{"id":3042,"date":"2019-02-03T10:24:15","date_gmt":"2019-02-03T09:24:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3042"},"modified":"2019-02-03T10:25:27","modified_gmt":"2019-02-03T09:25:27","slug":"aus-dem-schatten-zum-hoerer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/02\/03\/aus-dem-schatten-zum-hoerer\/","title":{"rendered":"Aus dem Schatten zum H\u00f6rer"},"content":{"rendered":"\n<p>Solo Musica, SM 291; EAN: 4\n260123 642914<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"300\" height=\"268\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/N0074.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3038\"\/><figcaption><br \/><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/01\/29\/out-of-the-shadow\/\"> [Rezension im Vergleich: Ulrich Hermann \u00fcber &#8222;Out of the Shadow&#8220;] <\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Album \u201eOut oft he Shadow\u201c widmet sich drei unbekannten Violinkonzerten bekannter Komponist: Tartinis Concerto in La Maggiore D 96, Haydns Violinkonzert G-Dur Hob.VIIa:4 und Mendelssohns fr\u00fches Konzert d-Moll f\u00fcr Violine und Streicher. Lavard Skou Larsen leitet die Salzburg Chamber Soloists, die Solovioline spielt Rebekka Hartmann.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOut oft he Shadow\u201c ist das\nResultat instrumentaler Meisterschaft und musikalischer Leidenschaft. Live wie\nauch auf CD erlebte ich beide, sowohl die Salzburg Chamber Soloists unter\nLavard Skou Larsen als auch die Violinistin Rebekka Hartmann, als feinf\u00fchlige,\npassionierte und perfektionistische Musiker \u2013 entsprechend gespannt war ich auf\ndiese Aufnahme.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Orchester sp\u00fcrt in Tartinis\nConcerto in La Maggiore D 96 noch das Klangideal der sp\u00e4ten Barockzeit auf und\nmarkiert die wiederkehrenden pochenden Figuren der Streicherstimmen, hebt allgemein\neinen non-legato-Charakter hervor. Die Solistin steht hierbei als Primus inter\nParens gleichberechtigt neben den anderen Stimmen, kann sich in den Soli\ndennoch gut absetzen vom Orchester. Besonders fein gelingen die Auszierungen in\nden langsamen S\u00e4tzen, wobei vor allem der zweite Satz durch die akzentuierten\nBr\u00fcche f\u00fcr Aufmerken sorgt.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Tartini etwa 135\nViolinkonzerte schrieb, so waren es bei Haydn lediglich drei, die belegt werden\nk\u00f6nnen. Eines davon ist das hier zu h\u00f6rende G-Dur-Konzert Hob.VIIa:4. In diesem\nvor 1770, also noch zu Tartinis Lebzeiten, entstandenen Werk empfinden die\nMusiker einen Gestus, der mehr der Wiener Klassik zugeordnet werden kann. Die\nVioline steht deutlicher im Vordergrund und schwingt sich zu H\u00f6henfl\u00fcgen \u00fcber\ndie Orchesterbegleitung auf. Rebekka Hartmanns Geigenstimme bleibt dabei leicht\nund unbeschwert, spielerisch und mancherorts gar keck. Dadurch entsteht ein hinrei\u00dfender\nKontrast zu den schlichten Streichorchesterbegleitungen, denen Lavard Skou\nLarsen einen Rest der barocken Markierung verleiht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Finale der Aufnahme bildet\nMendelssohns geniales Jugendkonzert f\u00fcr Violine und Streicher d-Moll, welches\ner mit gerade einmal 13 Jahren komponiert hat. Im zarten Jugendalter schrieb er\nbereits 12 Streichersymphonien, mehrere Konzerte und zahllose Kammermusikwerke,\ndie er gr\u00f6\u00dftenteils sp\u00e4ter in die Schublade legte: zu Unrecht! Dieses Konzert\nentdeckte Mendelssohn sp\u00e4ter und bearbeitete es, nichtsdestoweniger konnte es\nsich nicht gegen das bekannte e-Moll-Konzert durchsetzen. Wider Erwarten\nbesticht dieses Violinkonzert (ebenso wie Mendelssohns andere Fr\u00fchwerke!) eben\nnicht allein durch jugendlichen \u00dcbermut und Lebendigkeit, sondern zeigt in\ngleichem Ma\u00dfe nachdenkliche und fragile Seiten, die gar philosophisch\nreflektiert anmuten. Rebekka Hartmann stellt sich leidenschaftlich in den\nDienst dieser vor Inspiration spr\u00fchenden Musik, wie eine L\u00f6win bew\u00e4ltigt sie\nanmutig und selbstbewusst die virtuosen L\u00e4ufe und Figurationen, zieht sich dann\naber auch wieder zur\u00fcck in ganz verinnerlichte Welten, in denen sie sich selbst\noffenbart. Hier geschieht etwas Magisches: Rebekka Hartmann und die Salzburg\nChamber Soloists unter Lavard Skou Larsen gehen eine Symbiose ein, beginnen,\naus einem Atem und einem Puls heraus zu musizieren und das Konzert zu einer\nEinheit zu formen, gemeinsam und ohne Distanz zwischen Solist und Orchester.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke, Januar 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Solo Musica, SM 291; EAN: 4 260123 642914 [Rezension im Vergleich: Ulrich Hermann \u00fcber &#8222;Out of the Shadow&#8220;] Das Album \u201eOut oft he Shadow\u201c widmet sich drei unbekannten Violinkonzerten bekannter Komponist: Tartinis Concerto in La Maggiore D 96, Haydns Violinkonzert G-Dur Hob.VIIa:4 und Mendelssohns fr\u00fches Konzert d-Moll f\u00fcr Violine und Streicher. 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