.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1894\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-1894\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Ulrich0067-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"365\" height=\"316\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Ulrich0067-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Ulrich0067-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Ulrich0067.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 365px) 100vw, 365px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Warum es zum hunderttausendsten Mal eine Aufnahme mit den zwei Mozart-Klavierkonzerten Nr. 25 und 26 geben muss, ist mir nach Anh\u00f6ren dieser CD schleierhaft. Nat\u00fcrlich, Mozart ist und bleibt Mozart, aber bei einer neuen Ausnahme erwarte ich etwas mehr als nur das Buchstabieren der Noten. Das ist alles ganz sch\u00f6n realisiert, die T\u00f6ne stimmen, das Orchester unter der Stabf\u00fchrung von Andrew Manze begleitet den jungen italienischen Solisten gekonnt, aber das ist auch schon alles. Gelingt es in den beiden langsamen S\u00e4tzen wenigstens teilweise, den Zauber der Mozart&#8217;schen Musik einzufangen, so laufen die schnellen S\u00e4tze einfach vor\u00fcber, die Bewegungen &#8211; d a s Charakteristikum seiner Musik &#8211; rauschen uninspiriert und teilweise auch unphrasiert hurtig dahin, das l\u00e4sst keinen H\u00f6hepunkt erkennen, auf den diese Musik-Sprache sich zubewegt, auch das Orchester tut nicht mehr als notwendig ist, die Genialit\u00e4t dieser Konzerte wird nicht erlebbar. Und das genau ist eine Forderung, der jede &#8211; vor allem jede neue &#8211; Einspielung gerecht werden sollte. Denn der Referenz-Aufnahmen sind zahllose, von Horowitz \u00fcber Gulda bis hin zu neueren von Chick Corea und Bobby McFerrin. Und wenn es um das Orchester und besonders um die Bl\u00e4ser geht &#8211; eine andere Spezialit\u00e4t in Mozarts Klangsprache, dann ist f\u00fcr mich die Aufnahme mit dem sch\u00f6nsten Orchesterspiel die von David Greilsamer und seinem Suedama Ensemble (naive V 5184).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ganz zu schweigen von Glenn Gould&#8217;s Mozart, an dem sich alle Pianisten orientieren k\u00f6nnen, was melodi\u00f6se Phrasierung, Tempo und Musikalit\u00e4t angeht. Seit der neuen Aufnahme von Bachs Musik mit Anton Batagov ist allerdings ein neues Kapitel des Musizierens aufgeschlagen. Ob sich jedoch viele Musiker damit befassen und die Konsequenzen daraus ziehen k\u00f6nnen und wollen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber vielleicht ist die T\u00fcr ge\u00f6ffnet f\u00fcr einen ganz neuen Blick auch auf Mozarts Musik. Schon als Kind und Jugendlicher war f\u00fcr mich die &#8222;Exekution&#8220; seiner Musik instinktiv viel zu schnell und viel zu oberfl\u00e4chlich. Und nicht erst seit Grete Wehmeyers Buch &#8222;Zu Hilfe, zu Hilfe!&#8220; \u00fcber die Tempowahl und alles Andere bei Mozart taucht ein anderes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die &#8222;Klangrede&#8220; (Nikolaus Harnoncourt) auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zeit f\u00fcr eine gro\u00dfe Ver\u00e4nderung der Frau Musica gegen\u00fcber w\u00e4re es l\u00e4ngst. Auch im neuen Buch von Andrej Hoteev &#8222;Zwischen zwei Welten&#8220; (hrsg. von G. Helbig) geht es bei seinen ber\u00fchmten Kollegen Richter oder Gilels um das Tempo giusto. (Das es letztlich als absoluten Ma\u00dfstab gar nicht geben kann!)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und dagegen f\u00e4llt diese CD ganz einfach ab. Da hilft auch der Hinweis im Booklet &#8211; das \u00fcbrigens die Umgebung dieser zwei Konzerte recht gut und informativ beschreibt &#8211; auf ber\u00fchmte Lehrer wenig bis gar nichts. Schade!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Ulrich Hermann, August 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mozart Klavierkonzerte 25 &amp; 26 &#8211; Francesco Piemontesi, Klavier; Andrew Manze, Scottish Chamber Orchestra Linn 544; EAN: 6 91062 05442 3 Warum es zum hunderttausendsten Mal eine Aufnahme mit den zwei Mozart-Klavierkonzerten Nr. 25 und 26 geben muss, ist mir nach Anh\u00f6ren dieser CD schleierhaft. 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