{"id":1962,"date":"2017-10-31T19:26:03","date_gmt":"2017-10-31T18:26:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1962"},"modified":"2017-11-13T01:35:40","modified_gmt":"2017-11-13T00:35:40","slug":"neue-musik-aus-libanon","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/10\/31\/neue-musik-aus-libanon\/","title":{"rendered":"Aus unendlichen Quellen aus Ost und West"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">OMAR RAHBANY: PASSPORT<br \/>\nOUVERT\u00dcRE, UMBRELLA WOMAN, ZOOK: THE POWER STATION, PROGRAMMUSIK: BABEL, TANGO,\u00a0 UNTITLED, MOUWASHAHAT, ANARKIA,\u00a0 TRIP TO THE MOON<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, mit Klaus Doldingers \u201ePassport\u201c-Jazz-Ensemble hat diese CD nicht mehr als den Namen gemeinsam. Allerdings hat Omar Rahbany \u2013 geboren 1989 in Beirut \u2013 f\u00fcr dieses Meisterwerk sich nicht nur drei Jahre Zeit gelassen, sondern auch mit 180 MusikerInnen aus den verschiedensten L\u00e4ndern zusammen gearbeitet. Und das Ergebnis ist wirklich international, die Anregungen f\u00fcr seine Kompositionen auf dieser CD kommen aus allen m\u00f6glichen L\u00e4ndern und Kulturen, da erinnert ein St\u00fcck an den argentinischen Tango nuevo des Astor Piazzolla, anderes an Fusion-Jazz, wieder anderes an englische Songs der Beatles.\u00a0 Nat\u00fcrlich ist Musik inzwischen l\u00e4ngst Weltmusik geworden. Doch davon legt die neue und bisher einzige CD des libanesischen Komponisten und Musikers Omar Rahbany nicht nur sehr beeindruckend und \u00fcberzeugend Zeugnis ab, sie praktiziert mit einer kreativen Selbstverst\u00e4ndlichkeit und Aufbruchstimmung, die ihresgleichen sucht.<br \/>\nJedes der 10 St\u00fccke ist ganz individuell in Komposition und Ausf\u00fchrung, allerdings ist zugleich die musikalische und auch die \u201epianistische\u201c Handschrift in jedem St\u00fcck zu h\u00f6ren und zu sp\u00fcren. Ob ihm daf\u00fcr ein Symphonie-Orchester, S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger aus den verschiedensten Kulturen oder mit allen Wassern gewaschene Jazz-Koryph\u00e4en zur Verf\u00fcgung stehen oder \u201enur\u201c die verschiedensten Mitspieler auf ihren akustischen oder elektronischen Instrumenten, immer ist es \u201eseine\u201c Musik. Teils sehr meditativ, dann wieder voller Wildheit und klanglicher Ekstase: hier gibt ein Komponist und Musiker seine sehr eigene \u201eVisitenkarte\u201c ab. Und wir d\u00fcrfen gespannt sein, was der achtundzwanzigj\u00e4hrige Omar Rahbany aus diesen unendlichen Quellen aus Ost und West in Zukunft an Kompositionen, klanglichen \u00dcberraschungen und ausgefeilten Alben f\u00fcr uns bereit halten wird.<br \/>\nDenn nicht allein die musikalische Auff\u00fchrung der St\u00fccke ist \u00fcberragend \u2013 sind doch in allen Bereichen K\u00f6nner am Werk \u2013, sondern auch die \u00e4u\u00dferliche Gestaltung des Albums, optisch und graphisch, ist eine \u00fcberzeugende und aufw\u00e4ndig realisierte Ausnahme vom sonst meist so \u00f6den CD-\u201eGecovere\u201c. Alles ist mit gro\u00dfer Liebe, K\u00f6nnen und Geschmack verwirklicht. Dass die Aufnahme-Technik auch vom Feinsten ist, versteht sich dann von selbst.<br \/>\nDas einzige kleine Manko: Es ist weder ein Booklet noch ein Textblatt dabei, was Auskunft \u00fcber den langen und sicher sehr spannenden Entstehungsprozess dieser CD gibt. Aber das ist eben der typische Einwand eines H\u00f6rers, der meist Einspielungen aus dem Fachgebiet der sogenannten Klassik vor sich hat, und hier, in diesem atemberaubenden \u201amelting pot\u2019, ist ja \u201enur\u201c auch Klassik mit dabei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Fazit: von Anfang bis Ende ein sehr aufregendes, \u00fcberraschendes und vor allem k\u00fcnstlerisch anregendes Album!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0\u00a0 [Ulrich\u00a0 Hermann\u00a0 Juli 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OMAR RAHBANY: PASSPORT OUVERT\u00dcRE, UMBRELLA WOMAN, ZOOK: THE POWER STATION, PROGRAMMUSIK: BABEL, TANGO,\u00a0 UNTITLED, MOUWASHAHAT, ANARKIA,\u00a0 TRIP TO THE MOON Nein, mit Klaus Doldingers \u201ePassport\u201c-Jazz-Ensemble hat diese CD nicht mehr als den Namen gemeinsam. 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