{"id":2880,"date":"2018-10-21T23:44:45","date_gmt":"2018-10-21T21:44:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2880"},"modified":"2018-10-21T23:44:45","modified_gmt":"2018-10-21T21:44:45","slug":"drei-epochen-eines-meisters","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/10\/21\/drei-epochen-eines-meisters\/","title":{"rendered":"Drei Epochen eines Meisters"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Hyperion, CDA68211; EAN: 0 34571 28211 4<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2881\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/N0050-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/N0050-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/N0050-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/N0050.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><br \/>\nDussek Piano Concertos E flat major Op. 3, F major Op. 14, G minor op. 49; Ulster Orchestra, Howard Shelley (Klavier und Leitung) \u2013 Ther classical piano concerto<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Drei Klavierkonzerte des aus B\u00f6hmen stammenden Komponisten Jan Ladislav Dussek (auch Dus\u00edk) bilden das Programm der vorliegenden CD. Zun\u00e4chst h\u00f6ren wir das fr\u00fche Es-Dur-Konzert op. 3, dann das reifere F-Dur-Konzert op. 14 und zuletzt das Konzert g-Moll op. 49 (oder 50). Es spielt Howard Shelley, der zugleich auch das Ulster Orchestra leitet.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pianist und Komponist Jan Ladislav Dussek steht am Rande der heutigen Wahrnehmung: Weder ist er v\u00f6llig unbekannt, noch geh\u00f6ren seine Werke zum Kanon der regelm\u00e4\u00dfig gespielten und aufgenommenen Musik. Hin und wieder k\u00f6nnen seine Klavier- oder Violinsonaten geh\u00f6rt werden und mit Gl\u00fcck auch andere Kammermusikwerke \u2013 seine wenigen Orchesterwerke (Dussek schrieb ausschlie\u00dflich Klavier- und Harfenkonzerte, keine reine Orchestermusik) hingegen blieben gr\u00f6\u00dftenteils auf der Strecke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der vorliegenden CD k\u00f6nnen wir nachvollziehen, wie sich Dussek als Konzert-Komponist entwickelte und wie er seine eigene Ausdruckswelt erschloss. Das Es-Dur-Konzert op. 3 h\u00e4ngt noch stark an den Vorbildern Haydn und Mozart, versucht sich an den Formmodellen und Charakteren der Wiener Meister. Heraus kommt ein solides Konzert, das zwar noch im Schatten der Idole steht, aber doch aufhorchen l\u00e4sst. Eigenst\u00e4ndiger gestaltet sich bereits das F-Dur-Konzert op. 14, das am \u00dcbergang steht zwischen einem Stil der Wiener Klassik und einer langsam aufkeimenden eigenen Kompositionssprache. Das op. 14 ist das letzte Konzert mit einer Solokadenz, in allen nachfolgenden Werken gab er diese Art der Zurschaustellung des Solisten auf. Den H\u00f6hepunkt bildet das Konzert op. 49 in g-Moll, das beinahe die doppelte L\u00e4nge besitzt wie das op. 3 und sowohl formal als auch inhaltlich vollkommen neue Wege beschreitet. Das Konzert rei\u00dft tiefe Abgr\u00fcnde auf und schafft extreme Kontraste, rei\u00dft dem H\u00f6rer in manchen donnernden Passagen des Kopfsatzes regelrecht den Boden unter den F\u00fc\u00dfen weg. Kein anderes Klavierkonzert von Dussek steht in einer Molltonart, daf\u00fcr sch\u00f6pft er die Dramatik der Tonart voll aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die formale Konzeption der sp\u00e4teren Klavierkonzerte weicht bereits deutlich vom klassischen Formmodell ab, immer wieder nimmt die Musik unkonventionelle Pfade und geht eigenwillige Richtungen. Auch die Themen Dusseks fallen auf: Sie sind pr\u00e4gnant, einpr\u00e4gsam und haben doch immer eine eigene Note oder eine unerwartete Wendung. Musik von Dussek kann nach wenigen Takten schon alleine durch die Themen wiedererkannt und ihm zugeschrieben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schade, dass solch eigenst\u00e4ndigen und meisterlichen Konzerten keine ebenb\u00fcrtige Einspielung zuteil wird. Das Spiel von Howard Shelley zeichnet sich durch perfekte Fingerfertigkeit und gl\u00e4nzende M\u00fchelosigkeit aus \u2013 was allein durch die un\u00fcberschaubare Vielzahl seiner Aufnahmen und die enorme Gr\u00f6\u00dfe seines Repertoires beinahe eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist. Doch dar\u00fcber hinaus besitzt seine Darbietung keine Aussage, was einmal wieder zeigt, dass Quantit\u00e4t nicht f\u00fcr Qualit\u00e4t stehen muss. Leichtf\u00fc\u00dfig bezwingt Shelley die technischen Herausforderungen der drei Konzerte, wirkt dabei allerdings eher, als w\u00fcrde er eine Schreibmasche bedienen, und kein Klavier. Auch w\u00e4re es besser gewesen, dem Ulster Orchestra einen Dirigenten voranzustellen und diese Aufgabe nicht dem Pianisten zu \u00fcberlassen. Nat\u00fcrlich war es um 1800 \u00fcblich, dass der Solist das Orchester leitet, aber mit einem eigenen Dirigenten lie\u00dfen sich doch wesentlich mehr Details herausarbeiten. Das Ulster Orchestra wirkt in dieser Aufnahme starr und unflexibel, stellenweise gar gleichg\u00fcltig. Es wird rein der Musik \u00fcberlassen, den H\u00f6rer anzusprechen, die Musiker erf\u00fcllen ihren Teil dessen nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, Oktober 2018]<\/strong><\/p>\n<pre><strong><a href=\"https:\/\/partner.jpc.de\/go.cgi?pid=116&amp;wmid=cc&amp;cpid=1&amp;target=https:\/\/www.jpc.de\/jpcng\/classic\/detail\/-\/art\/piano-concertos-op-3-14\/hnum\/8619200\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img class=\"alignnone size-medium wp-image-2881\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/N0050-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/N0050-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/N0050-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/N0050.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>\u00a0\u00a0 Bestellen bei jpc<\/a><\/strong><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hyperion, CDA68211; EAN: 0 34571 28211 4 Dussek Piano Concertos E flat major Op. 3, F major Op. 14, G minor op. 49; Ulster Orchestra, Howard Shelley (Klavier und Leitung) \u2013 Ther classical piano concerto Drei Klavierkonzerte des aus B\u00f6hmen stammenden Komponisten Jan Ladislav Dussek (auch Dus\u00edk) bilden das Programm der vorliegenden CD. 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