{"id":3247,"date":"2019-05-19T19:55:03","date_gmt":"2019-05-19T17:55:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3247"},"modified":"2019-05-19T19:55:05","modified_gmt":"2019-05-19T17:55:05","slug":"ausdruck-puren-gluecks","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/05\/19\/ausdruck-puren-gluecks\/","title":{"rendered":"Ausdruck puren Gl\u00fccks"},"content":{"rendered":"\n<p>cpo 555 237-2; EAN: 7 61203 52372 6<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/N0107.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3248\" width=\"301\" height=\"301\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/N0107.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/N0107-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/N0107-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 301px) 100vw, 301px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Die Vorliegende CD stellt den zweiten Teil\nder Gesamtaufnahme aller Alfv\u00e9n-Symphonien durch das Deutsche\nSymphonie-Orchester Berlin unter \u0141ukasz Borowicz dar. Neben der 3. Symphonie\nop. 23 in E-Dur h\u00f6ren wir Bergakungen Orkestersvit (Suite aus: Der Bergk\u00f6nig)\nop. 37 und die Uppsala Rhapsodie op. 34.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Hugo Alfv\u00e9n schrieb\ndie erste schwedische Symphonie, die sich in internationalen Konzerts\u00e4len\netablieren konnte \u2013 noch vor seinen Kollegen Wilhelm Stenhammar und Wilhelm\nPeterson-Berger. Gerne angemerkt wird Alfv\u00e9ns Meisterschaft der Instrumentation\noder sein sp\u00e4tromantischer Stil unter Einbezug schwedischer Folklore. Was \u00fcber\nall das vergessen wird, ist die Lebendigkeit und Leichtigkeit, die seine Musik\nverstr\u00f6mt. Allein durch die Inspiriertheit seiner Einf\u00e4lle und die dadurch\nentstehende \u201eMagie\u201c tr\u00e4gt der Komponist den H\u00f6rer selbst durch die l\u00e4ngsten\nFormen. Der H\u00f6rer versteht sogleich die musikalischen Strukturen und kann dem\nEntstehen bewusst beiwohnen, eine gut dosierte Priese Effekthascherei l\u00e4sst ihn\ndabei immer wieder aufhorchen und h\u00e4lt die Konzentration oben. Bildlichkeit und\nLyrik in reinster Form durchziehen die Musik und halten sie auf der Waage\nzwischen konkret und abstrakt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die dritte Symphonie\nop. 23 soll kein architektonisches Meisterwerk darstellen, nicht die\nsymphonische Form erneuern oder durch besonderen innermusikalischen\nZusammenhalt beeindrucken \u2013 sie soll ausschlie\u00dflich dem Gl\u00fcck Ausdruck geben,\ndas Alfv\u00e9n zur Zeit ihrer Skizzierung empfand, was ihr auch die sonnige Tonart\nE-Dur verlieh. Selbstverst\u00e4ndlich geht die 40-min\u00fctige Symphonie weit \u00fcber den\nInhalt eines reinen Stimmungsbilds hinaus. Mit schlichten Mitteln spannt die\nMusik gro\u00dfe B\u00f6gen \u00fcber die S\u00e4tze und verbindet sie teils durch \u00e4hnliche\nThematik. Zudem bezieht sie Elemente schwedischer Folklore mit ein, die im\nRahmen dieses Werks nicht mehr der reinen Volksmusik zugeordnet werden k\u00f6nnen,\nandererseits aber auch nicht wie Kunstmusik wirken \u2013 was ihnen einen ganz\neigenen Charme verleiht. Die Uppsala Rhapsodie op. 24 beinhaltet \u2013 \u00e4hnlich wie\nBrahms\u2018 Akademische Festouvert\u00fcre \u2013 verschiedene Studenten- und Trinklieder,\nAlfv\u00e9n komponierte sie zur Ged\u00e4chtnisfeier der Universit\u00e4t von Uppsala 1907 zum\n200. Geburtstag des Botanikers Carl von Linn\u00e9. In der Suite aus dem Ballett Der\nBergk\u00f6nig erwachen all die mythischen Figuren der nordischen Sagenwelt\nmusikalisch zum Leben, die Trolle h\u00fcpfen und tanzen f\u00f6rmlich vorm inneren Auge.\nDie Suite geh\u00f6rt zu den feinsten und fragilsten Werken des Romantikers.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bergk\u00f6nig-Suite\nist es auch, die das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin besonders befl\u00fcgelt,\nder Musik so viel Farbe und Ausdruck wie m\u00f6glich zu entlocken. Allgemein\npr\u00e4sentiert das Orchester unter F\u00fchrung von \u0141ukasz Borowicz enorme Pr\u00e4zision\nund ist sowohl in den einzelnen Instrumentengruppen als auch zwischen ihnen\nminuti\u00f6s abgestimmt. Mit dieser Genauigkeit mei\u00dfelt Borowicz die einzelnen\nLinien aus der dichten Orchestration Alfv\u00e9ns heraus und verleiht ihnen Kontur.\nSo gelingt es dem Dirigenten, dass die Pr\u00e4zision nicht zum Selbstzweck\ndegradiert wird, sondern die Massivit\u00e4t der Orchestration auflockert und aus\nihr luzide Kl\u00e4nge hervorbringt. Bei der Uppsala-Rhapsodie verl\u00e4sst sich das\nOrchester noch zu sehr allein auf die Wirkung der Musik, die Symphonie spornt\ndie Musiker mehr an, als Gemeinschaft in ihr den Ausdruck des Gl\u00fccks zu\nerforschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schade blo\u00df, dass\ndie Aufnahmetechnik nicht mit der Interaktion der Musiker mith\u00e4lt, gerade die\nTiefen verw\u00e4ssern und tr\u00fcben sich ein durch unpr\u00e4zise Klangdifferenzierung.\nHier wurde wohl zu viel Aufmerksamkeit auf das Holz und die Geigen gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke, Mai 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>cpo 555 237-2; EAN: 7 61203 52372 6 Die Vorliegende CD stellt den zweiten Teil der Gesamtaufnahme aller Alfv\u00e9n-Symphonien durch das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter \u0141ukasz Borowicz dar. Neben der 3. Symphonie op. 23 in E-Dur h\u00f6ren wir Bergakungen Orkestersvit (Suite aus: Der Bergk\u00f6nig) op. 37 und die Uppsala Rhapsodie op. 34. 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