{"id":2809,"date":"2018-09-16T19:42:02","date_gmt":"2018-09-16T17:42:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2809"},"modified":"2018-09-16T19:42:02","modified_gmt":"2018-09-16T17:42:02","slug":"nicht-nur-widmungstraeger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/09\/16\/nicht-nur-widmungstraeger\/","title":{"rendered":"Nicht nur Widmungstr\u00e4ger"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Naxos 8.573474; EAN: 7 47313 34747 6<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2810\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/N0039-286x300.jpg\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/N0039-286x300.jpg 286w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/N0039.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 286px) 100vw, 286px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mit vorliegender CD schlie\u00dft die Reihe um die 13 Violinkonzerte des Virtuosen Pierre Rode mit Friedemann Eichhorn und dem Jena Philharmonic Orchestra unter Nicol\u00e1s Pasquet. Zu h\u00f6ren sind die Konzerte Nr. 11 D-Dur op. 23 und Nr. 12 E-Dur op. 27 sowie die Air vair\u00e9s E-Dur op. 12 und D-Dur op. 26. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute kennt man den franz\u00f6sischen Geigenvirtuosen Pierre Rode haupts\u00e4chlich dadurch, dass Ludwig van Beethoven ihm 1811 seine letzte Violinsonate gewidmet hat. Doch auch als P\u00e4dagoge hatte er gro\u00dfen Einfluss, unter anderem durch die mit Baillot und Kreuzer zusammen entwickelte <em>M\u00e9thode du violin<\/em>, ebenso aber auch durch die <em>24 Capricen<\/em>, die ein umfassendes Kompendium an Geigenet\u00fcden darstellen. Als Solist trat Rode erstmals im Alter von sechs Jahren auf, mit dreizehn verlie\u00df er seine Heimatstadt und hatte 1792 achtzehnj\u00e4hrig seinen gro\u00dfen Durchbruch. Viele Jahre z\u00e4hlte er zu den gefragtesten reisenden Virtuosen, doch nach einiger Zeit verblasste sein Ruhm: Sein Spiel sei kalt geworden, wie Louis Spohr behauptete, die K\u00fchnheit wie auch die Sanglichkeit habe nachgelassen. Rodes letzte Konzerte endeten als Niederlage, versuchte Comebacks erwiesen sich als weitere R\u00fcckschl\u00e4ge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die dreizehn Violinkonzerte stehen in einem franz\u00f6sischen Stil, ihre Konzeption nimmt Einfluss auf die Entwicklung des fr\u00fchen romantischen Konzerts. Es handelt sich um Bravourst\u00fccke f\u00fcr den Solisten, die gleichzeitig delikat in ihren Anforderungen wie auch dankbar in ihrer Aus\u00fcbung sind. Rode pr\u00e4sentiert jedoch keinen Katalog an H\u00f6chstschwierigkeiten, sondern setzt die technischen H\u00fcrden in den Kontext des musikalischen Geschehens. Es f\u00e4llt auf, dass Rode selten auf Doppelgriffe oder Spr\u00fcnge zur\u00fcckgreift, dagegen zieht er rasche L\u00e4ufe und vitale Figurationen vor. Das verleiht seiner Musik eine Leichtf\u00fc\u00dfigkeit und Eleganz. Besonders die langsamen S\u00e4tze zeichnen sich durch aufw\u00e4ndige Instrumentation aus, die durch Klangfarbenmischungen und feine Instrumentenwechsel bezaubert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Friedemann Eichhorn wei\u00df um die Solistenrolle der damaligen Zeit und f\u00fchrt diese Tradition fort: Er tritt als gl\u00e4nzender Virtuose auf, mutig und selbstsicher, stark und in den Rands\u00e4tzen gar majest\u00e4tisch. Seiner Stimme verleiht Eichhorn eine Pr\u00e4gnanz, die gleichzeitig lyrisch bleibt. In den L\u00e4ufen l\u00e4sst er seinen Bogen leicht springen und schafft so t\u00e4nzerisch-leichte Passagen voller Lebendigkeit und Spielfreude. Um Vielfalt in die unendlichen Melodielinien zu bringen, k\u00f6nnte er noch dichteres Legato und feineres Piano dagegensetzen. Freiheiten nimmt sich Eichhorn nur in kadenzierenden Momenten, wo Rubati den Fluss der Musik nicht oder nur wenig st\u00f6ren. Das Orchester bl\u00fcht besonders in den Mittels\u00e4tzen auf, Nicol\u00e1s Pasquet mei\u00dfelt die subtilen Details in der Stimmf\u00fchrung heraus und bringt gelassene Ruhe in die Musik, um die Atmosph\u00e4re deutlich von der Stimmung der Rands\u00e4tze abzuheben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, September 2018]<\/strong><\/p>\n<pre>\u00a0\r\n<a href=\"https:\/\/partner.jpc.de\/go.cgi?pid=116&amp;wmid=cc&amp;cpid=1&amp;target=https:\/\/www.jpc.de\/jpcng\/classic\/detail\/-\/art\/rode-violin-concertos-nos-11\/hnum\/8215757\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong><img class=\"alignnone size-medium wp-image-2810\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/N0039-286x300.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/N0039-286x300.jpg 286w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/N0039.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 286px) 100vw, 286px\" \/>\u00a0\u00a0 Bestellen bei jpc<\/strong><\/a><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Naxos 8.573474; EAN: 7 47313 34747 6 Mit vorliegender CD schlie\u00dft die Reihe um die 13 Violinkonzerte des Virtuosen Pierre Rode mit Friedemann Eichhorn und dem Jena Philharmonic Orchestra unter Nicol\u00e1s Pasquet. 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