{"id":2533,"date":"2018-06-08T08:44:54","date_gmt":"2018-06-08T06:44:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2533"},"modified":"2018-06-09T09:31:31","modified_gmt":"2018-06-09T07:31:31","slug":"alles-laeuft-zusammen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/06\/08\/alles-laeuft-zusammen\/","title":{"rendered":"Alles l\u00e4uft zusammen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Festspiele in Bergen: Grieghallen, Griegsalen; Edvard Grieg, Ralph Vaughan Williams, Sofia Gubaidulina; Bergen Filharmoniske Orkester, Edward Gardner (Leitung), Gidon Kremer (Violine), Ah Ruem Ahn (Klavier)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/05\/30\/in-bergen-bei-den-festspielen\/\">[Alle Rezensionen zu den Festspielen in Bergen im \u00dcberblick]<\/a><\/strong><\/p>\n<pre><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2534 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_6292-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_6292-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_6292-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_6292-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Festspiele in Bergen: Griegsalen; Gubaidulina, Kremer und das Bergen Filharmoniske Orkester (Foto von: Oliver Fraenzke)<\/pre>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Im letzten Konzert, welches ich im Rahmen der Festspiele in Bergen h\u00f6re, l\u00e4uft alles zusammen: Im Griegsaal der Grieghalle spielt das Bergen Filharmoniske Orkester unter Leitung von Edward Gardner das Offertorium der Festspielkomponistin Sofia Gubaidulina mit Gidon Kremer als Solist an der Geige, die Fantasie \u00fcber ein Thema von Thomas Tallis von Ralph Vaughan Williams sowie das Klavierkonzert a-Moll op. 16 von Edvard Grieg. Am Klavier sitzt die Gewinnerin des letzten internationalen Grieg-Wettbewerbs Ah Ruem Ahn.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sofia Gubaidulina h\u00f6rt das Ende im Anfang, spinnt einen roten Faden durch das gesamte Werk, und erst im letzten Ton erf\u00fcllt sich der vollst\u00e4ndige Sinn. Sich auf reine Intuition beim Komponieren zu berufen, gen\u00fcgt der geb\u00fcrtigen Russin nicht, sie ben\u00f6tigt einen mathematischen Hintergrund, der eine zwingende Logik und Stringenz erm\u00f6glicht. Es ist die Mitte zwischen den beiden Extremen, die anzustreben ist. Offertorium geh\u00f6rt zu den meistgespielten Werken Gubaidulinas und entstand durch die gegenseitige Bewunderung Gubaidulinas und Kremers, der es auch heute darbietet, 27 Jahre nach der Urauff\u00fchrung. Der religi\u00f6se Kontext bleibt un\u00fcberh\u00f6rbar, wie der Titel suggeriert; die Melodie basiert auf Bachs Musikalischem Opfer BWV 1079. Kremer nimmt das Konzert zur\u00fcckhaltend und mit gewisser Distanz, l\u00e4sst sich nicht von den ungeheuren Gef\u00fchlswelten \u00fcberrumpeln. Den Ausdruck verlagert er nach innen, sp\u00fcrt ihn mehr, als ihn aktiv herauszuholen. So entsteht eine ehrliche und glaubw\u00fcrdige Wirkung der Spiritualit\u00e4t, welche diese Musik durchdringt. Zwar mischt sich im Griegsaal das Zusammenspiel zwischen Solist und Orchester nicht immer, aber doch h\u00f6ren wir kontinuierliche Interaktion zwischen Gidon Kremer und Edward Gardner, der die Bergner Philharmoniker zu enormer Klangfarbenpracht anh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Ralph Vaughan Williams\u2018 Fantasie \u00fcber ein Thema von Thomas Tallis kommt der Streicherapparat des Bergen Filharmoniske Orkesters in voller Pracht zum Einsatz. Jede einzelne Stimmgruppe ist f\u00fcr sich vollendet, pr\u00e4sentiert runden und warmen Ton in zahllosen Schattierungen und dynamischen Details. Dar\u00fcber hinaus verschmelzen sie zu einem miteinander wirkenden Ganzen, ein vielschichtiger und dreidimensional plastischer Klangraum entsteht, der zudem durch das Fernorchester bereichert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuletzt h\u00f6ren wir Grieg im Griegsaal der Grieghalle in der Griegstadt Bergen. Die Gewinnerin des Griegwettbewerbs Ah Ruem Ahn pr\u00e4sentiert sein Klavierkonzert a-Moll op. 16, das schon von Franz Liszt in h\u00f6chsten T\u00f6nen gelobt wurde und schnell seinen Weg