{"id":2423,"date":"2018-05-24T22:13:23","date_gmt":"2018-05-24T20:13:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2423"},"modified":"2018-05-24T22:20:56","modified_gmt":"2018-05-24T20:20:56","slug":"die-musikgeschichte-im-blick","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/05\/24\/die-musikgeschichte-im-blick\/","title":{"rendered":"Die Musikgeschichte im Blick"},"content":{"rendered":"<p><strong>Johannes X. Schachtner: Works for Ensemble, Ensemble Zeitsprung, Markus Elsner<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/offer-listing\/B01N7IUDDD\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B01N7IUDDD&amp;linkCode=am2&amp;tag=thenewlistene-21&amp;linkId=07006336a3048019fd5486b42f52e674\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=B01N7IUDDD&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=thenewlistene-21\" border=\"0\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=thenewlistene-21&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=B01N7IUDDD\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das Ensemble Zeitsprung unter Markus Elsner spielt Werke von Johannes X. Schachtner, der im Jahr der Entstehung dieser Aufnahme Artist in Residence des Ensembles ist. Auf dem Programm steht der Symphonische Essay von 2008 in der dritten Fassung von 2015\/16, Aufstieg von 2010, Air \u2013 an Samuels Aerophon und Quatre tombeaux de vent von 2013 sowie die Inventionen III bis V, Hopscotch (2013), Canon \u2013 tribute to Johanna M. Beyer und Battery (je 2016). Die Gesangspartien in Quatre tombeaux de vent \u00fcbernimmt Th\u00e9r\u00e8se Wincent, Peter Sch\u00f6ne h\u00f6ren wir in Aufstieg.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Johannes X. Schachtner z\u00e4hlt zu den erfolgreicheren Komponisten der j\u00fcngeren Generation, er wird von Julia Fischer, Ulf Schirmer und anderen regelm\u00e4\u00dfig programmiert und tritt auch selbst als Dirigent auf die B\u00fchne. Was Schachtner besonders macht, ist seine \u00fcberragende Kenntnis der gesamten Musikgeschichte, die sich nicht zuletzt in seinem Werk wiederspiegelt. Der Komponist verirrt sich nicht in Modernismen und dem Bestreben nach ewig noch Neuerem, sondern reflektiert das Vorhandene und bezieht es mit ein. Und je mehr er dies tut, je \u201emoderner\u201c werden auch die Werke, denn hier entfaltet sich etwas, das eigenst\u00e4ndig und unerh\u00f6rt ist. Der H\u00f6rer kann es verstehen und nachvollziehen, wird nicht erschlagen von rein intellektuell erdachten Klangkonstellationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am bezwingendsten erscheinen die fr\u00fchesten beiden Werke dieser CD: Der Symphonische Essay und Aufstieg. Der symphonische Essay ist eine verdichtete Form einer urspr\u00fcnglichen Kammersymphonie von 2008 und demonstriert noch immer symphonische Kontraste und Dualit\u00e4t. Errichtet ist sie \u00fcber einer Idee aus Beethovens 8. Symphonie, die immer wieder herausscheint, sich aber nicht in den Vordergrund dr\u00e4ngt. Die Form ist gereift und kompakt, schl\u00fcssig in ihrer Ausdehnung. Der Komponist beweist in diesem Werk, wie viel er von Instrumentation und dem Miteinander der Musiker versteht, wobei er sich nicht scheut, auch einmal tonal zu werden. Aufstieg basiert auf Texten von Johanna Schwedes und legt den Fokus darauf, diesen in der Musik abzubilden. So l\u00e4sst Schachtner die Worte verst\u00e4ndlich klingen und bereichert sie durch Musik, fragmentiert und setzt wieder zusammen. Dabei unterstreicht er die wichtigen Passagen subtil und \u00fcberakzentuiert sie nicht, was einem kontinuierlichen Fluss durch die Texte zugutekommt. Die Sopranpartie in den Quatre tombeaux de vent ist da schwebender und umnebelt, anders als die klare und geerdete Baritonstimme in Aufschwung. Interessant sind auch die Inventionen (tats\u00e4chlich in ihrer urspr\u00fcnglichen Bedeutung, wie wir sie von Bach kennen), in denen je das Schlagzeug eine tragende Rolle spielt. In jeder Invention wird es von neuen Perspektiven betrachtet und so erhalten wir ein Bild auf dieses Instrument, das Jahrhundertelang nur in orchestralen Kontexten wichtig war und erst im 20. Jahrhundert als Solist zum Vorschein trat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ensemble Zeitsprung zeichnet sich durch seine Gewissenhaftigkeit aus: Markus Elsner und seine Musiker wissen, wie wichtig und bedeutend ihre Aufgabe ist und, dass gerade bei moderner Musik eine schlechte Aufnahme auf das St\u00fcck und nicht die Musiker zur\u00fcckgef\u00fchrt wird, wodurch das Werk auf diese Weise schnell zugrunde gehen kann. Entsprechend viel Arbeit und genaue Reflexion stecken in der Darbietung der Musiker und wird h\u00f6rbar. Mehr sogar, wir nehmen nicht nur wahr, dass die Musik verstanden wird, sondern, dass sie eine Herzensangelegenheit f\u00fcr alle Beteiligten ist. So wird die Musik lebendig, frisch und unverbraucht dargeboten, die Freude an ihr \u00fcbertr\u00e4gt sich unweigerlich auf den H\u00f6rer.<br \/>\n<iframe style=\"width: 120px; height: 240px;\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?ServiceVersion=20070822&amp;OneJS=1&amp;Operation=GetAdHtml&amp;MarketPlace=DE&amp;source=ac&amp;ref=tf_til&amp;ad_type=product_link&amp;tracking_id=thenewlistene-21&amp;marketplace=amazon&amp;region=DE&amp;placement=B01N7IUDDD&amp;asins=B01N7IUDDD&amp;linkId=953b7c6740f9b42796bf04e0d9f711c5&amp;show_border=false&amp;link_opens_in_new_window=true&amp;price_color=333333&amp;title_color=0066c0&amp;bg_color=ffffff\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><br \/>\n<\/iframe><\/p>\n<p><strong>[Oliver Fraenzke, Mai 2018]<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johannes X. 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