{"id":2404,"date":"2018-05-20T14:12:12","date_gmt":"2018-05-20T12:12:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2404"},"modified":"2018-05-20T14:19:42","modified_gmt":"2018-05-20T12:19:42","slug":"the-grand-duo-so-jin-kim-und-david-fung-legen-mit-ihrer-debut-cd-ein-ueberzeugendes-reifezeugnis-ab","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/05\/20\/the-grand-duo-so-jin-kim-und-david-fung-legen-mit-ihrer-debut-cd-ein-ueberzeugendes-reifezeugnis-ab\/","title":{"rendered":"The Grand Duo: So Jin Kim und David Fung legen mit ihrer Debut-CD ein \u00fcberzeugendes Reifezeugnis ab"},"content":{"rendered":"<p><strong>The Grand Duo &#8211; Violinsonaten<\/strong><br \/>\nGenuin Classic, GEN 18491; EAN: 4 260036 253914<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/offer-listing\/B077MNLL7V\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B077MNLL7V&amp;linkCode=am2&amp;tag=thenewlistene-21&amp;linkId=ff0ad1581a1c0324e4d5ff7ef64c462b\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=B077MNLL7V&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=thenewlistene-21\" border=\"0\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=thenewlistene-21&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=B077MNLL7V\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p>Recorded at Mendelssohn-Saal, Gewandhaus, Leipzig, Germany January 2\u20134, 2017 Recording Producer\/Tonmeister: Holger Busse<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Geigerin So Jin Kim und der Pianist David Fung haben bei ihrem CD-Debut auf die eigene innere Stimme geh\u00f6rt, was auf ein tief ehrliches k\u00fcnstlerisches Statement hinaus lief. So Jin Kim, eine in den USA aufgewachsene geb\u00fcrtige Koreanerin und David Fung, ihr ebenfalls aus Korea stammender Partner am Klavier nahmen eine durch und durch lebensbejahende Sonate von Richard Strauss zum Ausgangspunkt eines k\u00fcnstlerischen Projekts. So Jin Kims pers\u00f6nliche Bekanntschaft mit dem israelischen Komponisten Avnar Dorman machte einen zeitgen\u00f6ssischen Gegenpol f\u00fcr die Debut-CD geradezu zwingend. Zum Finale dieses Programms soll Musik dort weiter machen, wo die Worte definitiv am Ende sind \u2013 in Franz Schuberts Sonate A-Dur D 575.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bewusst haben sich die beiden jahrelang Zeit gelassen mit dieser ersten Ver\u00f6ffentlichung und das ist gut so. In Zeiten eines \u00fcberfluteten Tontr\u00e4ger-Marktes sollte so ein Unterfangen im besten Sinne \u201ef\u00fcr die Ewigkeit\u201c geplant sein, wie es So Jin Kim im Gespr\u00e4ch betont.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesem Anspruch werden die beiden hochmotivierten Interpreten auf jeden Fall gerecht: Da trumpft die Sonate opus 18 von Richard Strauss mit ungest\u00fcmer Lebendigkeit auf, gehen ber\u00fchrend intime Momente mit Ausbr\u00fcchen voller \u00dcberschwang einher &#8211; nicht nur wenn es mit einem t\u00e4nzerischen Finale schlie\u00dflich in die Zielgerade geht. Was gibt es nicht in diesen \u201ealten\u201c Formen noch zu sagen, wenn man sie, als Komponist der ausgehenden Sp\u00e4tromantik, aber auch im Heute als hellwacher Interpret, so meisterhaft beherrscht!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So Jin Kim und David Fungs Klangwelt ist frei von Effekthascherei. Das traumwandlerische K\u00f6nnen steht in jedem Moment im Dienst der h\u00f6heren Sache. So Jin Kims Ton bl\u00fcht intensiv auf und ist grenzenlos wandlungsf\u00e4hig. Mal ist er mit erregendem Vibrato aufgeladen und lotet glasklar die tiefsten Ausdrucksdimensionen der Musik aus. David Fung liefert bei all dem in jedem Moment das zuverl\u00e4ssige R\u00fcckgrat und bietet, wenn angezeigt, zupackend Paroli.