{"id":2825,"date":"2018-09-25T07:10:00","date_gmt":"2018-09-25T05:10:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2825"},"modified":"2018-09-25T07:10:00","modified_gmt":"2018-09-25T05:10:00","slug":"der-klang-von-harfe-und-klavier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/09\/25\/der-klang-von-harfe-und-klavier\/","title":{"rendered":"Der Klang von Harfe und Klavier"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ars Produktion Schumacher, ARS 38 546; EAN: 4 260052 385463<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2826\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/N0042-300x296.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"296\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/N0042-300x296.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/N0042.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das Duo Praxedis spielt Werke \u00fcber Themen aus Opern f\u00fcr Harfe und Klavier. Auf dem Programm stehen das Duett \u00fcber Themen aus Bellinis \u201eLa Sonnambula\u201c und Verschiedene Themen aus Donizettis \u201eLa Favorite\u201c von Charles Oberth\u00fcr, Theodore Labarres Caprice \u00fcber die selbe Oper op. 111 und sein Duo \u00fcber Themen von Rossinis \u201eLa gazza ladra\u201c. Dieser Oper widmete sich auch Benedetto Negri\u00a0 in seinen \u201eR\u00e9miniscences\u201c. Von Henry Steil h\u00f6ren wir das Terzetto \u201eZitti, zitti, piano, piano\u201c aus der Oper \u201eIl Barbiere di Siviglia\u201c, deren Ouvert\u00fcre in einem Arrangement von Robert-Nicolas-Charles Bochsa erklingt. Sophie-Lucille Larmande des Argus komponierte eine Fantasie \u00fcber Motive von Rossinis \u201eSi\u00e8ge de Corinthe\u201c sowie eine \u00fcber H\u00e9rolds \u201eMarie\u201c und das Duo Concertante aus Meyerbeers \u201eEmma\u201c. Mozart wurde von Fran<\/em><em>\u00e7ois-Joseph Naderman bearbeitet, programmiert werden Variationen \u00fcber Themen aus \u201eFigaros Hochzeit\u201c.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur selten h\u00f6ren wir von einer Besetzung f\u00fcr Klavier und Harfe. Beide Instrumente verf\u00fcgen \u00fcber ein gro\u00dfes Spektrum an M\u00f6glichkeiten, k\u00f6nnen sich selbst begleiten und mehrstimmig spielen \u2013 entsprechend besteht auf den ersten Blick keine Notwendigkeit, Klavier und Harfe zusammenzubringen. Dazu kommt, dass das Klavier im 19. Jahrhundert an Klangvolumen und Durchschlagskraft gewonnen hat, w\u00e4hrend die Harfe nur einen kleinen Klangk\u00f6rper besitzen kann, da die Saiten von beiden Seiten bespielt werden. Die Gefahr ist also gro\u00df, dass der Pianist den Harfenisten heillos \u00fcbert\u00f6nt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und doch \u00fcberschneidet sich die Geschichte der Harfe mit der des Klaviers, was zu einer Reihe heute kaum geh\u00f6rten Werke f\u00fcr eben diese Besetzung f\u00fchrt. Es ist die Salonszene, in welcher die beiden Instrumente zusammentrafen: Im ausgehenden 18. und fr\u00fchen 19. Jahrhundert wurde es Mode, Opernthemen f\u00fcr Soloinstrumente oder kleine Kammermusikbesetzungen zu arrangieren, sie zu variieren oder dar\u00fcber zu fantasieren. Die meisten der Bearbeitungen waren nicht erstrangig f\u00fcr den virtuosen Konzertmusiker gedacht, sondern galten der Freizeitgestaltung und dem leichten H\u00f6rgenuss. In Frankreich und sp\u00e4ter in England wurde die Harfe ein beliebtes Instrument f\u00fcr den gehobenen Salon \u2013 wo fast immer ein Klavier anzutreffen war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der vorliegenden Aufnahme finden wir nun elf solcher Bearbeitungen vorwiegend aus dem fr\u00fchen 19. Jahrhundert. Herrliche Themen aus beliebten Opern reihen sich in freier Form aneinander, der H\u00f6rer kann entspannt folgen und die Highlights der B\u00fchnenwerke genie\u00dfen. Tiefgreifende Momente oder zwingend geschlossene Formen gibt es selten, doch solche streben dieser Salonwerke auch nicht an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es erstaunt mich, wie abgestimmt doch Klavier und Harfe zusammen klingen. Die Komponisten waren sich der klanglichen \u00c4hnlichkeit und der daraus resultierenden Gefahr bewusst, dass ein Klavier beim Spiel in gleicher Lage die Harfe \u00fcberdeckt, und w\u00e4hlten die Lagen der Stimmen geschickt aus. Klanglich passen sich die beiden Musikerinnen feinh\u00f6rig aneinander an: Die Pianistin Praxedis Genevi\u00e8ve Hug setzt auf zartes und perlendes Spiel mit wenig Pedal, wodurch die Harfe voll zur Geltung kommt. Die Partnerinnen wirken gleichberechtigt und musizieren als Einheit zusammen. Sie verleihen den Werken eine Leichtigkeit und Frische, nehmen dabei virtuose Ausbr\u00fcche ebenso ernst wie simple oder gar oberfl\u00e4chliche Liedstrukturen. So entlockt das Duo Praxedis der Musik eine Bedeutung, welche die damalige Mode \u00fcberdauert, und bis heute anh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, August 2018]<\/strong><\/p>\n<pre><a href=\"https:\/\/partner.jpc.de\/go.cgi?pid=116&amp;wmid=cc&amp;cpid=1&amp;target=https:\/\/www.jpc.de\/jpcng\/classic\/detail\/-\/art\/histoires-originale-opern-bearbeitungen-fuer-harf\/hnum\/8619610\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img class=\"alignnone size-medium wp-image-2826\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/N0042-300x296.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/N0042-300x296.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/N0042.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><strong>\u00a0\u00a0 Bestellen bei jpc<\/strong><\/a><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ars Produktion Schumacher, ARS 38 546; EAN: 4 260052 385463 Das Duo Praxedis spielt Werke \u00fcber Themen aus Opern f\u00fcr Harfe und Klavier. 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