{"id":313,"date":"2015-12-13T15:56:21","date_gmt":"2015-12-13T14:56:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=313"},"modified":"2015-12-13T15:56:54","modified_gmt":"2015-12-13T14:56:54","slug":"wenn-die-engel-singen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2015\/12\/13\/wenn-die-engel-singen\/","title":{"rendered":"Wenn die Engel singen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">OUR Recordings 6.220615 (Vertrieb Naxos); EAN: 7 47313 16156 0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/0014.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-314\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/0014-300x268.jpg\" alt=\"0014\" width=\"300\" height=\"268\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/0014-300x268.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/0014-1024x914.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Eu<\/em><em>rop\u00e4ische Weihnachtslieder vom 13. bis zum 18. Jahrhundert aus vielen L\u00e4ndern wurden von Michael Bojesen zusammengetragen und arrangiert f\u00fcr die Besetzung Chor und Blockfl\u00f6te. Er dirigiert das Danish National Vocal Ensemble mit der Blockfl\u00f6tenvirtuosin Michala Petri.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keine andere Zeit des Jahres verbinden wir heute so sehr mit Gesang wie die Zeit um Weihnachten, die Feier zur Geburt Christi. Schon in den fr\u00fchesten Choralsammlungen sind immer wieder Adventsges\u00e4nge zu finden; Das Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Advent, der stets mit dem ber\u00fchmten &#8222;Ad te levavi&#8220; eingel\u00e4utet wird. Doch nicht nur in der Kirche geh\u00f6rt der Gesang zu Weihnachten, auch im Bereich der Volksmusik ist er wesentlicher Bestandteil dieser Zeit der Feierlichkeit, und uns sind zu diesem Anlass aus vielen L\u00e4ndern unz\u00e4hlige Melodien und Texte \u00fcberliefert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Siebzehn dieser Weihnachtslieder nahm sich der Dirigent Michael Bojesen f\u00fcr diese Anthologie vor, wof\u00fcr er baskische, franziskanische, tschechische, englische, holl\u00e4ndische, deutsche, polnische und franz\u00f6sische Lieder sowie solche aus den &#8222;Piae Cantiones&#8220; ausw\u00e4hlte. Diese, mit einer Entstehungszeit zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert, bearbeitete er f\u00fcr sein internationale Reputation genie\u00dfendes Danish National Vocal Ensemble und Michala Petri, die ber\u00fchmte Blockfl\u00f6tistin, die sowohl in alter als auch in zeitgen\u00f6ssischer Musik zu Hause ist und bereits \u00fcber 150 Werke uraufgef\u00fchrt hat. Die Bearbeitungen von Michael Bojesen sind \u00e4u\u00dferst vielseitig, gut abgestimmt und k\u00f6nnen die herrlichen Volks- und Kirchenmelodien gleichzeitig piet\u00e4tvoll untermalen wie auch durch die Vielstimmigkeit bereichern. Der Chorsatz ist mit sichtlicher Erfahrung und Geschick gesetzt, alle Stimmen haben ihre besonderen Eins\u00e4tze und wechseln sich in der F\u00fchrung ab. Manch ein polphon versetzter Stimmeinwurf l\u00e4sst aufhorchen, und zu keiner Zeit l\u00e4uft die Musik Gefahr, zu langweilen durch einen gleichf\u00f6rmigen oder nichtssagenden Satz. Nicht weniger kunstvoll ist die Solofl\u00f6te Michala Petris eingewoben, die sich trotz des nat\u00fcrlich immer hervorstechenden Instrumentaltons erstaunlich gut in die Chorstimmen integrieren kann, sie auch teils solistisch umspielt und mit einem lamettaartig feinen Hauch versieht. Auch manch einen solistischen Auftritt gibt Michael Bojesen seiner grandiosen