{"id":3443,"date":"2019-09-20T21:44:35","date_gmt":"2019-09-20T19:44:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3443"},"modified":"2019-09-28T23:33:13","modified_gmt":"2019-09-28T21:33:13","slug":"a-british-monster","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/09\/20\/a-british-monster\/","title":{"rendered":"Ein britisches Monster entv\u00f6lkert die Elbphilharmonie \u2013 A British Monster Empties the Elbphilharmonie"},"content":{"rendered":"\n<p>[English translation below]<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ein musikalisches Weltereignis durfte man am Sonntag, 15.9.2019 mit Kevin Bowyers Auff\u00fchrung der 2. Orgelsinfonie des britischen Komponisten Kaikhosru Sorabji (1892-1988) in der Elbphilharmonie bestaunen. War dies doch erst die dritte, zusammenh\u00e4ngende Darbietung dieses mit netto 8\u00bd Stunden Spieldauer wohl l\u00e4ngsten nicht-repetitiven Orgelwerkes der gesamten Literatur. Die dortige Klais-Orgel erwies sich als ein klanglich optimaler Vermittler dieser \u00fcber die gesamte L\u00e4nge zudem \u00e4u\u00dferst komplexen Musik. Wie eigentlich immer bei Sorabji mochte \u2013 oder konnte \u2013 nur ein kleiner Teil der Zuh\u00f6rer diesem Spektakel bis zum Schluss folgen. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst einmal muss man der Leitung der Elbphilharmonie h\u00f6chstes Lob daf\u00fcr zollen, dass sie es \u00fcberhaupt erm\u00f6glicht hat, dieses urspr\u00fcnglich bereits f\u00fcr Mai 2018 angesetzte Konzert \u2013 der britische Organist musste damals kurzfristig absagen \u2013 nun doch noch stattfinden zu lassen. Es geh\u00f6rt Mut dazu, einen Komponisten aufs Programm f\u00fcr den gro\u00dfen Saal (2100 Pl\u00e4tze) zu setzen, der in Deutschland nahezu unbekannt ist, und sich hartn\u00e4ckig als \u201eKassengift\u201c allerh\u00f6chster G\u00fcte erweist \u2013 zumal mit einem Pauschalpreis von nur 40 \u20ac. Nat\u00fcrlich ist es fast schon eine Zumutung, auch f\u00fcr das Publikum, die Menschheit mit einer derart langen Klangorgie zu bombardieren \u2013 ganz abgesehen von den im Grunde \u00fcbermenschlichen manuellen wie intellektuellen Anforderungen an einen Interpreten. Trotzdem d\u00fcrfen die \u201eMacher\u201c des Hauses das Event als Erfolg verbuchen. Es waren wohl 800 Karten verkauft: Um 11 Uhr erscheinen ca. 650 Zuh\u00f6rer, von denen nach dem 80-min\u00fctigen 1. Satz etwa die H\u00e4lfte bleiben. Der zweite Satz mit seiner Dauer von gut 4 Std. bekommt noch eine Pause \u2013 nach der 28. Variation, die insgesamt so wie ein Trugschluss wirkt. Bis zu dessen Ende kurz nach 18 Uhr hat sich dann aber l\u00e4ngst der \u201eharte Kern\u201c herauskristallisiert, der auch bis zum Schluss durchh\u00e4lt. Dazu kommen schlie\u00dflich noch ein paar neue G\u00e4ste, denn den zweiten Teil (3. Satz) der Orgelsinfonie konnte man f\u00fcr 20 Uhr separat buchen. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Kevin Bowyer<\/em> hat sich seit Mitte der 1980er Jahre mit den drei Orgelsinfonien Sorabjis intensiv auseinandergesetzt und den schon \u00fcber 95-J\u00e4hrigen \u2013 dann bereits im Pflegeheim \u2013 noch pers\u00f6nlich kennengelernt. Bowyer hat nicht nur 1988 die erste CD-Aufnahme der 1. Orgelsinfonie (der einzig zu Lebzeiten des Komponisten gedruckten) eingespielt (auf <em>Continuum<\/em>) \u2013 mit 2 Stunden \u201edas Baby\u201c (Bowyer) \u2013, sondern dann von dieser und den beiden monstr\u00f6sen, bis dato nur als Manuskript vorliegenden Folgewerken, in m\u00fchevoller Kleinarbeit wissenschaftlich-kritische Neueditionen herausgegeben. Und schlie\u00dflich wurde 2010 dann von ihm die 2. Orgelsinfonie (1929-32) in Glasgow endlich aus der Taufe gehoben. Niemand sonst hat sich bisher an diesen Giganten gewagt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Rezensent hatte seine erste Begegnung mit Sorabjis