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man k\u00f6nnte denken, dass diese beiden Interpreten mit der ber\u00fchmten \u201eSandwich-Dramaturgie\u201c kokettieren, wenn sie Avnar Dormans Sonate Nr. 2 aus dem Jahr 2008 in die Mitte des Programms stellen. Aber darum kann es nicht gehen, denn dieses sehr unmittelbar auf den Punkt kommende St\u00fcck Musik aus dem 21. Jahrhundert braucht sich wahrlich nicht zu verstecken! Part eins kommt sph\u00e4risch, regelrecht spirituell daher. So Jin Kims Violinton ist jetzt in andere Farben gekleidet und kommt sehr vibratoarm und schwebend daher. Dormans Musik ist neu, wirkt zuweilen latent exotisch, weil sie auch den Blick auf \u00f6stliche Kulturen pflegt und setzt zugleich auf alte, ewig g\u00fcltige Prinzipien &#8211; als da w\u00e4ren polyphone Fugato-Parts und modale Tonskalen, die \u2013 vor allem im explosiven zweiten Satz frei wildern. So Jin Kims Spiel bleibt auch in Momenten ekstatischer Wildheit lupenrein pr\u00e4zise. Selbst die artistischsten L\u00e4ufe in hohen Regionen klingen so unangestrengt, als wenn es die erste Lage w\u00e4re. Liebe ist nicht immer nur ein Spa\u00df, sondern es geht auch heftig konfrontativ zur Sache manchmal. So will es die programmatische Idee, welche Avnar Dorman diesen St\u00fccken zu Grunde legte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bekenntnis zu ehrlicher, tiefer Empfindung, wof\u00fcr Franz Schubert ewig g\u00fcltige T\u00f6ne gefunden hat, soll Anliegen im letzten Teil der CD sein. Und was passt besser dazu, als die emotional so \u00fcberaus reichhaltige Violinsonate A-Dur! Das Duo verlieht auch dieser so reichhaltigen, in vier kolossalen S\u00e4tzen eine riesige Empfindungs-Skala auslotenden Tonsprache eine zeitlose Relevanz, um damit h\u00f6here Dinge auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Mit ihrer Debut-CD dokumentieren So Jin Kim und David Fung im richtigen Moment ein hervorragendes Bewusstsein f\u00fcr k\u00fcnstlerische Nachhaltigkeit.<\/p>\n<p><iframe style=\"width: 120px; height: 240px;\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?ServiceVersion=20070822&amp;OneJS=1&amp;Operation=GetAdHtml&amp;MarketPlace=DE&amp;source=ac&amp;ref=tf_til&amp;ad_type=product_link&amp;tracking_id=thenewlistene-21&amp;marketplace=amazon&amp;region=DE&amp;placement=B077MNLL7V&amp;asins=B077MNLL7V&amp;linkId=4d16eda74b3febb14b1f34ea8a14dda8&amp;show_border=false&amp;link_opens_in_new_window=true&amp;price_color=333333&amp;title_color=0066c0&amp;bg_color=ffffff\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><br \/>\n<\/iframe><br \/>\n<strong>[Stefan Pieper, Mai 2018]<br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Grand Duo &#8211; Violinsonaten Genuin Classic, GEN 18491; EAN: 4 260036 253914 Recorded at Mendelssohn-Saal, Gewandhaus, Leipzig, Germany January 2\u20134, 2017 Recording Producer\/Tonmeister: Holger Busse &nbsp; Die Geigerin So Jin Kim und der Pianist David Fung haben bei ihrem CD-Debut auf die eigene innere Stimme geh\u00f6rt, was auf ein tief ehrliches k\u00fcnstlerisches Statement hinaus &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/05\/20\/the-grand-duo-so-jin-kim-und-david-fung-legen-mit-ihrer-debut-cd-ein-ueberzeugendes-reifezeugnis-ab\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">The Grand Duo: So Jin Kim und David Fung legen mit ihrer Debut-CD ein \u00fcberzeugendes Reifezeugnis ab<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[2575,2574,87,182,1113,2573],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2404"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2404"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2408,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2404\/revisions\/2408"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}