{"id":2991,"date":"2018-12-24T14:14:05","date_gmt":"2018-12-24T13:14:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=2991"},"modified":"2018-12-24T14:14:39","modified_gmt":"2018-12-24T13:14:39","slug":"die-weiten-des-meeres","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2018\/12\/24\/die-weiten-des-meeres\/","title":{"rendered":"Die Weiten des Meeres"},"content":{"rendered":"\n<p>Hyperion, CDA68245; EAN: 0 34571 28245<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/N0067-300x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2992\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/N0067-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/N0067-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/N0067.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em><br \/>Martyn Brabbins leitet die Aufnahme der \u201eA Sea Symphony\u201c von Ralph Vaughan Williams sowie dessen kurzes Chorwerk \u201eDarest thou now, O soul\u201c. Es spielt das BBC Symphony Orchestra und der BBC Symphony Chorus, die Soli singen Elizabeth Llewellyn und Marcus Farnsworth<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><br \/>Mit diesem Erstlingswerk auf dem Gebiet der Symphonik beweist Ralph Vaughan Williams h\u00f6chste Ambitionen. Sechs Jahre dauerte der Prozess des Komponierens und heraus kam eine knapp 70-min\u00fctige Symphonie f\u00fcr volles Orchester mit gro\u00dfem Chor, die schon vieles seiner sp\u00e4teren Klangwelt erkennen l\u00e4sst. Wie auch in den acht sp\u00e4ter komponierten Symphonien erleben wir ein Feuerwerk an Effekten und orchestralen Finessen, die auf \u00fcberbordende Wirkung ausgelegt wurden; Vaughan Williams wusste genau, wie man einen Orchesterapparat m\u00e4chtig und vielschichtig einsetzt. Es war das Scherzo der \u201eA Sea Symphony\u201c, das mich vor einigen Jahren auf die Musik des Engl\u00e4nders aufmerksam machte: Mich faszinierte der klangmalerische Stil, der die Wellen und den Wind so naturgetreu nachzustellen vermag und \u2013 zumindest in diesem Satz \u2013 in eine nachvollziehbare Form bringt.<\/p>\n\n\n\n<p><br \/>Voll und effektgeladen trumpft auch das BBC Symphony Orchestra und der BBC Symphony Chorus unter Leitung von Martyn Brabbins auf. Der Dirigent stimmt Chor und Orchester dynamisch aufeinander ab und schafft einen homogenen Klang zwischen Stimme und Instrument. Vor allem im Kopfsatz schafft Brabbins ausgewogene Kontraste und formale Zusammengeh\u00f6rigkeit, was bei Vaughan Williams\u2018 ausladenden S\u00e4tzen stets eine besondere Herausforderung darstellt; im Finale mag dies nicht ganz funktionieren: die Musik flie\u00dft recht ereignislos voran, ohne das Ohr des H\u00f6rers wirklich fesseln zu k\u00f6nnen. Der zweite Satz, \u201eOn the beach at night alone\u201c besticht durch den zarten Wechsel zwischen Solo und Chor und zutiefst empfundenes Gef\u00fchl von allen Beteiligten. Wild und wuchtig, aber nicht ungez\u00fcgelt, nimmt Brabbins das Scherzo, \u201eThe waves\u201c, wodurch die Naturgewalten umso wirkungsvoller hervorbrechen.<\/p>\n\n\n\n<p><br \/>Die Verbindung zu \u201eDarest thou now, O soul\u201c herrscht durch den Textbezug, dieses Werk und die Symphonie basieren beide auf Texten von Walt Whitman aus Leaves of Grass. Anders als die Sea Symphony verzichtet das \u00fcber 15 Jahre sp\u00e4ter komponierte \u201eDarest thou now, O soul\u201c vollst\u00e4ndig auf Effekt oder dynamischen Aufbau, sondern zeichnet ein Stimmungsgem\u00e4lde voller W\u00e4rme und Einfachheit. Brabbins nimmt dieses St\u00fcck gelassen, w\u00fcrdevoll und beinahe sakral.<\/p>\n\n\n\n<p><br \/><strong>[Oliver Fraenzke, Dezember 2018]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hyperion, CDA68245; EAN: 0 34571 28245 Martyn Brabbins leitet die Aufnahme der \u201eA Sea Symphony\u201c von Ralph Vaughan Williams sowie dessen kurzes Chorwerk \u201eDarest thou now, O soul\u201c. Es spielt das BBC Symphony Orchestra und der BBC Symphony Chorus, die Soli singen Elizabeth Llewellyn und Marcus Farnsworth. 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