{"id":1917,"date":"2017-10-07T16:15:03","date_gmt":"2017-10-07T14:15:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1917"},"modified":"2017-10-08T17:26:14","modified_gmt":"2017-10-08T15:26:14","slug":"urgewalt-aus-tschechien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/10\/07\/urgewalt-aus-tschechien\/","title":{"rendered":"Urgewalt aus Tschechien"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Supraphon, SU 4221-2; EAN: 0 99925 42212 7<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0118.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1920\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1920\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0118-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"260\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0118-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0118-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0118.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Streichquartette der Wiener Klassik sind vom Vlach Quartett (Josef Vlach, V\u00e1clav Sn\u00edtil, Josef Kod\u2019ousek und Viktor Mou\u010dka) in historischen Aufnahmen f\u00fcr Supraphon zu h\u00f6ren. Neben Mozarts d-Moll-Quartett KV 421 spielen die vier Tschechen die Quartette Nummer eins bis sieben sowie vierzehn von Ludwig van Beethoven.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem Supraphon im vergangen Jahr mit den \u201eLegendary Recordings\u201c des Tschechischen Kammerorchesters unter Josef Vlach eine wahrhaft \u201elegend\u00e4re\u201c Wiederentdeckung gelungen ist, legen sie nun nach: Auf vier CDs sind Streichquartette von Mozart und Beethoven mit dem Vlach Quartett zu bewundern. Durch Aufnahmen aus drei Jahrzehnten wird die lange Bl\u00fctezeit der vier Musiker umfangreich dokumentiert. Gerade der Blick auf diese bekannte Standardliteratur legt den enormen Unterschied zwischen dem tschechischen Quartett unter Josef Vlach und der gro\u00dfen Mehrheit routinierter und zumeist uninspirierter Darbietungen mittelpr\u00e4chtiger Musiker offen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Quartette werden durch und durch mit Energie erf\u00fcllt, das spannungsgetragene Knistern wird f\u00f6rmlich sp\u00fcrbar. So voller Feuer und doch in h\u00f6chstem Grade sensibel und feinf\u00fchlig! Jede noch so scheinbar beil\u00e4ufige Wendung erh\u00e4lt Leben und Sinn, jede Wendung wird nachvollziehbar und souver\u00e4n durchschritten. Schwerf\u00e4lligkeit ist nicht im geringsten zu vernehmen, die Quartette erstrahlen in spielfreudiger Gelassenheit und vor allem in einem: in Nat\u00fcrlichkeit. Hier werden Urgewalten geweckt, die unartifizieller nicht ausgedr\u00fcckt werden k\u00f6nnten. Geradezu scheint es, als w\u00fcrden die Werke erst im Spielen entstehen, wobei eine innere Logik alle Quartette von der ersten bis zur letzten Note zusammenh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt wenig hinzuzuf\u00fcgen zu diesen exzellenten Aufnahmen, angesichts deren \u00fcberragender Qualit\u00e4t ich mir mehr Vergleichbares w\u00fcnschen w\u00fcrde. Hier wird deutlich, was Intuition und Liebe zur Musik in Kombination mit intensivster Arbeit an musikalischen Belangen ausmacht. Es entsteht etwas, das \u00fcber rein mechanische Perfektion und technische Aspekte wie auch \u00fcber genauestes und bewusst durchstrukturiertes und ausgeh\u00f6rtes Zusammenspiel &#8211; was zweifelsohne hier gegeben ist &#8211; hinausgeht: Es entsteht wahrhaft Musik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, Oktober 2017]<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Supraphon, SU 4221-2; EAN: 0 99925 42212 7 Streichquartette der Wiener Klassik sind vom Vlach Quartett (Josef Vlach, V\u00e1clav Sn\u00edtil, Josef Kod\u2019ousek und Viktor Mou\u010dka) in historischen Aufnahmen f\u00fcr Supraphon zu h\u00f6ren. Neben Mozarts d-Moll-Quartett KV 421 spielen die vier Tschechen die Quartette Nummer eins bis sieben sowie vierzehn von Ludwig van Beethoven. 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