{"id":2295,"date":"2018-04-08T21:40:24","date_gmt":"2018-04-08T19:40:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2295"},"modified":"2018-06-03T23:24:04","modified_gmt":"2018-06-03T21:24:04","slug":"hebraeische-suiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/04\/08\/hebraeische-suiten\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4ische Suiten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Delos, DE 3498; EAN: 0 13491 34982 4<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Musik-Viola-Klavier-Paul-Neubauer\/dp\/B079B358L2\/ref=as_li_ss_il?s=music&amp;ie=UTF8&amp;qid=1528061000&amp;sr=1-1-fkmr0&amp;keywords=bloch+ernst+neubauer&amp;linkCode=li3&amp;tag=thenewlistene-21&amp;linkId=4e8ccbe1e8bf8c44e5c4e1de361cf17d\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;ASIN=B079B358L2&amp;Format=_SL250_&amp;ID=AsinImage&amp;MarketPlace=DE&amp;ServiceVersion=20070822&amp;WS=1&amp;tag=thenewlistene-21\" border=\"0\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" src=\"https:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=thenewlistene-21&amp;l=li3&amp;o=3&amp;a=B079B358L2\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Bratschenmusik von Ernest Bloch h\u00f6ren wir auf der neuen Ver\u00f6ffentlichung des Duos Paul Neubauer und Margo Garrett. Auf dem Programm stehen die Suite f\u00fcr Bratsche und Klavier (1919), die unvollendete Suite f\u00fcr Bratsche Solo (1958), die Suite H\u00e9bra\u00efque (1951) sowie Meditation and Processional (1951).<\/p>\n<p>Die fr\u00fche Karriere des aus der Schweiz stammenden j\u00fcdischen Komponisten Ernest Bloch weist gewisse Eigenwilligkeiten auf: Trotz au\u00dfergew\u00f6hnlicher Begabung im Violinspiel und Unterricht bei namhaften Musikern wie Eug\u00e8ne Ysa\u00ffe wollte Bloch einfach nicht der Durchbruch gelingen. Immer wieder erlebte er Misserfolge; durch einen solchen strandete er schlie\u00dflich mittellos in Amerika. Trotz unterschiedlichster Unterst\u00fctzungen stellte sich weiterhin kein Erfolg ein, und erst die Drei J\u00fcdischen Gedichte brachten ihm rasante Popularit\u00e4t, als sie von Dirigenten wie Leopold Stokowski und Karl Muck aufgef\u00fchrt wurden. Mit neuem Mut versehen, reiste er zur\u00fcck nach Europa, um seine Familie mit nach Amerika zu bringen, und schloss einen Vertrag mit dem New Yorker Verlag Schirmer ab. Zur\u00fcck in den USA, erhielt er eine Lehrstelle an der renommierten Mannes School of Music. Bis heute z\u00e4hlt Bloch in Amerika zu den f\u00fchrenden Komponisten, wird in Europa allerdings eher als Randerscheinung wahrgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn heute etwas mit Ernest Bloch verbunden wird, dann ist es das J\u00fcdische in der Musik. Tats\u00e4chlich ist dies auch zentrales Element seiner Musik und scheint in jedem Werk \u2013 selbst in den nicht explizit danach benannten \u2013 unverkennbar durch. Bloch genie\u00dft die ruhigeren Tempi in dunkel schwelgerisch br\u00fctendem Gestus, nimmt sich Zeit, seine k\u00fchnen Harmonien zu entfalten. Punktierte Rhythmen und 3-gegen-2-Konflikte verleihen der Musik eine pr\u00e4gnante W\u00fcrze. Im Klavier geh\u00f6ren wellenartige Bewegungen und eigenst\u00e4ndiger Kontrapunkt gegen\u00fcber dem reinen Melodieinstrument zu den wesentlichen Charakteristika.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paul Neubauer und Margo Garrett konzentrieren sich in erster Linie auf den atmosph\u00e4rischen Aspekt in Blochs Musik. Sie tauchen f\u00f6rmlich ein in die hebr\u00e4ischen Kl\u00e4nge und kosten sie voll aus, rei\u00dfen so auch den H\u00f6rer mit. Etwas verloren geht dar\u00fcber allerdings die strukturelle Feingliedrigkeit der Musik mittels dynamischer Finessen: Die subtilen Crescendi und Decrescendi werden unzureichend realisiert, extreme Dynamiken nivelliert. Auf diese Weise ergibt sich eine gewisse Gleichf\u00f6rmigkeit. Positiv hervorzuheben ist die Klarheit der Bratschenstimme, die nicht im Vibrato ertr\u00e4nkt wird, sondern sich feinh\u00f6rig auf die musikalischen Situationen einzustellen vermag. Garrett stimmt sich aufmerksam auf ihren Violapartner ein, \u00fcberrumpelt ihn nicht durch \u00fcbertriebene Lautst\u00e4rke und erweist sich doch als gleichwertiger Partner in den kontrapunktischen Verflechtungen.<\/p>\n<p><iframe style=\"width: 120px; height: 240px;\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?ServiceVersion=20070822&amp;OneJS=1&amp;Operation=GetAdHtml&amp;MarketPlace=DE&amp;source=ss&amp;ref=as_ss_li_til&amp;ad_type=product_link&amp;tracking_id=thenewlistene-21&amp;marketplace=amazon&amp;region=DE&amp;placement=B079B358L2&amp;asins=B079B358L2&amp;linkId=e7d261f19a46fac874d3f38ae837c83d&amp;show_border=true&amp;link_opens_in_new_window=true\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, M\u00e4rz 2018]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Delos, DE 3498; EAN: 0 13491 34982 4 Bratschenmusik von Ernest Bloch h\u00f6ren wir auf der neuen Ver\u00f6ffentlichung des Duos Paul Neubauer und Margo Garrett. Auf dem Programm stehen die Suite f\u00fcr Bratsche und Klavier (1919), die unvollendete Suite f\u00fcr Bratsche Solo (1958), die Suite H\u00e9bra\u00efque (1951) sowie Meditation and Processional (1951). 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