{"id":2597,"date":"2018-06-21T10:15:15","date_gmt":"2018-06-21T08:15:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2597"},"modified":"2018-06-22T10:26:14","modified_gmt":"2018-06-22T08:26:14","slug":"auf-sich-alleine-gestellt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/06\/21\/auf-sich-alleine-gestellt\/","title":{"rendered":"Auf sich alleine gestellt"},"content":{"rendered":"<p>NEOS 11709; EAN: 4 260063 117091<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2598\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/N1-300x270.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"270\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/N1-300x270.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/N1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marcus Antonius Wesselmann, solo works I: Bledsoe (Fl\u00f6te), Rothbrust (Schlagzeug), Bergstr\u00f6m (Gitarre), Knox (Viola), Otto (Saxophon), Schwarz (Fagott), Wesselmann (Tonband)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Sechs der bislang neunzehn Werke f\u00fcr Soloinstrumente von Marcus Antonius Wesselmann sind auf die CD \u201esolo works I\u201c aus dem Hause NEOS gebrannt: Helen Bledsoe spielt SOLO 1 f\u00fcr Fl\u00f6te, Dirk Rothbrust SOLO 2 f\u00fcr Schlagzeug, SOLO 3 f\u00fcr elektrische Gitarre h\u00f6ren wir mit Mats Bergstr\u00f6m und SOLO 4 f\u00fcr Bratsche mit Garth Knox, SOLO 8 f\u00fcr Bariton Saxophon bietet Simone Otto dar und SOLO 10 f\u00fcr Fagott Johannes Schwarz. Als Bonustrack bedient der Komponist selbst das Tonband in seinem St\u00fcck \u201eIn the mix\u201c.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der 1965 geborene Marcus Antonius Wesselmann steht musikalisch zwischen den St\u00fchlen, l\u00e4sst sich in keine Schiene direkt einordnen. Das beginnt alleine schon bei der Namensgebung seiner St\u00fccke, die auf die poetischen Bezeichnungen verzichtet, wie wir sie von moderner Musik gewohnt sind, und statt dessen nach den Besetzungen gehend durchnummeriert. Musikalisch setzt sich dies fort, denn die Musik klingt so unbeschwert, ist aber doch mathematisch exakt durchstrukturiert und basiert auf Logik. Von den Berechnungen ist wenig bis nichts h\u00f6rbar; eher k\u00f6nnte der Eindruck entstehen, die Musik entwickle sich aus einer Art der Minimal Music heraus, wenngleich sie wesentlich organischer und flie\u00dfender gehandhabt wird. Rhythmische Patterns bilden den Grundstein und aus ihnen entsteht nach und nach eine Form, die sich stetig weiterentwickelt. Dabei bleiben Fragmente der urspr\u00fcnglichen Thematik omnipr\u00e4sent und erscheinen immer wieder entweder offen oder hintergr\u00fcndig. Der Eindruck ist ansprechend, aber nicht anbiedernd; schroff und hart, aber doch in beinahe meditativer Gleichm\u00e4\u00dfigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Wesselmanns 19 Solost\u00fccken sind sechs f\u00fcr Klavier, jedes andere Instrument erhielt bislang nur ein einziges St\u00fcck. Die Klavierwerke wurden auf dieser CD ausgespart, deshalb gibt es L\u00fccken zwischen den ansonsten chronologisch angeordneten Soli.\u00a0 Das Fl\u00f6tensolo ist das schlichteste und meditativste: Hier k\u00f6nnen wir die urspr\u00fcngliche Idee herleiten, welche in gr\u00f6\u00dferer Komplexit\u00e4t auf die weiteren St\u00fccke \u00fcbertragbar ist. SOLO 2 ist vielschichtiger, die einzelnen Klangk\u00f6rper bilden Ebenen, die miteinander agieren k\u00f6nnen oder gegeneinander kontrastieren. In kleine Abschnitte sind SOLO 3 und 4 unterteilt, beim Gitarren-Solo sind es Tempoeinheiten, beim Bratschensolo Widmungstr\u00e4ger. SOLO 3 lebt dabei von elektronischen Effekten, Delay und Verzerrung, sowie von rhythmischen Impulsen, SOLO 4 ist ein innig-tr\u00fcbes St\u00fcck, das als einziges der zu h\u00f6renden Werke au\u00dfermusikalische Inspiration hat: Es ist Musik zu einem Dokumentarfilm von Volker Schr\u00f6der \u201eWenn ich in die Tiefe schaue\u201c, der die Schicksale von sechs H\u00e4ftlingen aus den Arbeitslagern Emsland thematisiert. SOLO 8 und 10 sind wieder durchgehende Werke, wobei 8 meist in h\u00f6chstm\u00f6glicher Lautst\u00e4rke wiederzugeben ist und somit zu einem Kraft-Marathon ausartet und 10 auf einem kontinuierlichen Rhythmus beruht. Der Bonustrack \u201eIn the mix\u201c ist f\u00fcr Zweikanal-Tonband mit ausf\u00fchrendem Interpreten: Wesselmann selbst bedient das Band und mixt die Schnipsel an Musik und Sprache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Instrumentalisten sind allesamt pr\u00e4zise und genau, lassen sich nicht von \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Emotionen hinrei\u00dfen, sondern dienen als Sachwalter, wie es von den St\u00fccken auch vorgesehen ist. Sie behalten die Ruhe und Gleichm\u00e4\u00dfigkeit, schaffen Kontraste und kreieren einen gro\u00dfen Bogen, mit dem sie die SOLI zusammenhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, Mai 2018]<\/strong><\/p>\n<pre><a href=\"https:\/\/partner.jpc.de\/go.cgi?pid=116&amp;wmid=cc&amp;cpid=1&amp;target=https:\/\/www.jpc.de\/jpcng\/classic\/detail\/-\/art\/solo-works-i\/hnum\/8126132?iampartner=spon6&amp;awc=150&amp;awa=1261&amp;gclid=Cj0KCQjwvLLZBRDrARIsADU6ojB-2iXW-5SBOeNEMWTHgZWqtut-DIcuhkcAu3WkUnA_HMO8a2-P-VgaAkHJEALw_wcB\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-2598\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/N1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"99\" height=\"99\" \/><strong>    Bestellen bei jpc<\/strong><\/a><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NEOS 11709; EAN: 4 260063 117091 Marcus Antonius Wesselmann, solo works I: Bledsoe (Fl\u00f6te), Rothbrust (Schlagzeug), Bergstr\u00f6m (Gitarre), Knox (Viola), Otto (Saxophon), Schwarz (Fagott), Wesselmann (Tonband) Sechs der bislang neunzehn Werke f\u00fcr Soloinstrumente von Marcus Antonius Wesselmann sind auf die CD \u201esolo works I\u201c aus dem Hause NEOS gebrannt: Helen Bledsoe spielt SOLO 1 f\u00fcr &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/06\/21\/auf-sich-alleine-gestellt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Auf sich alleine gestellt<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[2661,2663,2660,2665,2659,2662,943,2664],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2597"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2597"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2597\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5162,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2597\/revisions\/5162"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2597"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2597"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2597"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}