Blockfl\u00f6tistin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Danish National Vocal Ensemble, bestehend aus f\u00fcnf Sopran- und vier Altstimmen, sechs Ten\u00f6ren und f\u00fcnf B\u00e4ssen, die im achtstimmigen Chorsatz jeweils zweigeteilt auftreten, besticht mit gr\u00f6\u00dfter Sauberkeit und einem sehr entspannten, ruhigen Ton. Zu keiner Zeit lassen sie sich die Schwierigkeiten der teils vertrackten Stimmpolyphonien vernehmen, nie kommt Hektik und Unsicherheit auf. Ob alle Stimmen am aktiven melodi\u00f6sen Verlauf beteiligt sind oder ob die einen S\u00e4nger eine solide Basis bilden, \u00fcber der andere frei schweben k\u00f6nnen, ist in dieser Hinsicht vollkommen gleich, stets singt jeder Mitstreiter mit h\u00f6chster Inbrunst und Freude an der Musik. Der gesamte Chor wirkt trotz der geringen Stimmenzahl sehr robust und stabil mit gro\u00dfem Volumen und reicher F\u00fclle. Sehr angenehm ist auch die gute Textverst\u00e4ndlichkeit ohne die so zur Mode gewordene \u00dcberakzentuierung eines jeden Konsonanten. Der Arrangeur Michael Bojesen tritt hier auch als Dirigent auf und h\u00e4lt sein Werk zusammen. Er erreicht erstaunliche Synchronizit\u00e4t und achtet auf genaueste Abstimmung seiner S\u00e4nger, darauf, dass stets die zentralen Stimmen im Vordergrund stehen, ohne dass die anderen Linien im Hintergrund verloren gehen, auch schafft er ein tragf\u00e4higes Kontinuum des Spannungsverlaufs, das in einem gro\u00dfen Bogen jedes St\u00fcck zusammenh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine besondere Rolle kommt nat\u00fcrlich Michala Petri mit der Blockfl\u00f6te zu. Ihre erg\u00e4nzende und ausschm\u00fcckende Position als einzige Instrumentalistin verlangt einiges von der D\u00e4nin, indem sie ihre Fl\u00f6te auch sehr s\u00e4ngerhaft einzusetzen hat, um nicht aus dem Gesamtkonzept zu fallen. Ihre Stimme passt sich nun wunderbar in das Gesamtbild herein, s\u00e4mtliche virtuosen H\u00f6chstschwierigkeiten auf ihrem Instrument l\u00e4sst sie locker vergessen. Es klingt tats\u00e4chlich so, als w\u00e4re die Blockfl\u00f6te untrennbar mit diesen alten Melodien verbunden und als h\u00e4tte es nie eine andere M\u00f6glichkeit gegeben, den Chor zu verzieren. Der H\u00f6rer wird kein anderes Instrument vermissen und begl\u00fcckt sein \u00fcber die zarte Blockfl\u00f6te, die sich \u00fcber dem stimmungsvollen Chor zu freudigen H\u00f6henfl\u00fcgen hinrei\u00dfen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Let The Angels Sing&#8220; ist eine durch und durch empfehlenswerte CD f\u00fcr alle, die auch einmal andere Melodien zu Weihnachten zu h\u00f6ren w\u00fcnschen als diejenigen, die eh jedes Jahr rauf und runter gespielt werden, auch wenn auch hier das eine oder andere Lied durchaus nicht unbekannt ist. Es ist eine sch\u00f6ne Sammlung unterschiedlichster St\u00fccke aus verschiedenen L\u00e4ndern und Epochen, dargeboten von einem wahren Spitzenensemble. Nach dem H\u00f6ren dieser CD ist f\u00fcr mich klar, was es dieses Jahr beim Zusammensein um den Weihnachtsbaum als musikalische Begleitung geben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[Oliver Fraenzke, Dezember 2015]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OUR Recordings 6.220615 (Vertrieb Naxos); EAN: 7 47313 16156 0 Europ\u00e4ische Weihnachtslieder vom 13. bis zum 18. Jahrhundert aus vielen L\u00e4ndern wurden von Michael Bojesen zusammengetragen und arrangiert f\u00fcr die Besetzung Chor und Blockfl\u00f6te. Er dirigiert das Danish National Vocal Ensemble mit der Blockfl\u00f6tenvirtuosin Michala Petri. 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