{"id":3184,"date":"2019-04-22T18:09:26","date_gmt":"2019-04-22T16:09:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3184"},"modified":"2019-04-14T18:20:11","modified_gmt":"2019-04-14T16:20:11","slug":"wir-fuehlten-uns-auf-anhieb-sehr-zuhause","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/04\/22\/wir-fuehlten-uns-auf-anhieb-sehr-zuhause\/","title":{"rendered":"\u201eWir f\u00fchlten uns auf Anhieb sehr zuhause!\u201c\ufeff"},"content":{"rendered":"\n<p>Sofia de Salis und Iryna Krasnovska gingen f\u00fcr die Aufnahme ihrer Duo-CD in Wuppertals Immanuelskirche in Klausur<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"725\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/N0100-1024x725.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3185\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/N0100-1024x725.jpg 1024w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/N0100-300x213.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/N0100-768x544.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Foto @ Stefan Pieper<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Kirchenr\u00e4ume bieten eine gute Zuflucht, wenn es drau\u00dfen\nhei\u00df ist. Auch die Wuppertaler Immanuelskirche ist ein idealer Ort f\u00fcr\nKonzentration und Versenkung \u2013 in diesem Fall f\u00fcr die russisch-schweizerische\nFl\u00f6tistin Sofia de Salis und die ukrainische Pianistin Iryna Krasnovska, die im\nAugust 2018 in nur drei Tagen ihre neue CD \u201eShades of Love\u201c aufnahmen. Jetzt\nliegt das Resulat vor \u2013 jedes Werk von Franz Schubert, Robert Schumamm und\nC\u00e9sar Frank erz\u00e4hlt dabei eine Liebesgeschichte f\u00fcr sich.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die k\u00fchlen Temparaturen, die in dieser Kirche, die zum\nAufnahmeort f\u00fcr das ARS-Label umfunktioniert wurde, herrschen, f\u00f6rdern in\ndiesen \u201eHundstagen\u201c die entspannte Routine. Eine ganze Woche war f\u00fcr die\nAufnahmen eingeplant, aber schon nach drei Tagen steht alles weitgehend. \u201eWir\nf\u00fchlten uns auf Anhieb hier sehr zuhause\u201c &#8211;&nbsp;\nbekundet Sofia de Salis im Nachhinein. Sie benennt eine wichtige\nGrundlage f\u00fcr eine gute Aufnahme: \u201eIch muss mich frei f\u00fchlen. Iryna und ich\nsch\u00e4tzen am Tonmeister Manfred Schumacher, dass er nie bevormundet. Wir k\u00f6nnen\nhier machen, was wir wollen. Das ist sehr wichtig, um produktiv zu sein\u201c.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Was nicht ausschlie\u00dft, dass Schumacher Vorschl\u00e4ge macht und\nim richtigen Moment den Blick auf etwas lenkt. Wichtig sei, dass die letztliche\nEntscheidung bei den K\u00fcnstlerinnen selbst liegt: \u201eEs gibt Tonmeister, die haben\nschon irgendeine Version im Ohr und wollen diese dann auf die neue Aufnahme\nkopieren. Damit degradieren sie die Musiker zum Werkzeug ihrer eigenen\nVorstellungen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Von so etwas frei, durchdringt bei den Aufnahmesessions viel\nansteckende Spielfreude den Kirchenraum, der durch das ARS-Label zum Studio\numfunktioniert wurde. Die braucht es auch in diesem Moment, denn eine physisch\nfordernde Tour de Force bleiben die Werke f\u00fcr die neue CD allemal \u2013 nicht\nzuletzt wegen der riesigen emotionalen Bandbreite und den entsprechend\nauszugestaltenden Spannungsb\u00f6gen: \u201eVor allem Schuberts Arpeggione-Sonate war\neine fast sportliche Herausforderung f\u00fcr mich. F\u00fcr Iryna war Cesar Francks\nSonate mit ihrem gigantischen Klaviersatz besonders anspruchsvoll. Aber wir beide\nsind ein wunderbares Team und haben schon viele Jahre lang gemeinsam gespielt.