{"id":3378,"date":"2019-07-30T14:51:25","date_gmt":"2019-07-30T12:51:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3378"},"modified":"2019-07-30T14:51:29","modified_gmt":"2019-07-30T12:51:29","slug":"ueber-das-leben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/07\/30\/ueber-das-leben\/","title":{"rendered":"\u00dcber das Leben"},"content":{"rendered":"\n<p>Aurora, ACD5093; EAN: 7044581350935<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0131.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3379\" width=\"301\" height=\"301\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0131.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0131-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/N0131-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 301px) 100vw, 301px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Als Concerto Grosso\nf\u00fcr Orchester, f\u00fcnf Solisten und Rezitation bezeichnet Helge Iberg seine \u201eSongs\nfrom the Planet of Life\u201c. Wir h\u00f6ren den neunteiligen Zyklus mit dem\nNorwegischen Radioorchester unter Kai Grinde Myrann. Elise B\u00e5tnes spielt das\nGeigensolo, Christian Ihle Hadland das Klavier und Tom Ottar Andreassen die\nAltfl\u00f6te; als S\u00e4nger wirken Marianne Beate Kielland und Frank Havr\u00f8y; Liu\nTiegang rezitiert die chinesischen Originale und Sidsel Endresen die englische\n\u00dcbersetzung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl Iberg dieses Werk als \u201eSongs\u201c \u00fcbertitelt hat, spielt\ndie menschliche Singstimme nur eine Nebenrolle. Die chinesischen Dichtungen der\nTang Dynastie dienen der Komposition mehr als inspirierende Idee und nicht als\nTextgrundlage, nur kurze Abschnitte werden in deutschen und englischen\n\u00dcbersetzungen tats\u00e4chlich gesungen; die Stimmungen der Dichtungen vermittelt\ndas Orchester. F\u00fcr \u201eSongs from the Planet of Live\u201c w\u00e4hlte Helge Iberg sich\nTexte aus, die auch Mahler f\u00fcr sein \u201eLied von der Erde\u201c verwendete. Diese Texte\nwaren im sp\u00e4ten 19. wie im 20. Jahrhundert \u00e4u\u00dferst beliebt, wobei man sich auf Hans\nBethges \u00dcbersetzungen berief, die er in der \u201eKinesischen Fl\u00f6te\u201c publizierte.\nLieder aus dieser Sammlung wurden von Weingartner und Strauss vertont, ebenso von\nEisler, Braunfels, Busch, von Einem, G\u00e1l, Genzmer, Graener, Wellesz, Webern,\nLehar, Krenek, Penderecki, Valen, Toch, Sch\u00f6nberg, R\u00f6ntgen, Szymanowski,\nSj\u00f6gren und vielen anderen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der neunteilige Zyklus \u201eSongs from the Planet of Life\u201c wird\nstrukturiert durch die Rezitationen in chinesischer und englischer Sprache\n(durch Liu Tiegang und Sidsel Endresen), so dass zum einen der Originalklang\nzum Vorschein kommt und zum anderen der H\u00f6rer einen Eindruck davon erh\u00e4lt,\nworauf sich die Musik bezieht. Teils unterbricht hierf\u00fcr die Musik, teils\nbeginnt sie bereits im Hintergrund, sich aufzubauen und eine Stimmungsgrundlage\nzu schaffen. Die Musik selbst strahlt innige Ruhe aus, bleibt parallel aber im\nFluss der st\u00e4ndigen Umformung, sie ist von dichter Textur und doch klar im\nAufbau. So spiegelt sie die aphoristischen und gleichzeitig tiefgehenden\nchinesischen Dichtungen in ihrer Struktur wider, denn auch sie gibt sich\nfl\u00fcchtig wie parallel sp\u00fcrbar reflektiert. Iberg verwendet daf\u00fcr eine moderne\nTonsprache mit vielen nahe beieinanderliegenden T\u00f6nen, teils gar\ncluster\u00e4hnlichen Gebilden, denen er jedoch die Sch\u00e4rfe der Dissonanzen raubt,\nindem er weiche Artikulationen vorschreibt und betont auf den melodischen\nAspekt setzt. Gr\u00f6\u00dftenteils flie\u00dft die Musik gem\u00e4chlich, nur kurze rhythmisch\nmarkante Passagen sorgen f\u00fcr Kontrast. Die Solisten sch\u00e4len sich gelegentlich\naus dem Orchesterapparat heraus, bleiben diesem jedoch verbunden und stellen\nsich weder klanglich, noch artikulatorisch als Solisten vor, was zu einer\nEinheitlichkeit f\u00fchrt. Das Norwegian Radio Orchestra spielt unter den H\u00e4nden\nKai Grinde Myranns, der die Stimmungen ersp\u00fcrt und die meditative Ruhe zu\nvermitteln wei\u00df. Er b\u00e4ndigt die Musiker, als Gemeinschaft zu wirken; er sucht\nBeziehungen in der Musik und h\u00e4lt so Musik wie Musiker zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke,\nJuli 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aurora, ACD5093; EAN: 7044581350935 Als Concerto Grosso f\u00fcr Orchester, f\u00fcnf Solisten und Rezitation bezeichnet Helge Iberg seine \u201eSongs from the Planet of Life\u201c. Wir h\u00f6ren den neunteiligen Zyklus mit dem Norwegischen Radioorchester unter Kai Grinde Myrann. 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