{"id":3092,"date":"2019-03-05T23:16:50","date_gmt":"2019-03-05T22:16:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3092"},"modified":"2019-03-05T23:17:31","modified_gmt":"2019-03-05T22:17:31","slug":"wiederentdeckung-einer-walisischen-komponistin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/03\/05\/wiederentdeckung-einer-walisischen-komponistin\/","title":{"rendered":"Wiederentdeckung einer walisischen Komponistin"},"content":{"rendered":"\n<p>Grace Williams: Violinsonate; Sextett f\u00fcr Oboe, Trompete, Violine, Viola, Violoncello und Klavier; Suite f\u00fcr neun Instrumente; Romanze f\u00fcr Oboe und Klarinette; Sarabande f\u00fcr Klavier f\u00fcr die linke Hand; Rondo f\u00fcr zwei Violinen und optionales Violoncello<\/p>\n\n\n\n<p>London Chamber\nEnsemble \u2013 Madeleine Mitchell<\/p>\n\n\n\n<p>Naxos; EAN 747313138074 \/ 8.571380<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/N0082-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3093\" width=\"278\" height=\"278\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/N0082-1024x1024.jpg 1024w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/N0082-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/N0082-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/N0082-768x768.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/N0082.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Kaum scheint die betont konservative Klassikwelt die Scheu vor der Wiederentdeckung von Komponistinnen abzusch\u00fctteln, schon wird wieder ausgesiebt: W\u00e4hrend einerseits nun Komponistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts wie Emilie Meyer, Louise Farrenc, Clara Schumann oder Fanny Hensel inzwischen in gr\u00f6\u00dferem Stil so wiederentdeckt werden, dass sich dies auch in Einspielungen niederschl\u00e4gt und die Komponistinnen der Gegenwart im Prinzip ebenso stark beachtet werden wie ihre m\u00e4nnlichen Kollegen, sind es nun die Komponistinnen des 20. Jahrhunderts, die bei der Rehabilitierung weitgehend durchs Raster fallen. Kommen solche Komponistinnen zuf\u00e4llig auch noch aus Gro\u00dfbritannien, scheint die Lust an der Wiederentdeckung anscheinend g\u00e4nzlich zu erlahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine neue CD aus der Kooperation\nzwischen Naxos und der British Music Society zeigt, was uns da so\ngemeinhin durch die Lappen geht. Es ist dies das erst dritte Album\n\u00fcberhaupt mit Musik der immerhin schon 1977 verstorbenen walisischen\nKomponistin Grace Williams. \u00c4hnlich wie ihr Mentor Ralph Vaughan\nWilliams (einer der wenigen unter den etablierten Komponisten\n\u00fcbrigens, der sich auch der Ausbildung von Sch\u00fclerINNEN widmete und\ngleich mehrfach weibliche Kompositionstalente entdeckte und f\u00f6rderte)\nlehnte Williams ihr angetragene Ordens-W\u00fcrden ab, und so wurde weder\nRalph Vaughan Williams zum Sir noch Grace Williams zur Lady geadelt.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tte ihr der Status weitergeholfen,\num ihr musikalisches Werk zu verbreiten? Das kann man nur vermuten.\nQualitativ zeigt die vorliegende Naxos-CD jedenfalls, dass hier eine\nwirklich bedeutsame kompositorische Gr\u00f6\u00dfe wiederentdeckt werden\nkann. Anhang von sechs Werken aus den Jahren 1930 bis 1970 wird die\ngesamte stilistische Bandbreite von Grace Williams ausgelotet, und\ndies unter Ber\u00fccksichtigung gleich einer ganzen Reihe von\nWerkgattungen \u2013 von der Violinsonate \u00fcber Sextett, Bl\u00e4serduo,\nKlavier-Solost\u00fcck bis hin zu einer Suite f\u00fcr ein klein besetztes\nKammerorchester.<\/p>\n\n\n\n<p>Unverkennbar sind die Einfl\u00fcsse von\nWilliams\u2018 Lehrer Vaughan Williams, aber sie hat auch ihren eigenen\nTonfall, der expressiver ist als etwa die englischen Pastoralisten\nwie beispielsweise Finzi aber gem\u00e4\u00dfigter als die aufkeimende\nModerne um beispielsweise Britten oder Tippett \u2013 m\u00f6glicherweise\nein Erbe ihres zweiten prominenten Lehrers, des Wiener\nExpressionisten Egon Wellesz. Manchmal rutscht die Musik auch in eine\narchaisch erscheinende Volksmusikharmonik, die an die\n\u201eCowboy-Ballette\u201c eines Aaron Copland erinnert, der ja doch aus\neinem ganz anderen Kulturkreis stammt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Album ist eine der spannendsten\nEntdeckungen des noch jungen Jahres, und Fans von gediegener\nbritischer Musik sollten hier nicht z\u00f6gern, zumal die gebotenen\nInterpretationen von Madeleine Mitchell und den Solisten ihres London\nChamber Ensembles \u00fcberwiegend hochklassig sind und dieser extrem\nselten geh\u00f6rten Musik alle Ehre machen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Grete Catus, M\u00e4rz 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grace Williams: Violinsonate; Sextett f\u00fcr Oboe, Trompete, Violine, Viola, Violoncello und Klavier; Suite f\u00fcr neun Instrumente; Romanze f\u00fcr Oboe und Klarinette; Sarabande f\u00fcr Klavier f\u00fcr die linke Hand; Rondo f\u00fcr zwei Violinen und optionales Violoncello London Chamber Ensemble \u2013 Madeleine Mitchell Naxos; EAN 747313138074 \/ 8.571380 Kaum scheint die betont konservative Klassikwelt die Scheu vor &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/03\/05\/wiederentdeckung-einer-walisischen-komponistin\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Wiederentdeckung einer walisischen Komponistin<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13],"tags":[2998,2997,2999,200],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3092"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3092"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3092\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3095,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3092\/revisions\/3095"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}