{"id":3261,"date":"2019-05-27T08:59:31","date_gmt":"2019-05-27T06:59:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3261"},"modified":"2019-05-22T09:02:30","modified_gmt":"2019-05-22T07:02:30","slug":"ein-musikalischer-spass","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/05\/27\/ein-musikalischer-spass\/","title":{"rendered":"Ein musikalischer Spa\u00df"},"content":{"rendered":"\n<p>Matin\u00e9e des\nSymphonieorchesters Wilde Gungl M\u00fcnchen<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Sonntag, 19. Mai 2019 um 11 Uhr im\nPrinzregententheater<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eMerken Sie sich, wie\nwichtig eine gute Moderation f\u00fcr ein Konzert ist!\u201c \u2013 so unterstrich mein Lehrer\nKurt Weinh\u00f6ppel \u2013 der Leiter des Capella Monacensis \u2013 die Bedeutung dieser\nTatsache.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>So geschehen am vergangenen Sonntag im M\u00fcnchner\nPrinzregententheater im Konzert des einst Richard Strauss eng verbundenen\nTraditionsorchesters \u201aWilde Gungl\u2018, einem Konzert, das mit Telemann begann und\nmit Prokofjew endete unter dem Motto \u201eEin musikalischer Spa\u00df\u201c. Im ersten Teil\nSt\u00fccke von Telemann, Mozart, Haydn und Beethoven. Und bei so vielen\nverschiedenen \u201eH\u00e4ppchen\u201c ist die verbindende Moderation besonders wichtig,\nsonst zerf\u00e4llt das Programm vielleicht ohne inneren Zusammenhang. Und diesen\nstellten eben die unterhaltsamen, informativen und lockeren Ansagen des Konzertmeisters\nArnim Rosenbach in seiner ganz eigenen Art und Weise her.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit vierfachem Horn begann das Orchester, f\u00fcr die damalige\nZeit in einer Orchestersuite von Georg Philip Telemann (1681-1767) eine\nSeltenheit, die aber einen der Reize dieser barocken Musik ausmachte. Auch zwei\nS\u00e4tze aus der \u201eLodronischen Nachtmusik\u201c von Wolfgang Amad\u00e9 Mozart \/1756-1791)\nund das Andante aus der Symphonie mit dem Paukenschlag von Joseph Haydn\n(1732-1809) zeigten, dass das Orchester und sein Dirigent Michele Carulli sich\nbestens auf die \u201ealte\u201c Musik verstehen. Besonders, als Arnim Rosenbach Maestro\nCarullis Lieblingskomponisten Ludwig van Beethoven ansagte, dessen Allegretto scherzando\naus der 8. Symphonie den H\u00f6hepunkt des ersten Teiles bildete.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Pause dann die hinrei\u00dfende Ouvert\u00fcre von Otto\nNicolai (1810-49) aus seiner Oper \u201eDie lustigen Weiber von Windsor\u201c, die mit\ndem stark vergr\u00f6\u00dferten \u201eGro\u00dfen Orchester\u201c einschlie\u00dflich gran cassa = grosse\nTrommel, Glockenspiel, Harfe und gro\u00dfer Bl\u00e4serbesetzung zeigte, was unter der animierenden\nund begeisternden Leitung in diesem Orchester steckt. Es war ein Vergn\u00fcgen,\ndieser schwungvollen und doch auch \u00e4u\u00dferst differenzierten Musik zu lauschen.\nUnd mit diesem Schwung ging es nat\u00fcrlich weiter, denn die beiden Werke der\nBr\u00fcder Josef Strau\u00df (1827-1870) \u201eMein Lebenslauf ist Lieb und Lust\u201c op. 263 und\ndie von mir noch nie geh\u00f6rte \u201eWitzblitz\u201c Polka-schnell von Eduard Strau\u00df\n(1835-1916), dem j\u00fcngsten der Strau\u00df-Br\u00fcder verspr\u00fchten ihren Charme, ihren\nHumor und ihre ber\u00fchrende Energie unter der nicht nur dirigierenden, sondern\nfast getanzten Leitung ihres Maestro Carulli.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann ein Sprung ins zwanzigste Jahrhundert nach Russland zu\nDmitri Schostakowitsch (1906-1975) und Sergej Prokofjew (1891-1953). Vom ersten\ngab es \u2013 dem Anlass entsprechend seinen \u201eScherzwalzer\u201c aus der Ballettsuite Nr.\n1 zu h\u00f6ren, ein St\u00fcck angef\u00fchrt von einer \u00e4u\u00dferst hohen Piccolo-Fl\u00f6te, sehr\nironisch mit einer kleinen versteckten \u201eOhrfeige\u201c mitten im St\u00fcck, so unterhaltend\ndie ganz andere Seite dieses gro\u00dfen symphonischen Komponisten zeigend, und zum\nAbschluss&nbsp; \u201eHochzeit und Troika\u201c aus der\nSuite aus Prokofieffs Filmmusik \u201eLeutnant Kishe\u201c. Ja, exzellente Filmmusik hat\nProkofjew geschrieben, und das war damals ein echter Hit, was auch in diesem\nKonzert und mit diesem Orchester gelang.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfer Beifall, alle solistisch t\u00e4tigen Musikerinnen und\nMusiker bekamen ihren extra-verdienten Beifall, Maestro Carulli sowieso, Blumen\nund zwei Zugaben von Johann Strau\u00df, eine Polka mit Publikums-Beteiligung und\nzum Schluss das ber\u00fchmte \u201ePerpetuum Mobile\u201c, bei dem sich Michele Carulli\nlangsam aus \u201eseinem\u201c Orchester davonschlich&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei herrlichem Fr\u00fchlingssonnenschein ein so schwungvolles\nund beschwingtes Konzert, dem ganzen Orchester geb\u00fchrt ein Riesen-Blumenstrau\u00df\nf\u00fcr derlei sonnt\u00e4glichen Ohren-Schmaus!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Ulrich Hermann, Mai 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Matin\u00e9e des Symphonieorchesters Wilde Gungl M\u00fcnchen &nbsp;Sonntag, 19. 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