{"id":2006,"date":"2017-11-22T12:22:20","date_gmt":"2017-11-22T11:22:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2006"},"modified":"2017-11-21T21:06:22","modified_gmt":"2017-11-21T20:06:22","slug":"requiem-raritaet-trifft-requiem-promi","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/11\/22\/requiem-raritaet-trifft-requiem-promi\/","title":{"rendered":"Requiem-Rarit\u00e4t trifft Requiem-Promi"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Herbert Howells: Requiem (1936)<br \/>\nMaurice Durufl\u00e9: Requiem, Op. 9 (Fassung f\u00fcr Chor, Solisten, Orgel und Solo-Cello)<br \/>\nSaint Thomas Choir of Men &amp; Boys, Fifth Avenue, New York<br \/>\nLeitung: John Scott<br \/>\nMezzosopran: Kirsten Sollek, Bariton: Richard Lippold<br \/>\nOrgel: Frederick Teardo, Cello: Myron Lutzke<\/p>\n<p>Label: Resonus \/ Vertrieb: Naxos<br \/>\nEAN: 5060262791059 \/ Art.-Nr.: RES10200<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Grete0031.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2007\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-2007\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Grete0031-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"277\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Grete0031-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Grete0031-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Grete0031.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine ausgezeichnete CD ist beim f\u00fcr stabile Qualit\u00e4t bekannten britischen Label Resonus erschienen. Im Mittelpunkt des Interesses steht Maurice Durufl\u00e9s herrliches Requiem, das der Komponist, inspiriert von gegrorianischen Ges\u00e4ngen, uns als post-impressionistisches Meisterwerk der franz\u00f6sischen Sakralmusik \u00fcberliefert hat. Es wird auf diesem Album nicht nur in der im Vergleich zur \u00fcppigen Orchesterfassung eher selten geh\u00f6rten, intimeren Version f\u00fcr Chor, Solisten, Cello und Orgel dargeboten, sondern es wird \u2013 \u00dcberraschung! \u2013 ausnahmsweise einmal NICHT mit Faur\u00e9s ber\u00fchmtem Requiem gekoppelt, was ja auch einmal ganz erfrischend ist. Stattdessen (\u2026und da l\u00e4sst vermutlich die britische Provenienz des Labels dieser Aufnahme gr\u00fc\u00dfen\u2026) kommt man in den sehr seltenen Genuss des Requiems von Herbert Howells.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Howells war einer der produktivsten Komponisten geistlicher Musik im 20. Jahrhundert, ein enger Freund von Ralph Vaughan Williams. Die kreative Korrespondenz zwischen Vaughan Williams und Howells ist musikgeschichtlich durchaus bedeutend, denn beide regten sich gegenseitig immer wieder zur Komposition neuer Werke an, tauschten Ideen aus und kritisierten einander freundlich, wenn auch bestimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Leider ist das sehr interessante \u0152uvre Herbert Howells\u2018 hierzulande praktisch unbekannt. Und da man auch Durufl\u00e9s vergleichsweise ber\u00fchmtem Requiem doch immer noch ein paar mehr H\u00f6rer w\u00fcnschen m\u00f6chte, gerade auch in dieser wunderbaren Partitur-Version, die ein Solo-Cello im Pie Jesu (wie vom Komponisten vorgeschlagen) mit einbezieht (was in dieser Form meines Wissens noch nie auf CD zu h\u00f6ren war), ist dieses Album einfach eine sehr interessante Sache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der \u201eSaint Thomas Choir of Men &amp; Boys, Fifth Avenue, New York\u201c ist nicht nur ein Chor, der gute Chancen auf den Rekord f\u00fcr den weltl\u00e4ngsten Ensemblenamen im Chorsektor f\u00fcr sich reklamieren darf, sondern er erweist sich auch als ein professioneller Klangk\u00f6rper mit wunderbarer Ensembleklangkultur, die in der tontechnisch ausgezeichneten Aufnahme der Resonus-Toningenieure wirklich makellos eingefangen wurde. Zwar sind die hohen M\u00e4nnerstimmen technisch nicht immer ganz astrein, doch die ausgesprochen emotionale Hinwendung der S\u00e4nger zum Werk macht diese leichten Abstriche im technischen Bereich wieder wett.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es ist dies n\u00e4mlich eine Einspielung, die tats\u00e4chlich ber\u00fchrt. Es gibt in dieser Aufnahme so viele Momente, die einem im besten Sinne nahegehen und die ich so auch in Aufnahmen mit weitaus namhafterer Besetzung kaum einmal \u00fcberzeugender geh\u00f6rt habe. Mezzosopran-Solistin Kirsten Sollek besitzt genau die stimmliche Nat\u00fcrlichkeit und Zur\u00fcckhaltung, die zu Durufl\u00e9s Musik passt, w\u00e4hrend Bariton Richard Lippold wesentlich kraftvoller t\u00f6nt und mit auffallend opernhaftem, dominantem Vibrato manchmal eher wie ein Fremdk\u00f6rper in dieser ansonsten au\u00dfergew\u00f6hnlich stimmigen Interpretation erscheint.<br \/>\nEin Sonderlob verdient Organist Frederick Teardo, der auf der herrlich warm und \u201eholzig\u201c klingenden Orgel der New Yorker Saint Thomas Church ausgesprochen kantabel und rhythmisch stimmig phrasiert. Die musikalische Leitung von John Scott ist gleichfalls souver\u00e4n und behutsam. Er verordnet seinem Chor ein unwiderstehlich \u201esahniges\u201c Legato, an dem man sich\u00a0 nat\u00fcrlich auch leicht reiben kann. Das ist Geschmackssache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Howells-Requiem ist ein A-Cappella-St\u00fcck und geht mit zum Teil ziemlich fordernden Intervallspr\u00fcngen einher. Hier muss der Chor wirklich bis an seine Grenzen gehen, und das h\u00f6rt man leider manchmal auch, vor allem bei den hohen Knabenstimmen. Insgesamt wirkt der Vortrag beim Howells-Requiem auch in punkto Dynamik etwas komprimierter, sodass dieses selten geh\u00f6rte Requiem leider die etwas weniger \u00fcberzeugende H\u00e4lfte eines alles in allem aber sehr h\u00f6renswerten Albums darstellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Grete Catus, November 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herbert Howells: Requiem (1936) Maurice Durufl\u00e9: Requiem, Op. 9 (Fassung f\u00fcr Chor, Solisten, Orgel und Solo-Cello) Saint Thomas Choir of Men &amp; Boys, Fifth Avenue, New York Leitung: John Scott Mezzosopran: Kirsten Sollek, Bariton: Richard Lippold Orgel: Frederick Teardo, Cello: Myron Lutzke Label: Resonus \/ Vertrieb: Naxos EAN: 5060262791059 \/ Art.-Nr.: RES10200 Eine ausgezeichnete CD &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2017\/11\/22\/requiem-raritaet-trifft-requiem-promi\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Requiem-Rarit\u00e4t trifft Requiem-Promi<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[2273,2280,2270,2275,2277,2271,2279,2274,2278,2276,2272],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2006"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2006"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2006\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2009,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2006\/revisions\/2009"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2006"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2006"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2006"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}