{"id":1968,"date":"2017-11-03T19:33:06","date_gmt":"2017-11-03T18:33:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1968"},"modified":"2017-10-22T19:35:43","modified_gmt":"2017-10-22T17:35:43","slug":"virtuositaet-am-violoncello","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/11\/03\/virtuositaet-am-violoncello\/","title":{"rendered":"Virtuosit\u00e4t am Violoncello"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Naxos, 8.573737; EAN: 7 47313 37377 2<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0121.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1969\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-1969\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0121-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"332\" height=\"288\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0121-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0121-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0121.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Camille Saint-Sa\u00ebns\u2018 Werke f\u00fcr Cello und Orchester stehen auf dem Programm der neuen CD Gabriel Schwabes, diesmal zusammen mit dem Malm\u00f6 Symphony Orchestra unter Marc Soustrot. Neben den beiden Cellokonzerten Op. 33 und Op. 119 sind dies die Suite d-Moll Op. 16bis &#8211; die urspr\u00fcnglich f\u00fcr Klavier und Cello komponiert wurde, deren Scherzo allerdings gegen eine neukomponierte Gavotte und deren Finale gegen eine ebenfalls originale Tarantelle ausgetauscht wurden \u2013, die Romanze F-Dur Op. 36, das Allegro appassionato h-Moll Op. 43 und der Schwan (Le Cygne) aus dem Karneval der Tiere in der Bearbeitung von Paul Vidal.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn es etwas gibt, was man Camille Saint-Sa\u00ebns unter keinen Umst\u00e4nden vorwerfen kann, so w\u00e4re dies, nicht virtuos f\u00fcr seine Solisten schreiben zu k\u00f6nnen. Werke f\u00fcr kleine Besetzungen oder mit einem im Mittelpunkt stehenden Solisten gestalten sich durchweg als virtuose H\u00fcrdenl\u00e4ufe und Gelegenheiten technischer Zurschaustellung. F\u00fcr die ausf\u00fchrenden Musiker ist die Musik nicht immer dankbar, pr\u00e4gnante Themen und vertr\u00e4umte Lyrizit\u00e4t sind nicht unbedingt im Mittelpunkt der Kompositionen, doch ist es eine Art der olympionikische Verf\u00fchrung, die immer wieder dazu anreizt, Saint-Sa\u00ebns zu h\u00f6ren und zu spielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So gehen auch Saint-Sa\u00ebns\u2019 Werke f\u00fcr Violoncello und Orchester an den Rand des M\u00f6glichen und verlangen dem Solisten alles ab. F\u00fcr das Orchester besteht die Aufgabe entsprechend darin, dem Solisten Raum zur Entfaltung zu geben, auf ihn einzugehen und ihm einen schillernden Teppich aus Harmonie und Melodie zu bereiten. Dies wird hier allerdings nur m\u00e4\u00dfig umgesetzt, Marc Soustrot sieht seine Aufgabe eher als Taktgeber denn als musikalisch aktiver Widerpart zum Cellisten. Viele wichtige Stimmen gehen verloren, gerade im Zweiten Cellokonzert sind substanzielle Melodieelemente verdeckt, so dass Schwabes Stimme beinahe nackt erscheint. In der S\u00e9r\u00e9nade aus der d-Moll-Suite br\u00f6ckelt pl\u00f6tzlich der durchgehende 3\/8-Rhythmus, der den Satz zusammenh\u00e4lt: Unmittelbar gehen die so wichtigen Streicher unter, die Partitur bietet jedoch keinen Grund daf\u00fcr. Allgemein ist der Klang stumpf und wenig plastisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klar und brillant ist die Stimme von Gabriel Schwabe, der die Musik von Saint-Sa\u00ebns distanziert, aber nicht unemotional in Szene setzt. Der junge Cellist kommt spielend mit jeder H\u00f6chstleistungsforderung zurecht, die ihm der Komponist in den Weg legt. Er versucht weitestgehend auch, auf das Orchester zu h\u00f6ren. Im ersten Konzert nimmt Schwabe sich zwar einige \u00fcberm\u00e4\u00dfige Rubato-Freiheiten und schl\u00e4gt ein etwas zu schnelles Grundtempo an, was zu verschwimmenden und unpr\u00e4zisen Triolen bei den Orchesterstreichern f\u00fchrt, doch legt sich dies in den anderen zu h\u00f6renden Kompositionen. Besonders reflektiert erklingen das Zweite Konzert sowie die langsamen S\u00e4tze aus der Suite, die innere Ruhe und Gesetztheit ausstrahlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, Oktober 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Naxos, 8.573737; EAN: 7 47313 37377 2 Camille Saint-Sa\u00ebns\u2018 Werke f\u00fcr Cello und Orchester stehen auf dem Programm der neuen CD Gabriel Schwabes, diesmal zusammen mit dem Malm\u00f6 Symphony Orchestra unter Marc Soustrot. 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