{"id":3334,"date":"2019-07-17T06:18:56","date_gmt":"2019-07-17T04:18:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3334"},"modified":"2019-07-10T11:29:32","modified_gmt":"2019-07-10T09:29:32","slug":"laute-ein-sanftes-instrument","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/07\/17\/laute-ein-sanftes-instrument\/","title":{"rendered":"Laute? Ein sanftes Instrument"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Fantasia Bellissima<\/strong>; Bernhard Hofst\u00f6tter, Laute; Werke aus der Lemberg Lautentabulatur von Anonymii, John Dowland (1562-1626), Claudin de Sermisy (1490-1562), Pierre Sindrin (1490-1561) und anderen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0124.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3335\" width=\"341\" height=\"341\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0124.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0124-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0124-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Schon beim ersten Ton springt die Faszination dieser \u201ealten\u201c Musik \u00fcber, f\u00fcllt der intime, weiche Lautenklang der siebench\u00f6rigen Laute, die Bernhard Hofst\u00f6tter da \u201etraktiert\u201c, den Raum und das Ohr. Anders als bei den allermeisten klassischen Gitarristen \u2013 deren CDs ja vor allem die Firma NAXOS so inflation\u00e4r anbieten zu m\u00fcssen scheint \u2013 erklingt auf dieser CD mit dem ansprechenden Titel Fantasia Bellissina wirklich Musik und nicht nur zusammenhanglose einzelne Kl\u00e4nge oder Noten. Die in allen St\u00fccken \u00fcberzeugend gestaltete Polyphonie wird h\u00f6chst musikalisch ausmusiziert, der Klang bleibt auch bei schnellen Rasguado-Stellen \u2013 die es in dieser Zeit durchaus auch bereits gibt &#8211;&nbsp; weich und voll, die Rhythmen t\u00e4nzerisch erf\u00fcllt und die ruhige Verzauberung der \u201eAlten Musik\u201c kann sich ganz und voll entfalten und den H\u00f6rer mitnehmen in die Zeit zwischen dem f\u00fcnfzehnten und dem siebzehnten Jahrhundert. Solche hochchromatischen Werke wie die \u201eForlorn Hope Fancy\u201c von John Dowland&nbsp; sind ein H\u00f6hepunkt dieser Scheibe. Aber auch die anderen St\u00fccke \u2013 Valentin Greff Bakfark (1507-76), der \u00fcbrigens auch als Geheim-Agent unterwegs war in ganz Europa, ist mit einem St\u00fcck vertreten, ebenso Cl\u00e9ment Jannequin (1485-1558), Joan Ambrosio Dalza (um 1508), Giovanni Pacolini (16. Jh.) oder Jacquet de Berchem (1505-1565) sowie anonyme Komponisten, deren St\u00fccke in der Lemberger Lautentabulatur vergessen waren, bis sie ein Wiener Antiquar 1937 verkaufte und sie in Lemberg (Lwiw) in der Ukraine landeten und dort&nbsp; entdeckt und nun als bemerkenswertes Zeugnis dieser gro\u00dfartigen Renaissance-Musik in hervorragender Realisation durch den \u00f6sterreichischen Musiker Bernhard Hofst\u00f6tter zu meinem Leben erweckt wurden. Dass Hofst\u00f6tter unter anderem auch Violine studiert hat \u2013 nebst seiner akademischen Ausbildung als Jurist &#8211;&nbsp; und sehr wohl wei\u00df, was eine Melodie ist \u2013 auch da den meisten der klassischen Gitarristen weit voraus &#8211;&nbsp; und wie sie richtig und musikalisch ausgef\u00fchrt wird auch auf so einem diffizilen Instrument wie der Laute, hebt diese CD \u2013 wie \u00fcbrigens auch manche anderen Lauten-CDs \u2013 wohltuend heraus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Ulrich Hermann, Juli 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fantasia Bellissima; Bernhard Hofst\u00f6tter, Laute; Werke aus der Lemberg Lautentabulatur von Anonymii, John Dowland (1562-1626), Claudin de Sermisy (1490-1562), Pierre Sindrin (1490-1561) und anderen. Schon beim ersten Ton springt die Faszination dieser \u201ealten\u201c Musik \u00fcber, f\u00fcllt der intime, weiche Lautenklang der siebench\u00f6rigen Laute, die Bernhard Hofst\u00f6tter da \u201etraktiert\u201c, den Raum und das Ohr. Anders als &hellip; <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/07\/17\/laute-ein-sanftes-instrument\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Laute? 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