{"id":3420,"date":"2019-08-27T10:21:15","date_gmt":"2019-08-27T08:21:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3420"},"modified":"2019-08-27T10:21:17","modified_gmt":"2019-08-27T08:21:17","slug":"hommage-a-pablo-casals","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/08\/27\/hommage-a-pablo-casals\/","title":{"rendered":"Hommage \u00e0 Pablo Casals"},"content":{"rendered":"\n<p>Naxos, 8.551418; EAN: 7 30099 14183 3<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/N0142.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3421\" width=\"294\" height=\"294\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/N0142.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/N0142-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/N0142-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Wenngleich der\nWidmungstr\u00e4ger dieser CD mit nur einem kleinen St\u00fcck im Programm enthalten ist,\nso dreht sich der Geist dieser Aufnahme doch vollst\u00e4ndig um ihn. Die Rede ist\nvom legend\u00e4ren Cellisten Pau, oder Pablo, Casals, dessen \u201eCant dels Ocells\u201c die\nHommage-CD beschlie\u00dft. Davor zu h\u00f6ren sind zwei improvisatorische Pr\u00e9ludes des\nausf\u00fchrenden Cellisten Yorick-Alexander Abel, \u201eLampes de Sagesse\u201c (2000) und\n\u201eSagesse Am\u00e9rindienne\u201c (2010), die er je Pau Casals gewidmet hat, Johann\nSebastian Bachs Suite in G-Dur BWV 1007, Enric Casals Suite Per Violoncel Sol\n\u201eA Pau Casals\u201c und Paduana von Arthur Honegger.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Cello-Suiten Bachs heute den ihnen zustehenden\nStellenwert in der Literatur f\u00fcr das Instrument besitzen, ist in erster Linie\nPau Casals zu verdanken (den man haupts\u00e4chlich unter seinem spanischen Namen\nPablo kennt). Dessen zutiefst empfundene und der Musik g\u00e4nzlich alles\nentlockende Auff\u00fchrungen und Aufnahmen dieser Suiten f\u00fchrten zu einem\nregelrechten Boom unter den Cellisten, der bis heute anh\u00e4lt. So kann eine\ndieser Suiten auf dem Programm Yorick-Alexander Abels nicht fehlen. Abel\numrundet die Suite mit zwei eigenen Kompositionen\/Improvisationen, den Pr\u00e9ludes\n\u201eLampes de Sagesse\u201c und \u201eSagesse Am\u00e9rindienne\u201c, von welchem vor allem das\nzweite die nat\u00fcrlichen Schwingungen des Cellos auskostet und tief in den Nachhall\nhineinlauscht. Das erste der Pr\u00e9ludes hat einen orientalischen Touch, setzt\ndiesen aber auf westliche Weise um. Beide St\u00fccke besitzen eine tief meditative\nAura, der best\u00e4rkende Kr\u00e4fte innewohnen. Als Pau Casals im Jahr 1973 verstarb,\nwidmete ihm sein j\u00fcngerer Bruder Enric (selbst bereits \u00fcber 80) eine\nviers\u00e4tzige Suite f\u00fcr Cello solo. Pr\u00e9lude und Eleg\u00eda stehen im Zeichen der\nTrauer, \u00f6ffnen melancholische wie elegische Welten erhabener Sch\u00f6nheit.\nDurchbrochen werden diese durch die ruppige Fassungslosigkeit des Scherzandos,\ndas beinahe d\u00e4monische Kr\u00e4fte freisetzt. Das Finale setzt dort an, wo das\nScherzando aufh\u00f6rte, kehrt aber nach und nach in die Resignation zur\u00fcck. Im\nProgramm folgt Honeggers Pavane-artige Paduana, ein zutiefst erhabener und\ntr\u00f6stender Satz, der eine nie realisierte Suite einleiten sollte, in diesem\nKontext aber Enric Casals Suite um einen hoffnungsvollen Nachsatz bereichert.\nEines der meistgespielten St\u00fccke f\u00fcr Cello stellt Pau Casals \u201eCant dels Ocells\u201c\nmit seinen bildlichen Vogelrufen zu Beginn und den nachfolgend hinrei\u00dfenden\nKantilenen dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch allumfassende Innigkeit und Echtheit besticht das\nSpiel von Yorick-Alexander Abel, seine musikalisch ehrliche und durchweg\nnat\u00fcrliche Weise spricht den H\u00f6rer unmittelbar an und zieht ihn in den Bann der\nT\u00f6ne. Abel vermittelt die Musik und versetzt sein Publikum in die meditativen\nSph\u00e4ren, die er mit seinem Spiel verstr\u00f6mt. Jeder Ton ist ersp\u00fcrt, die\nBeziehungen erlebt und die Struktur verstanden \u2013 dies verleiht der Musik eine\nunentrinnbare und transzendierende Kraft. Die Ruhe beh\u00e4lt Yorick-Alexander Abel\nselbst in den aufbrausenden S\u00e4tzen von Enric Casals Suite, die dadurch nur noch\ngewaltiger erscheinen; die elegischen S\u00e4tze erhalten durch sie eine\nmitempfundene Trauer, die nie verj\u00e4hrt. Die Cellosuite Bachs bleibt so zeitlos\nwie eh und je, noch immer aktuell in ihrer Aussage. Abel bringt die gesamte\nvielstimmige Textur zum Vorschein, verbindet die einzelnen Phrasen gekonnt und\nzaubert all die harmonische Feinheiten an die Oberfl\u00e4che der Wahrnehmung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke,\nAugust 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Naxos, 8.551418; EAN: 7 30099 14183 3 Wenngleich der Widmungstr\u00e4ger dieser CD mit nur einem kleinen St\u00fcck im Programm enthalten ist, so dreht sich der Geist dieser Aufnahme doch vollst\u00e4ndig um ihn. Die Rede ist vom legend\u00e4ren Cellisten Pau, oder Pablo, Casals, dessen \u201eCant dels Ocells\u201c die Hommage-CD beschlie\u00dft. 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