{"id":2391,"date":"2018-05-16T19:38:19","date_gmt":"2018-05-16T17:38:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2391"},"modified":"2026-02-13T22:06:39","modified_gmt":"2026-02-13T21:06:39","slug":"saint-saens-in-perfektion","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/05\/16\/saint-saens-in-perfektion\/","title":{"rendered":"Saint-Sa\u00ebns in Perfektion"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Naxos, LC 05537; EAN: 747313347872<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Camille Saint-Sa\u00ebns: Piano Concertos 4 &amp; 5 (Egyptian); Romain Descharmes (Klavier), Malm\u00f6 Symphony Orchestra, Marc Soustrot<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/91hR1zCvtFL._SL1500_.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7461\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/91hR1zCvtFL._SL1500_-300x297.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"297\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/91hR1zCvtFL._SL1500_-300x297.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/91hR1zCvtFL._SL1500_-1024x1015.jpg 1024w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/91hR1zCvtFL._SL1500_-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/91hR1zCvtFL._SL1500_-768x761.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/91hR1zCvtFL._SL1500_.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/offer-listing\/B07B12HNHB\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B07B12HNHB&amp;linkCode=am2&amp;tag=thenewlistene-21&amp;linkId=b5aaf95a75075703b07f52cc00d2b349\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=B07B12HNHB&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=thenewlistene-21\" alt=\"\" border=\"0\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" style=\"border: none !important;margin: 0px !important\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=thenewlistene-21&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=B07B12HNHB\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>Wie nach den ersten beiden CDs nicht anders zu erwarten, wird auch die dritte CD der neuen Naxos-Gesamtaufnahme s\u00e4mtlicher Werke f\u00fcr Klavier &amp; Orchester von Camille Saint-Sa\u00ebns h\u00f6chsten Anspr\u00fcchen gerecht. Diesmal erklingen mit Romain Descharmes und dem Malm\u00f6 Symphonieorchester unter Marc Soustrot die Klavierkonzerte Nr. 4 &amp; 5.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr meinen Geschmack stellen die beiden letzten Klavierkonzerte von <em>Camille Saint-Sa\u00ebns<\/em> gleichzeitig auch den H\u00f6hepunkt seines Schaffens f\u00fcr diese Gattung dar. Das vierte in c-Moll (1875) \u00fcbertrifft die anderen Konzerte an Tiefgang und formaler Raffinesse recht deutlich. So wird in diesem zweis\u00e4tzigen Werk, das einige Konzepte der ber\u00fchmten <em>Orgelsymphonie<\/em> (Symphonie Nr. 3) vorwegnimmt, etwa das schwer lastende Hauptthema des Beginns sp\u00e4ter als Scherzo paraphrasiert. Vielleicht wegen des \u00e4u\u00dferlich weniger auftrumpfenden Klavierparts, der streckenweise nur begleitende oder kommentierende Funktion hat, aber dennoch allerh\u00f6chste technische Anforderungen stellt, h\u00f6rt man das Werk \u00f6ffentlich viel zu selten. Dem f\u00fcnften Konzert (1896) hingegen \u2013 da in Luxor komponiert, auch das \u201e<em>\u00c4gyptische\u201c <\/em>genannt \u2013 ist stets ein Publikumserfolg garantiert, vor allem wegen des ungew\u00f6hnlich farbigen, stimmungsvollen zweiten Satzes, der keineswegs nur Ankl\u00e4nge an arabische, sondern auch an javanische (Gamelan) oder s\u00fcdosteurop\u00e4ische Musik (Nachahmung des Cymbaloms durch das Klavier) enth\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch hier zeigt der Vergleich mit meiner bisherigen Referenzaufnahme \u2013 <em>Jean-Philippe Collard<\/em> unter <em>Andr\u00e9 Previn<\/em> (EMI 1988) \u2013 die au\u00dferordentliche Qualit\u00e4t der Neueinspielung. Beim f\u00fcnften Konzert folgen beide Darbietungen demselben Konzept; erstaunlich, dass sich s\u00e4mtliche Tempi bis auf den Metronomstrich \u00e4hneln. <em>Romain Descharmes\u2018 <\/em>famose Anschlagskultur steht auf dem gleichen Niveau wie Collard, sowohl bei den hochvirtuosen wie auch den lyrischen Passagen: Man h\u00f6re nur die Delikatesse der beiden Stellen im 2. Satz, in denen Saint-Sa\u00ebns durch Quintmixturen einen v\u00f6llig denaturierten Klavierklang generiert. Es sind wirklich nur unbedeutende Details, die mal dem einen, mal dem anderen Pianisten besser geraten. Wie schon bei den vorherigen CDs \u00fcberzeugt aber das Orchester aus Malm\u00f6 durch mehr Farbigkeit und Feinschliff, vor allem auch hinsichtlich der Dynamik. Hier hat <em>Marc Soustrot <\/em>offensichtlich erfolgreicher geprobt. Dazu kommt noch, dass die EMI-Aufnahme gerade beim \u201a\u00e4gyptischen\u2018 Konzert zu viel Hall hat; die Naxos-Toningenieure erreichen hier eine deutlich bessere Transparenz, auch einen profunderen Bass, der aber nie aufdringlich wirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das vierte Konzert gelingt Collard eine Spur eloquenter. Er nimmt den Klavierpart im ersten Satz nicht so stark zur\u00fcck wie Descharmes, vermag trotz der starken Integration ins Orchester eine klare Entwicklung aufzuzeigen. Die arpeggierte Choralstelle gegen Ende begreift er nicht nur vom Bass her, sondern arbeitet auch die Bedeutung der Oberstimme heraus. Der komplexere zweite Satz unterscheidet sich wiederum allenfalls in Nuancen. Auch hier wird die den letzten Abschnitt des Konzertes bildende liedhafte Melodie von Descharmes und Soustrot bereits verhaltener begonnen, die Steigerung zur Schlussapotheose ger\u00e4t weniger affirmativ, daf\u00fcr vollkommen nat\u00fcrlich und unaufgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Summa summarum pr\u00e4sentiert Naxos mit den drei CDs dieser Serie eine neue Referenzaufnahme mit wirklich perfekten Interpretationen. Die in den letzten Jahren etwas vernachl\u00e4ssigten Konzerte des heute eher als konservativ abgetanen Franzosen werden so entgegen g\u00e4ngiger Vorurteile als deutlich innovativer dargestellt \u2013 manches weist ja etwa schon auf Rachmaninoff \u2013 und ihre hohe musikalische Qualit\u00e4t pr\u00e4zise umgesetzt. Nicht nur f\u00fcr Saint-Sa\u00ebns-Neulinge ein Muss!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>[Martin Blaumeiser, Mai 2018]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Naxos, LC 05537; EAN: 747313347872 Camille Saint-Sa\u00ebns: Piano Concertos 4 &amp; 5 (Egyptian); Romain Descharmes (Klavier), Malm\u00f6 Symphony Orchestra, Marc Soustrot Wie nach den ersten beiden CDs nicht anders zu erwarten, wird auch die dritte CD der neuen Naxos-Gesamtaufnahme s\u00e4mtlicher Werke f\u00fcr Klavier &amp; Orchester von Camille Saint-Sa\u00ebns h\u00f6chsten Anspr\u00fcchen gerecht. 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