in die gro\u00dfen Konzerth\u00e4user fand, wo es heute nicht mehr wegzudenken ist. Wie auch schon bei ihrem Rezital in Troldhaugen verbl\u00fcfft die Koreanerin durch ihr fl\u00fcchtiges, hingeworfen wirkendes Spiel, das der Musik eine Ungezwungenheit verleiht, die an Improvisation erinnert. Sie l\u00e4sst es zu, dass das Orchester sie im Kopfsatz teilweise dynamisch \u00fcbersteigt, doch um so pr\u00e4chtiger kommt sie jedes Mal wieder aus der Tiefe hervor. F\u00fcr das Bergen Filharmoniske Orkester geh\u00f6rt das Konzert zu den Evergreens, die sie stets auf neue darbieten m\u00fcssen: Entsprechend bekannt ist allen Musikern diese Musik und jedes Detail des Zusammenspiels. Dennoch stumpfen die Instrumentalisten dadurch nicht ab, sondern nutzen die Werkkenntnis f\u00fcr feine Artikulation und bemerkenswertes Zusammenwirken, haben noch immer Freude an Griegs Musik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und mit dem Konzert klingt auch meine Zeit bei den Festspielen in Bergen aus, erf\u00fcllt von Musik und Eindr\u00fccken geht es zur\u00fcck nach Deutschland. Doch Norwegen wird mich wieder anziehen: Die Offenheit der Musiker, die Ungezwungenheit und Suche nach immer umfassenderem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Musik gibt der Kultur in den skandinavischen L\u00e4ndern einen besonderen Stellenwert.<\/p>\n<p><iframe style=\"width: 120px; height: 240px;\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?ServiceVersion=20070822&amp;OneJS=1&amp;Operation=GetAdHtml&amp;MarketPlace=DE&amp;source=ss&amp;ref=as_ss_li_til&amp;ad_type=product_link&amp;tracking_id=thenewlistene-21&amp;marketplace=amazon&amp;region=DE&amp;placement=B000066I9E&amp;asins=B000066I9E&amp;linkId=78332749667d93d971fc861d4519f880&amp;show_border=true&amp;link_opens_in_new_window=true\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <iframe style=\"width: 120px; height: 240px;\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?ServiceVersion=20070822&amp;OneJS=1&amp;Operation=GetAdHtml&amp;MarketPlace=DE&amp;source=ss&amp;ref=as_ss_li_til&amp;ad_type=product_link&amp;tracking_id=thenewlistene-21&amp;marketplace=amazon&amp;region=DE&amp;placement=B016ECLZM4&amp;asins=B016ECLZM4&amp;linkId=0dbcbffcb8acc23f8df683c3957a684f&amp;show_border=true&amp;link_opens_in_new_window=true\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe> \u00a0 \u00a0 <iframe style=\"width: 120px; height: 240px;\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?ServiceVersion=20070822&amp;OneJS=1&amp;Operation=GetAdHtml&amp;MarketPlace=DE&amp;source=ss&amp;ref=as_ss_li_til&amp;ad_type=product_link&amp;tracking_id=thenewlistene-21&amp;marketplace=amazon&amp;region=DE&amp;placement=B008W5TDTO&amp;asins=B008W5TDTO&amp;linkId=e00f227de60b1bc65b68ce80fb484a01&amp;show_border=true&amp;link_opens_in_new_window=true\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, Mai 2018]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Festspiele in Bergen: Grieghallen, Griegsalen; Edvard Grieg, Ralph Vaughan Williams, Sofia Gubaidulina; Bergen Filharmoniske Orkester, Edward Gardner (Leitung), Gidon Kremer (Violine), Ah Ruem Ahn (Klavier) [Alle Rezensionen zu den Festspielen in Bergen im \u00dcberblick] Festspiele in Bergen: Griegsalen; Gubaidulina, Kremer und das Bergen Filharmoniske Orkester (Foto von: Oliver Fraenzke) Im letzten Konzert, welches ich im &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/06\/08\/alles-laeuft-zusammen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Alles l\u00e4uft zusammen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[2600,2588,2587,2586,2618,23,764,2592,2601,2608,63,193,2589],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2533"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2533"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2533\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5158,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2533\/revisions\/5158"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2533"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2533"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2533"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}