{"id":1971,"date":"2017-11-05T19:35:52","date_gmt":"2017-11-05T18:35:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=1971"},"modified":"2017-10-22T19:39:58","modified_gmt":"2017-10-22T17:39:58","slug":"was-die-welt-im-inneren-zusammenhaelt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/11\/05\/was-die-welt-im-inneren-zusammenhaelt\/","title":{"rendered":"Was die Welt im inneren zusammenh\u00e4lt"},"content":{"rendered":"<p>Chandos, CHSA 5209; EAN: 0 95115 52092 5<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0122.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1972\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone  wp-image-1972\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0122-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"309\" height=\"268\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0122-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0122-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/0122.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 309px) 100vw, 309px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Vladimir Ashkenazy dirigiert Orchesterwerke von Nimrod Borenstein. Das Violinkonzert mit der Solistin Irmina Trynkos steht neben dem gro\u00df angelegten &#8222;The Big Bang and Creation of the Universe&#8220; und dem vergleichsweise eher k\u00fcrzeren &#8222;If You Will It, It is No Dream&#8220;.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;The Three pieces featured on this CD differ in size and character, but my humble hope is that whilst you listen to them your first thought will be &#8218;Borenstein&#8216;, just as when you hear an unfamiliar piece by a composer you already know you think &#8218;Beethoven&#8216;, &#8218;Chopin&#8216;, or &#8218;Prokofiev&#8216; &#8211; because you recognise something unique to its creator. [&#8230;] When I started to write my Violin Concerto, I was determined to create a large-scale piece for the violin repertoire, to continue in the line of imposing, &#8218;big&#8216; concertos by Brahms, Sibelius, or Shoshakovich &#8211; a challange particularly dear to me as a violinist.&#8220;, schreibt der Komponist im Begleitwort zu vorliegender CD.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, lieber Herr Borenstein, wie Recht Sie doch haben und wie es mir nach nur wenigen Takten schon kam: Hier haben wir einen neuen Beethoven, einen Fortf\u00fchrer der jahrhundertealten Tradition westlicher Kunstmusik, der sich seinen Thron inmitten all der Giganten auch och selbst setzt. Wie unvergleichlich Ihr ureigener Ton, wie hinrei\u00dfend jeder melodische Einfall und wie famos doch Ihre Erfindungsgabe ist, die mir als H\u00f6rer sogleich alles in neuem Licht erstrahlen lie\u00df. Welch eine Entdeckung, die ab sofort ausschlie\u00dflich neben Mozart, Schubert, Sibelius und dergleichen geh\u00f6rt zu werden beanspruchen darf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, lieber Herr Borenstein, verzeihen Sie meinen Ausflug ins Ironische. Doch m\u00fcssen Sie selbst zugeben, dass es etwas anma\u00dfend erscheinen kann, sich selbst neben einigen der unbestritten gr\u00f6\u00dften Komponisten zu platzieren. Zumal alle von Ihnen angef\u00fchrten Komponisten Meister der Kontraste sind, die in jeder Miniatur und in jedem noch so langen Einzelsatz alle entgegenwirkenden Kr\u00e4fte in Beziehung halten und aus dieser Spannkraft heraus in die jeweiligen Extrema f\u00fchren k\u00f6nnen, um gro\u00dfe Zusammenh\u00e4nge zu erschaffen, w\u00e4hrend Sie selbst eingestehen, dass Ihnen das Schaffen solcher in einem einzigen Satzjenseits der Alternative, unterschiedliche S\u00e4tze aneinanderzureihen, schwerf\u00e4llt (&#8222;this length [of ten minutes] poses a specific challenge. In longer works like concertos or symphonies the composer has the advantage of being able to create contrasts by having a succession of movements of different speeds and atmosphere. Ten minutes is too short a time for such a luxury and a way of creating variety must be found.&#8220; Nimrod Borenstein zu &#8220; If You Will It, It is No Dream&#8220;).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keineswegs soll damit gesagt sein, dass die Musik des 1969 geborenen Nimrod Borenstein minderwertig sei, lediglich die \u00fcberhebliche Attit\u00fcde, die sich nicht zuletzt in seiner Themenwahl &#8211; The Big Bang and Creation of the Universe &#8211; \u00e4u\u00dfert, verfehlt ihre pr\u00e4tendierte Durchschlagskraft und bietet Angriffsfl\u00e4che f\u00fcr Spott. Tats\u00e4chlich gibt es Spurenelemente einer individuellen Note in den drei Kompositionen, wenngleich diese recht platt von bestimmten Klangeffekten wie dem exzessiven Gebrauch des Vibraphons herr\u00fchrt. Und dies alleine macht keinen gro\u00dfen Komponisten aus. Ansprechend sind die wiedererkennbaren thematischen Gebilde, die sich durch die Werke ziehen und diesen eine gewisse Anmutung von Struktur verleihen &#8211; wobei sie noch etwas zu willk\u00fcrlich verstreut erscheinen. Die Musik ist farbenfroh und angenehm anzuh\u00f6ren, jedoch nicht wirklich aufregend oder sonderlich spannungsgeladen. Ein \u00fcbergeordneter Spannungsbogen stellt sich noch nicht ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Musiker spielen allesamt hoch routiniert und mechanisch einwandfrei, geben sich keine Bl\u00f6\u00dfe, musizieren allerdings in entsprechender Weise uninspiriert und ohne bemerkenswerte Konzentration auf musikalische Aussage, sondern produzieren unter dem ber\u00fchmten Ashkenazy letztlich lediglich hochprofessionell-stumpfe Perfektion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, Oktober 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chandos, CHSA 5209; EAN: 0 95115 52092 5 Vladimir Ashkenazy dirigiert Orchesterwerke von Nimrod Borenstein. Das Violinkonzert mit der Solistin Irmina Trynkos steht neben dem gro\u00df angelegten &#8222;The Big Bang and Creation of the Universe&#8220; und dem vergleichsweise eher k\u00fcrzeren &#8222;If You Will It, It is No Dream&#8220;. &#8222;The Three pieces featured on this CD &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/11\/05\/was-die-welt-im-inneren-zusammenhaelt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Was die Welt im inneren zusammenh\u00e4lt<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[441,2247,2246,2248,2249],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1971"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1971"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1971\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5068,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1971\/revisions\/5068"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1971"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1971"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1971"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}