{"id":2336,"date":"2018-05-02T15:44:11","date_gmt":"2018-05-02T13:44:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2336"},"modified":"2018-06-03T23:10:04","modified_gmt":"2018-06-03T21:10:04","slug":"romantisch-virtuos-fantasievoll-aleksey-semenenko-ueber-sein-neues-cd-projekt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/05\/02\/romantisch-virtuos-fantasievoll-aleksey-semenenko-ueber-sein-neues-cd-projekt\/","title":{"rendered":"Romantisch, virtuos, fantasievoll: Aleksey Semenenko \u00fcber sein neues CD-Projekt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Taste-Best-Werke-Violine-Klavier\/dp\/B077ZCVZ3R\/ref=as_li_ss_il?_encoding=UTF8&amp;qid=1528060160&amp;sr=8-2&amp;linkCode=li2&amp;tag=thenewlistene-21&amp;linkId=76299e5b523ff3adde34007e3238c3d4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;ASIN=B077ZCVZ3R&amp;Format=_SL160_&amp;ID=AsinImage&amp;MarketPlace=DE&amp;ServiceVersion=20070822&amp;WS=1&amp;tag=thenewlistene-21\" border=\"0\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" src=\"https:\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=thenewlistene-21&amp;l=li2&amp;o=3&amp;a=B077ZCVZ3R\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Von Franz Schubert kennt man die introvertierten Seelengem\u00e4lde. Aber wer wei\u00df schon, dass der Wiener auch als Virtuosen-Komponist brillierte \u2013 etwa, als er im Jahr 1826 dem Geiger Josef Slavik seine gro\u00dfe Fantasie C-Dur auf den Leib komponierte. Slavik wurde nicht umsonst \u201eder b\u00f6hmische Paganini\u201c genannt. Heute stellt der in Odessa geborene Geiger Aleksey Semenenko dieses herausfordernde wie tiefgr\u00fcndige Werk ins Zentrum seiner j\u00fcngsten CD-Produktion. Komplettiert wird das Programm mit einer Hommage an Mario Castelnuevo-Tedesco, ebenso gibt es eine erstaunliche Rossini-Bearbeitung von Paganini, eine tief pers\u00f6nliche Grieg-Sonate und sowie Tschaikowskis S\u00e9r\u00e9nade M\u00e9lancholique als Hommage an die eigene Heimat und jener seiner Partnerin Inna Firsova. Am 5. Mai stellt das Duo dieses aktuelle Programm bei einem Konzert im M\u00fcnchner Gasteig vor!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Und auch sonst ist Aleksey Semenenko zurzeit vielbesch\u00e4ftigt. Aktuell hat die amerikanische Musikwelt den\u00a0 jungen Ausnahmegeiger entdeckt. Was alles auf dem vollen Terminplan steht und worauf er bei der j\u00fcngsten CD-Produktion Wert gelegt hat, erl\u00e4uterte Semenenko im Gespr\u00e4ch \u2013 sozusagen auf gepackten Koffern, bevor es am n\u00e4chsten Morgen wieder an die amerikanische Westk\u00fcste ging!\u00a0 <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Das Interview f\u00fchrte Stefan Pieper<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Herr Semenenko, wohin geht die Reise morgen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich fliege ganz weit an die Westk\u00fcste, und zwar nach Spokane im Staat Washington D.C. Dort spiele ich Lalos Konzert mit einem Orchester unter Leitung von Zakhar Bron. Danach geht es sofort nach Interlaken, wo ich \u2013 ebenfalls unter Zakhar Brons Leitung \u2013 Wieniewskis Konzert spiele.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zakhar Bron ist ja einer der profiliertesten Violinp\u00e4dagogen und auch Ihr Lehrer an der K\u00f6lner Musikhochschule gewesen. Was hat Ihnen Zakhar Bron, bei dem Sie Ihr Konzertexamen absolviert haben, vor allem vermittelt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann hier gar keinen bestimmten Aspekt heraus stellen. Ich habe bei ihm alles gelernt, was man geigerisch lernen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie haben sich Ihre Kontakte zu Amerika entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gab einige Wettbewerbe, die hier meinen Weg geebnet haben \u2013 von besonderer Bedeutung war der Wettbewerb \u201eYoung Concert Artists\u201c in New York im Jahr 2012.