{"id":2131,"date":"2018-01-27T20:32:51","date_gmt":"2018-01-27T19:32:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2131"},"modified":"2018-01-27T20:33:15","modified_gmt":"2018-01-27T19:33:15","slug":"leider-verzichtbar","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/01\/27\/leider-verzichtbar\/","title":{"rendered":"Leider verzichtbar"},"content":{"rendered":"<p>Zolt\u00e1n Kod\u00e1ly: T\u00e4nze aus Galanta, Konzert f\u00fcr Orchester, \u201ePfau\u201c-Variationen, T\u00e4nze aus Marrosz\u00e9k \/ Buffalo Philharmonic Orchestra \u2013 Joann Falletta<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Grete0037-1.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2132\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2132\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Grete0037-1-300x260.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"260\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Grete0037-1-300x260.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Grete0037-1-768x665.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Grete0037-1.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Label: Naxos; Katalog-Nr.: 8.573838 \/ EAN: 747313383870<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Man wei\u00df gar nicht so genau warum eigentlich, aber das Buffalo Philharmonic Orchestra hat sich in den letzten Jahren h\u00e4ufig gerade um gro\u00dfe sinfonische Werke des osteurop\u00e4ischen Repertoires verdient gemacht. Wir verdanken dem Orchester und seiner Leiterin JoAnn Falletta wirklich hervorragende Einspielungen von u.a. Reinhold Gli\u00e8res monumentaler dritter Sinfonie \u201eIl\u2018ya Muromets\u201c, von B\u00e9la Bart\u00f3ks Kossuth, von Vit\u011bzslav Novaks gro\u00dfartiger sinfonischer Dichtung \u201eIn der hohen Tatra\u201c und weiterer Werke, vor allem des tschechischen und ungarischen Repertoires.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die k\u00fcnstlerischen Erfolge, die das Orchester dabei erzielte, fielen durchaus wechselhaft aus. W\u00e4hrend man sich von Novak und Gli\u00e8re kaum bessere Aufnahmen vorstellen kann, als Falletta und ihr Orchester aus Buffalo vorgelegt haben, waren beim Bart\u00f3k, aber auch bei Einspielungen der Musik von Dohn\u00e1nyi eher Abstriche zu machen. Zu keiner Zeit kam das Buffalo PO in diesen F\u00e4llen an die einschl\u00e4gigen Referenzen der Vergangenheit heran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Leider muss dies auch von vorliegender CD mit fast allen bekannten Orchesterwerken von Zolt\u00e1n Kod\u00e1ly konstatiert werden, die nicht nur unter dem offensichtlichen Manko leidet, dass f\u00fcr die T\u00e4nze aus Gal\u00e1nta und den T\u00e4nzen aus Marossz\u00e9k eine Partiturversion ohne Cimbalom verwendet wurde. Dadurch geht ein wesentlicher klanglicher Bestandteil von Kod\u00e1lys Kompositionen verloren, der absolut pr\u00e4gend f\u00fcr die genannten St\u00fccke ist. Aber das findet man auch bei anderen Labels h\u00e4ufig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das gr\u00f6\u00dfere Problem der Aufnahme ist ihre emotionale Oberfl\u00e4chlichkeit. Die Musik wird vom technisch hervorragenden Orchester aus Buffalo zwar \u00e4u\u00dferst virtuos und auf Hochglanz poliert dargeboten, doch der emotionale Gehalt der St\u00fccke bleibt dabei fast v\u00f6llig auf der Strecke. Und das ist schon ein Unterschied z.B. zu den Interpretationen des ungarischen Staats-Symphonieorchesters unter Adam Fischer (Nimbus), die ich sehr empfehlen m\u00f6chte, oder selbst zu den ganz ausgezeichneten Einspielungen dieser St\u00fccke durch das Radio-Symphonieorchester aus Bratislava unter Leitung Adrian Leapers, die bei Naxos Anfang der 1990er-Jahre erschienen waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vorteil dieser neuen NAXOS-Aufnahme ist nat\u00fcrlich, dass man hier einmal eine moderne Einspielung von Kod\u00e1lys \u201eKonzert f\u00fcr Orchester\u201c in die H\u00e4nde bekommt, aber auch in diesem Punkt haben \u00e4ltere Aufnahmen einfach meilenweit die Nase vorn. So z.B. die DECCA-Einspielung der Philharmonia Hungarica unter Antal Dor\u00e1ti (obwohl deren \u00fcbersch\u00e4umender \u201eZigeuner-Pepp\u201c heute zugegebenerma\u00dfen vielleicht nicht mehr so ganz zeitgem\u00e4\u00df wirkt und au\u00dferdem klangliche Abstriche einkalkuliert werden m\u00fcssen). Aber auch Aufnahmen aus j\u00fcngerer Zeit (wie beispielsweise die gute 2014er Hungaroton-Aufnahme des \u201eKonzerts f\u00fcr Orchester\u201c durch das Miskolc Symphony Orchestra) sind emotional (wenn auch nicht technisch) der Einspielung aus Buffalo \u00fcberlegen. Da letztlich sogar die sonst vorz\u00fcgliche Klangtechnik von Naxos-Tonmeister Tim Handley bei diesem Album etwas schw\u00e4chelt, kann man diese CD-Neuheit leider als verzichtbar einstufen. Wenn, dann lohnt es sich h\u00f6chstens wegen der Neu-Aufnahme des \u201eKonzerts f\u00fcr Orchester\u201c, das ich selten virtuoser dargeboten geh\u00f6rt habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Grete Catus, Dezember 2017]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zolt\u00e1n Kod\u00e1ly: T\u00e4nze aus Galanta, Konzert f\u00fcr Orchester, \u201ePfau\u201c-Variationen, T\u00e4nze aus Marrosz\u00e9k \/ Buffalo Philharmonic Orchestra \u2013 Joann Falletta Label: Naxos; Katalog-Nr.: 8.573838 \/ EAN: 747313383870 Man wei\u00df gar nicht so genau warum eigentlich, aber das Buffalo Philharmonic Orchestra hat sich in den letzten Jahren h\u00e4ufig gerade um gro\u00dfe sinfonische Werke des osteurop\u00e4ischen Repertoires verdient &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/01\/27\/leider-verzichtbar\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Leider verzichtbar<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[2367,2366,200,2365],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2131"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2131"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2131\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2135,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2131\/revisions\/2135"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2131"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2131"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2131"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}