{"id":2322,"date":"2018-04-22T10:05:31","date_gmt":"2018-04-22T08:05:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2322"},"modified":"2018-06-03T23:17:58","modified_gmt":"2018-06-03T21:17:58","slug":"wort-und-ton","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/04\/22\/wort-und-ton\/","title":{"rendered":"Wort und Ton"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/tenebra-Das-lyrische-Wir-Vol\/dp\/3946596207\/ref=as_li_ss_il?s=music&amp;ie=UTF8&amp;qid=1528060596&amp;sr=8-1&amp;keywords=styrnol&amp;linkCode=li3&amp;tag=thenewlistene-21&amp;linkId=f5e22d071ee3046328391add43d51694\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;ASIN=3946596207&amp;Format=_SL250_&amp;ID=AsinImage&amp;MarketPlace=DE&amp;ServiceVersion=20070822&amp;WS=1&amp;tag=thenewlistene-21\" border=\"0\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" src=\"https:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=thenewlistene-21&amp;l=li3&amp;o=3&amp;a=3946596207\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Das lyrische Wir&#8220; sind die Br\u00fcder Pirmin und Maik Styrnol. W\u00e4hrend der eine Gedichte aus unterschiedlichen Epochen vortr\u00e4gt, komponiert der andere Musik dazu, wodurch die beiden die Gattung des Melodrams wiederbeleben. Gesprochen wird Lyrik von Marie Luise Kaschnitz, Christopher Schmall, Friedrich Nietzsche, Paul Celan, Matthias Claudius, Jens Peter Jacobsen, Rainer Maria Rilke, Pablo Neruda, Albert V\u00f6hringer und Hermann Hesse.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Melodram ist haupts\u00e4chlich eine Gattung des 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhunderts. Dahinter steht die Idee, Lyrik durch Musik zu illustrieren, zu kommentieren, eine atmosph\u00e4risch verst\u00e4rkende Ebene hinzuzuf\u00fcgen, ohne dass der Sprachduktus durch eine gesungene Vortragsweise ver\u00e4ndert wird. Die Gattung des Melodrams ist nicht gebunden an bestimmte Formkonzepte: w\u00e4hrend die schwedischsprachigen Beitr\u00e4ge von Sibelius meist Liedformat aufweisen, umfasst Schuberts &#8222;Die Zauberharfe&#8220; drei Akte und \u00fcber 300 Partiturseiten. Herausragende Melodramen schufen neben zahlreichen anderen Zden\u011bk Fibich, Robert Schumann (als Teil des dramatischen Gedichts Manfred), Edvard Grieg, Max Schillings und der junge Richard Strauss. Sibelius und Strauss wirkten allerdings beinahe antiquiert mit ihren Gattungsbeitr\u00e4gen, das Melodram war zu jener Zeit bereits gr\u00f6\u00dftenteils verschwunden. Einen Ausl\u00e4ufer der Gattung finden wir in Sch\u00f6nbergs \u00dcberlebendem aus Warschau, in welchem die Stimme immer wieder zwischen Sprechen und Singen changiert. Neuere Formen gibt es beispielsweise bei Lachenmann, wobei er den Text so sehr verzerrt, dass er nicht mehr verst\u00e4ndlich bzw. als solcher erkennbar ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun beleben die Gebr\u00fcder Styrnol die Gattung wieder, zehn Gedichtsvertonungen vom 18. bis zum 21. Jahrhundert f\u00fcllen ihr Debutalbum <em>tenebra<\/em>. Maik Styrnol macht sich als Komponist die Mittel der Filmmusik zu Nutze, um fl\u00e4chige und stimmungsvolle Untermalungen f\u00fcr die Gedichte zu schaffen. Dabei begn\u00fcgt sich die Musik nicht mit reiner Kommentarfunktion, sondern steht als eigenst\u00e4ndiges Kunstwerk gleichauf. Die Instrumente werden durch Stimmen und elektronische Kl\u00e4nge erg\u00e4nzt, wodurch ein breites Spektrum an Ausdrucksm\u00f6glichkeiten offensteht und Einsatz findet. Pirmin Styrnol tr\u00e4gt w\u00e4hrenddessen die Texte vor, gibt jedem Gedicht eine eigene Stimmf\u00e4rbung, hebt manche Verse durch Ver\u00e4nderung seiner Stimmlage und Klangfarbe hervor und durchlebt mit seinem Sprachgestus die jeweiligen Situationen. So entsteht ein erz\u00e4hlerischer Spannungsbogen, der sich mit der musikalischen Untermalung vereint. Wort und Ton fusionieren zu einem Gesamtkunstwerk.<\/p>\n<p><iframe style=\"width: 120px; height: 240px;\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?ServiceVersion=20070822&amp;OneJS=1&amp;Operation=GetAdHtml&amp;MarketPlace=DE&amp;source=ss&amp;ref=as_ss_li_til&amp;ad_type=product_link&amp;tracking_id=thenewlistene-21&amp;marketplace=amazon&amp;region=DE&amp;placement=3946596207&amp;asins=3946596207&amp;linkId=b2c3a0d835840bf4a1a619db36e4c97b&amp;show_border=true&amp;link_opens_in_new_window=true\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, M\u00e4rz 2018]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Das lyrische Wir&#8220; sind die Br\u00fcder Pirmin und Maik Styrnol. W\u00e4hrend der eine Gedichte aus unterschiedlichen Epochen vortr\u00e4gt, komponiert der andere Musik dazu, wodurch die beiden die Gattung des Melodrams wiederbeleben. 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