{"id":3358,"date":"2019-07-23T21:23:06","date_gmt":"2019-07-23T19:23:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3358"},"modified":"2019-07-23T21:23:08","modified_gmt":"2019-07-23T19:23:08","slug":"motto-sommermaerchen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/07\/23\/motto-sommermaerchen\/","title":{"rendered":"Motto \u201eSommerm\u00e4rchen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Sonntag, 21. Juli 2019 Konzert der \u201eWilden Gungl\u201c im\nBrunnenhof der Residenz<\/p>\n\n\n\n<p>Musik von W.A. Mozart, Carl Reinecke und Franz Schubert.<\/p>\n\n\n\n<p>Solistin: Ivanna Ternay, Querfl\u00f6te; Dirigent: Michele Carulli<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0128-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3359\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0128-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0128-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0128-768x512.jpg 768w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0128.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Foto (c) M. Hallersleben<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wenn Engel Musizieren, spielt auch Petrus\nmit! So konnten alle Besucher &#8211; anders als im Vorjahr &#8211; in den Genuss des Sommerkonzerts\nim Freien kommen, was die \u201eWilde Gungl\u201c in diesem Sommer unter dem Motto\n\u201eSommerm\u00e4rchen\u201c in der lauen Sommernacht ert\u00f6nen lie\u00df. Mit Mozarts Ouvert\u00fcre\nzur \u201eZauberfl\u00f6te\u201c begann &#8211; nach der gl\u00fccklicherweise \u00fcblichen, sehr\ninformativen, stimmigen und anregenden Anmoderation durch Konzertmeister Arnim\nRosenbach &#8211; die \u201eKlangrede\u201c zur wohl bekanntesten Oper Mozarts. Ein gelungener\nAuftakt, der doch immer wieder \u00fcberrascht, wenn die ber\u00fchmten drei Akkorde\nert\u00f6nen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Zum zweiten St\u00fcck, dem Fl\u00f6tenkonzert in D-Dur des Komponisten Carl Reinecke (1824-1910), das er mit 84 Jahren\u00a0 komponierte, erschien die Solistin Ivanna Ternay auf der B\u00fchne. Dass dieser Komponist 30 Jahre lang das Leipziger Gewandhausorchester geleitet hat und als Lehrer von vielen bekannten Musikern wie Grieg oder Janacek (und vielen anderen) als Komponist genau wusste, wie ein Solokonzert zu sein hatte, wurde auch in diesem Werk sehr eindr\u00fccklich vermittelt: Nie \u00fcbert\u00f6nt das Orchester die Fl\u00f6te, wenn es in den drei S\u00e4tzen \u00fcbrigens hervorragend und behutsam begleitet; hat es selbst etwas Wichtiges im Forte zu sagen, ist es federf\u00fchrend ohne die Solistin. Der wunderbare Fl\u00f6tenton von Frau Ternay kam also mit einer Vielzahl von erlesenen Melodien genau so zum Tragen wie der Klang der \u201eWilden Gungl\u201c unter der Stabf\u00fchrung seines Dirigenten Michele Carulli. Eine Begegnung mit einem selten gespielten Fl\u00f6tenkonzert, das im Sommerabend genau die richtige Stimmung verbreitete.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nach der Pause war die Musik von Franz Schubert federf\u00fchrend, wieder einmal wurde klar, wie sehr Schuberts Musik durchaus auch opernhaft dramatisch klingen konnte, neben der Melodienseligkeit, die immer wieder entz\u00fcckt und begeistert. Es stand neben der Ouvert\u00fcre zur verschollenen Oper \u201eDie Zauberharfe\u201c einiges aus \u201eRosamunde\u201c auf dem Programm. All die leisen und lauten T\u00f6ne, immer wieder \u00fcberraschend in ihrer Klanglichkeit und der teilweise k\u00fchnen, sogar in einem St\u00fcck schon auf Bruckner hinweisende Harmonik, machten wieder einmal klar, was f\u00fcr ein Genie dieser jung verstorbene Musiker war. Gerade auch im Wettstreit mit dem damals in Wien zu Superstars emporgejubelten beiden Italienern Rossini und Paganini, der Schubert durchaus bewusst war. Die Atmosph\u00e4re lie\u00df Orchester und Dirigent zu Hochform auflaufen, gro\u00dfer Beifall, den der Dirigent selbstverst\u00e4ndlich mit den verschiedensten, besonders hervorgehobenen Musikerinnen und Musikern teilte und der mit zwei Zugaben von Edvard Grieg belohnt wurde:\u00a0 Aus Peer Gynt \u201eAnitras Tanz\u201c und \u201eIn der Halle des Bergk\u00f6nigs\u201c. In diesen beiden St\u00fccken zeigte sich auch das enorme kom\u00f6diantische und t\u00e4nzerische Talent von Maestro Michele Carulli, der sich der Musik mit der ihm eigenen Begeisterung, mit Leib und Seele hingab. Blumen und gute W\u00fcnsche f\u00fcr die Zeit bis zum September.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp; Im \u00dcbrigen: Ceterum censeo, aber das ist ja\ninzwischen leider Usus beim M\u00fcnchner Feuilleton&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Ulrich Hermann, Juli 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag, 21. 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