\nIryna wei\u00df, wie sie mich motivieren kann, wenn bei mir die Kraft zur Neige\ngehen droht \u2013 und umgekehrt!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eShades of Love\u201c definiert das Thema f\u00fcr das gew\u00e4hlte\nProgramm f\u00fcr diese CD-Aufnahme: \u201eAlle Kompositionen dieser CD pr\u00e4sentieren sehr\nverschiedene Farben der Liebe und des Lebens an sich. Jedes St\u00fcck leistet\nseinen eigenen Beitrag dazu. Franz Schuberts Arpeggione-Sonate bringt ein altes\nStreichinstrument ins Spiel, auf dem Liebende einst gerne vor dem Fenster der\nAngebeteten musizierten. Robert Schumanns Romanzen sind eine Liebeserkl\u00e4rung an\nseine Frau Clara. Sie widerspiegeln dar\u00fcber hinaus Schumanns beginnende\npsychische Erkrankung. C\u00e9sar Francks Sonate hat auch etwas mit Liebe zu tun,\ndenn sie war als Hochzeitsgeschenk f\u00fcr Eugene Isaye gedacht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das gegenseitige Motivieren zwischen Sofia des Salis und\nIryna Krasnovsksa sowie die menschliche und fachliche Unterst\u00fctzung durch\nAnnette und Manfred Schumacher haben das Endresultatet h\u00f6rbar gepr\u00e4gt:\nSchuberts a-Moll-\u201cArpeggione\u201c-Sonate in dieser Version f\u00fcr Fl\u00f6te und Klavier,\nebenso Cesar Francks ber\u00fchmte A-Dur-Sonate werden auf dieser CD zu einem\nrunderneuerten H\u00f6rerlebnis. Spieltechnisch bietet Sofia des Salis einiges auf,\ndass es den H\u00f6rer in die elementare Gef\u00fchls-Fieberkurve dieser Komposition\nhinein zieht. Schumanns Romanzen markieren gewisse elegische Ruhepole nach\nhitzigen Gef\u00fchlskurven der voran gehenden Sonaten. Sofia de Salis ist stolz,\ndass diese CD auch eine Weltersteinspielung pr\u00e4sentiert. So ist Franz Schuberts\n\u201eAtzenbrugger Tanz\u201c zum ersten Mal f\u00fcr Fl\u00f6te aufgenommen worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die Fl\u00f6tistin Sofia des Salis gro\u00dfes\nkammermusikalisches Repertoire zur Sache ihres eigenen Instrumentes macht, hat\ndies immer etwas mit Aneignung zu&nbsp; tun.\n\u201eDa ist auch der Wunsch, zu zeigen, wie es auf der Fl\u00f6te klingt, was f\u00fcr andere\nInstrumente geschrieben war. Man muss es nicht vergleichen \u2013 es ist halt ein\nanderes Erlebnis.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt auch Limitierungen durch das eigene Instrument, die\nsich Sofia de Salis bewusst sind: \u201eWenn beispielsweise Schubert oder Franck f\u00fcr\nein Streichinstrument schreiben, kommen zwangsl\u00e4ufig Doppelgriffe ins Spiel.\nNat\u00fcrlich kann hier eine Violine, eine Viola oder ein Cello mehr.\u201c Daf\u00fcr hat\ndie Fl\u00f6te aber vieles in Sachen Unmittelbarkeit anderen Instrumenten voraus,\nund genau dieser Aspekt reizt die in Russland geborene, heute in der Schweiz\nlebende, vielbesch\u00e4ftigte Musikerin, deren Mutter Gesangslehrerin ist. Auf dem\nInstrument spielen und Singen liegt f\u00fcr Sofia de Salis sehr eng beieinander.\n\u201eIch kann in verschiedenen Tonlagen sehr flexibel die Klanggfarbe ver\u00e4ndern,\nso, als w\u00fcrde ich singen. Ich habe mir hierf\u00fcr eine spezielle Technik\nangeeignet, bei der die Luftmenge im Mund konzentriert wird. Vor allem in der\nCesar-Franck-Sonate mit seinen Tonlagenwechseln kommt mir das sehr zugute. Ich\nlaufe niemals Gefahr, dass der Ton flach wird, wenn es mal richtig hoch hinaus\ngeht\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Stefan Pieper; April 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sofia de Salis und Iryna Krasnovska gingen f\u00fcr die Aufnahme ihrer Duo-CD in Wuppertals Immanuelskirche in Klausur Kirchenr\u00e4ume bieten eine gute Zuflucht, wenn es drau\u00dfen hei\u00df ist. 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