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie sind in den vergangenen Jahr zum \u201eNew Generation Artist\u201c der BBC gew\u00e4hlt worden. Worum ging es bei diesem Wettbewerb?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem dieser Wettbewerb verschaffte mir neue Kontakte und erweiterte meine M\u00f6glichkeiten, mit verschiedenen Orchestern Aufnahmen zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche neuen Erfahrungen machen Sie zurzeit im amerikanischen Konzertleben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Publikum ist anders und auch die Haltung zur Musik. Alles wirkt nicht so streng wie in Europa. Vor allem geht es wesentlich lockerer zu als etwa in Russland oder der Ukraine. Das amerikanische Publikum ist extrovertierter und lebendiger. Die Leute zeigen viel mehr, was sie empfinden. Das ist eine sehr angenehme Erfahrung. Und auch die Haltung zur Musik ist sehr emotional und direkt. Diese Form von unmittelbarem Erleben sorgt daf\u00fcr, dass der Konkurrenzgedanke nicht so hoch gehalten wird. Das ist zumindest meine Wahrnehmung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zugleich arbeiten Sie zusammen mit Ihrer Partnerin Inna Firsova sehr konzentriert an neuen CD-Projekten. Nachdem erst in letztem Jahr eine vielbeachtete Aufnahme mit franz\u00f6sischem Repertoire das Licht der Welt erblickte, setzen Sie jetzt schon wieder mit einer neuen Ver\u00f6ffentlichung einen ganz anderen Akzent. Warum haben Sie und Inna Firsova gerade diese Werke ausgew\u00e4hlt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das war f\u00fcr uns wie eine logische Fortsetzung. Nachdem die letzte Aufnahme ganz im Zeichen Frankreichs stand, wollte ich mich jetzt einem Repertoire aus anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern widmen. Das Spektrum soll ja ausgewogen bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Edvard Griegs Sonate f\u00fcr Violine hat eine besondere Bedeutung f\u00fcr mich, da ich dieses St\u00fcck schon in meiner Jugend spielen und lieben gelernt habe. Diese Sonate war gewisserma\u00dfen mein Einzug in die Kammermusik. Die Aufnahme dieses St\u00fcckes war jetzt wie eine Wiederentdeckung f\u00fcr mich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pjotr Tschaikowskis \u201eS\u00e9renade M\u00e9lancholique\u201c soll einen typisch russischen Farbakzent setzen, der f\u00fcr die kulturellen Wurzeln von mir und vor allem auch von Inna steht. Aber vor allem ist es mir wichtig, dem H\u00f6rer neue musikalische Entdeckungen in die Hand zu geben. Mario Castelnuevo Tedescos \u201eFigaro\u201c-Paraphrase ist ein solches St\u00fcck, was viele H\u00f6rer \u00fcberraschen mag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Gegen\u00fcberstellung von Paganinis Variationenst\u00fcck \u201eI Palpiti\u201c mit Schuberts Fantasie C-Dur r\u00fcckt den Komponisten Franz Schubert in ein ganz neues Licht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schuberts Fantasie stellt f\u00fcr uns den Kern dieses CD-Projektes dar \u2013 alles andere hat sich drum herum entwickelt. \u00dcberhaupt ist Schuberts Fantasie C-Dur eine faszinierende Musik. Unser Anliegen war es hier, den gro\u00dfen sinfonischen Bogen heraus zu arbeiten. Zugleich bietet diese Fantasie extreme spieltechnische Herausforderungen f\u00fcr die Violine. Man muss die lyrischen Tiefen ausloten. Es wird sehr viel mit der Wirkung verschiedener Tonarten gearbeitet. Der letzte Teil dieser Fantasie erinnert dar\u00fcber hinaus an Franz Schuberts gro\u00dfe Sinfonie C-Dur. Diese wiederum greift Elemente aus Beethovens Neunter Sinfonie auf. Mich erstaunt immer wieder, wie alles das zusammen h\u00e4ngt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie empfinden Sie die Zusammenarbeit mit dem Label ARS Produktion?