ma\u00dfloser Musik 1983 (<em>Opus Clavicembalisticum<\/em>, nachzulesen <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"hier (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/08\/03\/gebaendigter-titanismus-kaikhosru-sorabjis-opus-clavicembalisticum-in-berlin\/\" target=\"_blank\">hier<\/a> in einer Konzertkritik von 2016). Trotzdem herrscht auch bei mir eine gewisse Anspannung, wie man wohl ein \u2013 mit Pausen \u2013 12-st\u00fcndiges Konzert \u00fcberstehen w\u00fcrde. Nach einer kurzen Einf\u00fchrung \u2013 u.a. mit dem Hinweis auf die 65 Stunden Arbeit, allein die 1475 verschiedenen Registrierungen in die <em>Klais-Orgel<\/em> einzuprogrammieren \u2013 startet Bowyer also den riesigen, dichten Kopfsatz: Quasi atonal und \u00fcber Strecken \u201every angry\u201c (Bowyer). Das St\u00fcck folgt keinesfalls der klassischen Sonatenhauptsatzform \u2013 Sorabji mochte die Wiener Klassik, insbesondere Beethoven, \u00fcberhaupt nicht. Vielmehr baut der Satz auf nicht weniger als 16 verschiedenen Themen auf \u2013 mit simultan f\u00fcnf davon startet schon der erste Takt. Hier geht es also \u2013 wie vorher im 1. Satz seiner 4. Klaviersonate \u2013 nicht um simple Dialektik, sondern eher um eine Art <em>stream of consciousness, <\/em>wie man ihn aus James Joyces <em>Ulysses <\/em>kennt, oder zumindest ansatzweise von Busonis Klavierkonzert. Die einzelnen Themen werden permanent umgeformt und treffen in stets neuer Kombination aufeinander, oft mit absurd schwierig auszuf\u00fchrender rhythmischer Komplexit\u00e4t: Die durchgehend vier Systeme sind schwarz von Noten \u2013 Reger zum Quadrat. Bowyers Registrierung erweist sich angesichts dieser Notenmassen als erstaunlich durchsichtig und selbst in den dicksten Akkordballungen im Orgelplenum dazu noch klangsch\u00f6n. Dennoch treiben die ersten H\u00f6hepunkte mit lang ausgehaltenen <em>ffff<\/em>-Akkorden schon Teile des Publikums in die Flucht. Die Akustik der Elbphilharmonie ist f\u00fcr diese Musik geradezu ideal; mit dem Hall einer Kirche gingen viele Details verloren, die hier mit hochdifferenzierter Dynamik und immer neuen, abwechslungsreichen Klangfarben alle voll zur Geltung kommen. Eine Zuh\u00f6rerin, die leider nur bis zum Mittag Zeit hat, sagt mir, dass sie diesen Satz trotz der f\u00fcr sie gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftigen Harmonik zu jeder Zeit wie eine \u201egut erz\u00e4hlte Geschichte\u201c aufnehmen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite Satz \u2013 in der Partitur als\n<em>Thema cum variationibus<\/em> (49) betitelt, was angesichts\nSorabjis Quadratzahlenfetischismus auch zu erwarten w\u00e4re, hat tats\u00e4chlich 50 (es\ngibt Var. 43a und 43b). Abgesehen von der immensen L\u00e4nge ist er wesentlich\nleichter fasslich als der erste Satz, auch weitestgehend tonal. Unn\u00f6tig zu\nsagen, dass der Einfallsreichtum des Komponisten bez\u00fcglich Faktur (bis zu 7\nSysteme!) und Ausdruck einen wahren Kosmos darstellt, dem sich der H\u00f6rer kaum\nentziehen kann. Und Bowyer darf auch hier wieder mit Kl\u00e4ngen bezaubern, die teilweise\nverr\u00fcckt und schr\u00e4g sind \u2013 f\u00fcr mich gab es etwas zu viele Tremoloeffekte \u2013 aber\nimmer die Struktur und vor allem die Idee dahinter genau treffen. Die\nSch\u00f6nheiten erfasst der H\u00f6rer am besten mit geschlossenen Augen \u2013 dann entsteht\nein dreidimensionales, plastisches Klangbild von fast hellsichtiger Klarheit.\nWas aber auch beweist, wie stark Sorabjis Musik das Gehirn in Anspruch nimmt:\nL\u00e4sst man die \u2013 zugegeben auch interessante \u2013 Betrachtung eines mit H\u00e4nden und\nF\u00fc\u00dfen geradezu unfassbar agilen Organisten weg, schnappt sich Sorabji sofort\nauch noch die restlichen, dadurch frei gewordenen Kapazit\u00e4ten. Die letzten\nVariationen beziehen nach und nach zus\u00e4tzlich alle Themen des 1. Satzes mit ein\n\u2013 sp\u00e4testens bei Var. 48 ist auch hier Schluss mit lustig.