{"id":2946,"date":"2018-11-26T18:19:44","date_gmt":"2018-11-26T17:19:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2946"},"modified":"2018-11-26T18:19:44","modified_gmt":"2018-11-26T17:19:44","slug":"skurril-und-ueberspitzt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/11\/26\/skurril-und-ueberspitzt\/","title":{"rendered":"Skurril und \u00fcberspitzt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Thorofon, CTH26522; EAN: 4 003913 126528<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2947\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/N0061-300x298.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"298\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/N0061-300x298.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/N0061-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/N0061.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Auf zwei CDs h\u00f6ren wir Peter P. Pachl und Rainer Maria Klaas mit Kompositionen f\u00fcr das 1901 gegr\u00fcndete musikalische Kabarett \u201e\u00dcberbrettl\u201c. Auf dem Programm stehen Lieder und Melodramen von Oscar Strauss, Alexander Zemlinsky, Arnold Sch\u00f6nberg, Ludwig Thuille, Conradin Kreutzer, Robert Stolz, Hugo Schindler, Friedrich Hollaender und Rainer Maria Klaas.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liedkompositionen mit merkw\u00fcrdigen, etwas abgedrehten oder verr\u00fcckten Texten k\u00f6nnen gro\u00dfen Charme besitzen, wenn sie richtig vorgetragen werden. Doch daf\u00fcr bedarf es ein feines Gesp\u00fcr, wie viel man nun in die Musik hineingeben kann, und wie viel der Wirkung von der Musik selbst entfaltet wird. Je eigent\u00fcmlicher der Text, desto mehr spricht er auch f\u00fcr sich. Eben dieses Gesp\u00fcr fehlt in den Aufnahmen der \u00dcberbrettl-Kompositionen durch Peter P. Pachl und Rainer Maria Klaas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Aufsehen sorgten die beiden Musiker durch ihre Trippel-CD mit Melodramen verschiedener, gr\u00f6\u00dftenteils unbekannter Komponisten, von denen manch einer eine Entdeckung wert w\u00e4re. Die neue Produktion tr\u00e4gt den sprechenden Titel: \u201eWagner-Zyklus und andere erotische und animalische Extremi- und Perversit\u00e4ten\u201c. Das titelgebende Lied von Robert Stolz dauert \u00fcbrigens nur etwa dreieinhalb Minuten und prangt vermutlich nur wegen des Namens <em>Wagner<\/em> als Aufrei\u00dfer \u00fcber den 40 Titeln. Das \u00dcberbrettl wurde 1901 gegr\u00fcndet und sollte K\u00fcnstlern die Chance geben, ihre Kompositionen in kleinem Rahmen vorzutragen und dort zu pr\u00fcfen, wie sie denn beim Publikum ank\u00e4men. Humoristisches nahm dabei eine zentrale Rolle ein, wobei die K\u00fcnstler auch Wert auf ihre musikalische Ernsthaftigkeit legten \u2013 denn trotz des Witzes handelt es sich um durchdachte Kompositionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ihrem Vortrag jedoch unterminieren Peter P. Pachl und Rainer Maria Klaas diese Seriosit\u00e4t. Pachl \u00fcberspitzt die Texte derart ma\u00dflos, dass sie ihren teils doch subtilen Humor nicht mehr unterschwellig vermitteln k\u00f6nnen: denn dieser wird dem H\u00f6rer so stark unter die Nase gehalten, dass man gar nicht dazu kommt, den Duft selbst zu erschnuppern. Wie ein Schauspieler will Pachl die einzelnen Rollen und Charaktere darstellen, mit der Folge, dass man sie ihm eben nicht abkauft, da sie reinen Klischees entsprechen; dar\u00fcber hinaus zahlt die Intonation den Preis f\u00fcr die bildhafte Darstellung. Dazu kommt, dass Pachl auch Lieder w\u00e4hlte, die weit \u00fcber seinen Ambitus hinausreichen (z.B. Urschlamm-Idyll) \u2013 mit entsprechenden Resultaten. Rainer Maria Klaas, der Pianist mit dem \u201egr\u00f6\u00dften Repertoire Europas\u201c, pr\u00e4sentiert gl\u00e4nzend langweiliges und uninspiriertes Spiel. Struktur, Kontraste oder irgendeine Art von Form sucht man vergebens, mehr als nackte Noten gibt Klaas nicht wieder. In den Liedern steht das Klavier deutlich im Hintergrund, doch in den eingestreuten Solost\u00fccken kommt die Monotonie voll zum Ausdruck. Vorbildlich zeigt sich alleinig das umfangreiche und informierte Booklet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, November 2018]<\/strong><\/p>\n<pre><strong><a href=\"https:\/\/partner.jpc.de\/go.cgi?pid=116&amp;wmid=cc&amp;cpid=1&amp;target=https:\/\/www.jpc.de\/jpcng\/classic\/detail\/-\/art\/wagner-zyklus\/hnum\/8733711\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img class=\"alignnone size-medium wp-image-2947\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/N0061-300x298.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/N0061-300x298.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/N0061-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/N0061.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>\u00a0\u00a0 Bestellen bei jpc<\/a><\/strong><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thorofon, CTH26522; EAN: 4 003913 126528 Auf zwei CDs h\u00f6ren wir Peter P. 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