{"id":2334,"date":"2018-04-26T15:38:31","date_gmt":"2018-04-26T13:38:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2334"},"modified":"2018-04-25T15:57:47","modified_gmt":"2018-04-25T13:57:47","slug":"fruehlingskonzert-des-jugendorchesters-der-bayerischen-philharmonie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/04\/26\/fruehlingskonzert-des-jugendorchesters-der-bayerischen-philharmonie\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchlingskonzert des Jugendorchesters der Bayerischen Philharmonie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>22. April 2018 im Carl-Orff-Saal im Gasteig<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>David Fr\u00fchwirth, Violine; Henri Bonamy, Pianist und Leitung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An einem sch\u00f6nen Sonntag-Nachmittag begann das Konzert des M\u00fcnchner Jugendorchesters im Carl-Orff-Saal der M\u00fcnchner Philharmonie mit Mozarts Ouvert\u00fcre zu \u201eLa Clemenza di Tito\u201c KV 621, sehr energisch dirigiert von Henri Bonamy, der das Orchester der Bayerischen Philharmonie seit 2011 leitet. Beim n\u00e4chsten St\u00fcck, dem dritten Klavierkonzert in c-moll op. 37 von Ludwig van Beethoven, setzte sich der Dirigent selber an den Fl\u00fcgel und war eben in Personalunion Solist und Dirigent. Das ist zwar heute nicht mehr au\u00dfergew\u00f6hnlich, ist aber noch immer eine ganz besondere Herausforderung f\u00fcr Pianist und Orchester. Diese Herausforderung gelang in hohem Ma\u00df, die Auff\u00fchrung gl\u00e4nzte durch spontanes Zusammenwirken und alle Beteiligten spielten mit gr\u00f6\u00dfter Intensit\u00e4t und Aufmerksamkeit, und lie\u00dfen so wieder einmal erleben, welch eine Musik aus Beethovens Komposition str\u00f6mt und wie sie uns unwiderstehlich mitnimmt. Das Largo des zweiten Satzes gelang vorz\u00fcglich, auch dem Rondo des letzten Satzes fehlte es weder an rhythmischer Pr\u00e4zision noch an melodischer Eindringlichkeit. Hochverdienter Beifall f\u00fcr Henri Bonamy und das Jugendorchester der Bayerischen Philharmonie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Pause dann die eigentliche \u00dcberraschung: Intendant Mark Mast sagte an, dass es sich beim Komponisten Schubert eben nicht um den ber\u00fchmten Franz handle, sondern um einen der tragisch verschollenen Komponisten des 20. Jahrhunderts: Heinz Schubert, geboren 1905 in Dessau, gefallen in den letzten Kriegstagen 1945 im Oderbruch. Sein Werk harrt bis heute der Wiederentdeckung. So war die Begegnung mit seiner\u00a0 Komposition \u201eConcertante Suite f\u00fcr Violine und Kammerorchester\u201c von 1931\/32 eine grandiose Erfahrung. Der Solist David Fr\u00fchwirth \u2013 bei den anderen St\u00fccken der Konzertmeister des Orchesters \u2013 begann mit zupackender Intensit\u00e4t, die durchaus vertrackten Herausforderungen dieses viers\u00e4tzigen Werkes nicht nur zu bew\u00e4ltigen, sondern sie in all ihrer kompositorischen Gr\u00f6\u00dfe darzustellen. Wunderbar begleitet vom Kammerorchester war vor allem der dritte Satz, eine Aria, eine wahre Offenbarung. Daran hatten auch die drei Holzbl\u00e4ser ihren Anteil. Vom beginnenden Rezitativ bis zur finalen Gigue gelang ein \u00fcberzeugender Blick auf ein Werk der einstigen Moderne, das polyphon meisterlich gearbeitet, harmonisch komplex und durchgehend inspiriert ist. Es macht Lust auf mehr Musik des leider so tragisch fr\u00fch Verstorbenen, von dem es auf Tontr\u00e4ger gar nichts gibt. Bravour\u00f6s die Leistung vom Geiger David Fr\u00fchwirth, der sich in dem heikel virtuosen Werk als Solist von Weltrang pr\u00e4sentierte, aber auch vom an die Grenzen geforderten Orchester. Bravos und gro\u00dfer Applaus!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Abschluss Joseph Haydns Londoner Symphonie Nr. 99, die in allen vier S\u00e4tzen ansprechend gelang. Mit Verve und gro\u00dfer Begeisterung zeigte das Orchester, dass es im vergangenen Jahr nicht ohne Grund zu einem gro\u00dfen Festival in Italien eingeladen wurde. Das t\u00e4nzerische Menuetto. Moderato \u00fcberzeugte genau wie die anderen S\u00e4tze, dass der \u201ealte\u201c Haydn nun wirklich einer der un\u00fcbertrefflichen Gro\u00dfmeister war und ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schluss-Applaus auch f\u00fcr die einzelnen Orchestergruppen, die allesamt auf beachtlichem Niveau uns diesen Sonntag-Nachmittag im Carl-Orff-Saal zum reichen Geschenk machten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Ulrich Hermann, April 2018]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>22. 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