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Speziell diese aktuelle Aufnahme hat ihre ganz besondere Vorgeschichte. Nach meinem Konzertexamen befinde ich mich aktuell an der Hochschule f\u00fcr Musik und Tanz in K\u00f6ln in einem Kammermusikstudium bei Prof. Harald Schoneweg. Hier wurde im letzten Jahr ein Wettbewerb ausgetragen, den ich zusammen mit Inna schlie\u00dflich gewonnen habe. Der erste Preis war eine professionelle Studioaufnahme, die eben jetzt mit dieser CD vorliegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Klangqualit\u00e4t dieser Aufnahme sorgt daf\u00fcr, dass man sich st\u00e4ndig f\u00fcr jedes Detail begeistern kann &#8211; alles steht wunderbar pr\u00e4sent im Raum, man kann die Spielfreude so unmittelbar erleben wie in einem guten Live-Konzert. Was war Ihnen bei der Aufnahme besonders wichtig?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau darum ging es ja auch. Ich bevorzuge bei Aufnahmen, in einem gro\u00dfen Bogen durchzuspielen &#8211; damit man in einen \u00e4hnlichen Flow hinein ger\u00e4t wie auf der Konzertb\u00fchne. Nat\u00fcrlich bleibt es immer eine andere Situation, als wenn da ein Publikum sitzt, dessen Energien man unweigerlich aufnimmt. Aber wir versuchen, uns die Energie eines Konzertes zumindest vorzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Haben Sie auch selber Einfluss genommen, etwa auf die Abmischung?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja durchaus. Ich hatte schon eine bestimmte Vorstellung, wie es klingen sollte. Ich mag es nicht, wenn der Klang zu trocken ist. Ich habe auch zwischendurch mal den Wunsch gehabt, dass es in den hohen Lagen etwas runder wird, damit es nicht so schneidend obenrum klingt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bei Ihren vielen Gastspielen und Projekten ist es doch sicher auch schwierig, die k\u00fcnstlerische Zusammenarbeit mit Ihrer Partnerin Inna Firsova zu organisieren. Kommen Sie \u00fcberhaupt noch genug zum gemeinsamen Musizieren oder w\u00fcnschen Sie sich mehr Zeit daf\u00fcr?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daf\u00fcr haben wir beide auf jeden Fall noch genug Raum, auch wenn Inna in Essen an der Folkwang-Hochschule studiert und ich in K\u00f6ln bin. Wir geben ja auch viele gemeinsame Konzerte, das ist f\u00fcr uns beide ja auch ein tiefes Bed\u00fcrfnis. Am 5. Mai spielen wir ein Konzert in M\u00fcnchen im Gasteig, auf dem Programm stehen Werke von Mozart, Debussy, Isaye, Wieniawskiy und ein modernes St\u00fcck des litauischen Komponisten Vykintas Baltakas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Freuen Sie sich schon auf M\u00fcnchen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind noch nie zuvor in M\u00fcnchen aufgetreten. Deswegen sind wir sehr gespannt auf diese Stadt. Aber bis dahin ist noch eine Weile Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>CD<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aleksey Semenenko &amp; Inna Firsova<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eRomantic, Brilliant, Imaginative\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werke von Edvard Grieg, Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Maria Catelnuevo-Tedesco, Niccolo Paganini, Franz Schubert<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>ARS Produktion 2018<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Konzert-Tipp:<\/strong><\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">5. Mai 2018: M\u00fcnchen, Gasteig,Kleiner Saal<\/h6>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">\u201eWinners &amp; Masters\u201c<br \/>\nAleksey Semenenko, Violine &amp; Inna Firsova, Klavier<\/h6>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">20:00 Uhr Kleiner Konzertsaal<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Franz Schubert kennt man die introvertierten Seelengem\u00e4lde. Aber wer wei\u00df schon, dass der Wiener auch als Virtuosen-Komponist brillierte \u2013 etwa, als er im Jahr 1826 dem Geiger Josef Slavik seine gro\u00dfe Fantasie C-Dur auf den Leib komponierte. Slavik wurde nicht umsonst \u201eder b\u00f6hmische Paganini\u201c genannt. 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