<\/p>\n\n\n\n<p>Der nonstop dreist\u00fcndige dritte Satz <em>Finale. Preludio, Adagio, Toccata et Fuga <\/em>beginnt zwar ruhig, fast harmlos mit gewissen Bez\u00fcgen zu Messiaens <em>Le Banquet c\u00e9leste; <\/em>ab der Toccata wird es dann aber wild und hochvirtuos. Die abschlie\u00dfende Fuge allein dauert 120 Minuten, ist damit wohl die l\u00e4ngste jemals komponierte Orgelfuge, auch in Sorabjis Werk einmalig. Die Komplexit\u00e4t ist unbegreiflich, der Satz \u2013 man darf sich da nicht durch das Wort <em>Tripelfuge<\/em> t\u00e4uschen lassen \u2013 ist fast die ganze Zeit sechsstimmig, von den drei Themen gibt es Durchf\u00fchrungen in allen m\u00f6glichen Kombinationen, nat\u00fcrlich inklusive Krebs und Umkehrung. Die Konzentration und st\u00e4ndige Handspannung, die hier dem Interpreten abverlangt wird, ist eigentlich unmenschlich. Und wieviele Kilometer mag der Organist heute allein mit den F\u00fc\u00dfen zur\u00fcckgelegt haben? Bowyer ist aber nun anscheinend in einem absoluten Flow \u2013 er bekommt, und da ist die Orgel nat\u00fcrlich gegen\u00fcber den Klavierfugen Sorabjis im Vorteil, auch hier eine Durchsichtigkeit hin, die man nie f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte. Der Schlussakkord wirkt dann wirklich wie der Blick vom Mount Everest, oder vom Weltall auf die Erde. Die kaum 100 verbliebenen Zuh\u00f6rer \u2013 auch hier haben noch vor Beginn der Fuge viele der Neuank\u00f6mmlinge bereits das Handtuch geworfen \u2013 geben dem sich bescheiden verbeugenden Kevin Bowyer <em>standing ovations <\/em>\u2013 und sind nat\u00fcrlich auch verdienterma\u00dfen ein wenig stolz auf ihr eigenes Durchhalteverm\u00f6gen. Doch der Applaus gilt definitiv nicht nur der sportlichen Ironman-Leistung, sondern auch der musikalischen Grenz\u00fcberschreitung, die Sorabji provoziert. F\u00fcr sie \u2013 den Rezensenten nat\u00fcrlich eingeschlossen \u2013 war das in jeder Hinsicht ein gro\u00dfer Konzerttag.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p><em> A real musical world event could be marvelled at here in Hamburg\u2019s Elbphilharmonie last Sunday, 15th September 2019. Kevin Bowyer played the 2nd Organ Symphony by the British composer Kaikhosru Sorabji (1892-1988) \u2013 only for the third time complete within one day. With its duration of 8\u00bd hours this piece probably<\/em> <em>is the longest non-repetitive organ work of all time. The local Klais organ proved as an optimal sound agent for this moreover extremely complex music. As always with Sorabji only a small part of the audience liked \u2013 or was able \u2013 to follow this spectacle to its very end.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>First of all Elbphilharmonie\u2018s management deserves the highest praise for having made this event possible anyway. The performance was initially fixed for a festival in May 2018, but the organist had to cancel it briefly. It needs much courage to put a composer on a program for the large concert hall (2,100 seats), who&#8217;s almost unknown in Germany and shows as a persistent box-office poison, especially at a price of only 40 \u20ac. Of course, it\u2019s almost an imposition also for the audience, to bomb mankind with such an orgy of sounds \u2013 apart from the basically superhuman manual and intellectual demands on the performer. Nevertheless, the house can chalk this event up as a success. 800 tickets were sold: Approx. 650 listeners are appearing at 11 o\u2019clock, half of them will stay after the 1<sup>st<\/sup> movement (80 minutes). The 2<sup>nd<\/sup> movement of 4 hours duration gets an additional pause \u2013 after the 28<sup>th <\/sup>variation, which works as a deceptive cadence. The hardcore fans have crystallised out for a long time until its ending at 6 o\u2019clock p.m. \u2013 those will stand the whole concert. Finally, there are arriving some new guests at 8 o\u2019clock; the 2<sup>nd<\/sup> part (3<sup>rd<\/sup> mvt.) of the organ symphony could be booked separately. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Kevin Bowyer <\/em>has intensively worked on Sorabji\u2019s three organ symphonies since the mid-1980s and still met the composer, then at 95 already living in a nursing home. Bowyer not only recorded the first CD of <em>Organ Symphony No. 1, <\/em>the only one printed during the composer\u2019s lifetime,<em> <\/em>in 1988 \u2013 \u201cthe Baby\u201d (Bowyer): Later he published new critical editions of all three works with painstaking attention to detail. Finally, he premi\u00e8red the 2<sup>nd<\/sup> organ symphony (1929-1932) in Glasgow, 2010. Nobody else has ventured to tackle this giant so far\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>The reviewer had his first encounter with Sorabji\u2019s unbounded music in 1983 (<em>Opus Clavicembalisticum<\/em>, read the story <a href=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2016\/08\/03\/gebaendigter-titanismus-kaikhosru-sorabjis-opus-clavicembalisticum-in-berlin\/\">here<\/a> in a 2016 concert review). Nevertheless, there\u2019s some tension how to stand a twelve-hour \u2013 with breaks \u2013 performance. After a short introduction with, among other things, reference to the 65-hour work necessary alone for programming the <em>Klais<\/em> organ with 1,475 different registrations, Bowyer begins with the huge first movement: almost atonal and \u201every angry\u201c (Bowyer). The piece doesn\u2019t follow the classical sonata form in any way \u2013 Sorabji disliked the Viennese Classic, especially Beethoven. The movement rather is built up of no less than 16 different themes \u2013 already the very first bar simultaneously starts with five of them. The matter here, as in the first movement of the 4<sup>th<\/sup> piano sonata, isn\u2019t about simple dialectic, more like some kind of <em>stream of consciousness<\/em>, we know from James Joyce\u2019s <em>Ulysses<\/em>, or basically<em> <\/em>from Busoni\u2019s piano concerto. The individual themes are permanently being  transformed and clash in always new combinations \u2013 resulting in absurd rhythmical complexity most of the time, intricate to play. The non-stop four staves are black of notes \u2013 Reger to the square. Bowyer\u2019s registration in view of that massiveness proves astonishing transparency with a certain beauty of tone even in the thickest chordal accumulations. Still the first climaxes with long sustained <em>ffff-<\/em>chords put parts of the audience to flight. The acoustics of the <em>Elbphilharmonie <\/em>is really ideal for this music. With the reverberation of a church many details would get lost; here they are shown to their fullest advantage, with subtle nuances of dynamics and varied timbres. A listener, who unfortunately has only time until lunch, tells me, that she received this movement, despite the harmonics she initially had to get used to, like a \u201cwell told story\u201d at any time.<\/p>\n\n\n\n<p>The 2<sup>nd<\/sup> movement, entitled in the score as <em>Thema cum variationibus<\/em> <em>(49)<\/em>, what could be expected knowing about Sorabji\u2019s obsession with square numbers, indeed has 50 \u2013 there are Var. 43a and 43b. Apart from the immense duration it is much easier comprehensible than the first one, and more tonal, too. Unnecessary to say, that the composer\u2019s inventiveness regarding the musical texture (on up to seven staves!) and expression represents a real cosmos the listener can hardly resist. This again gives Bowyer reason to enchant with sounds, that are partly crazy or strident, but always convenient for the structure and the ideas beyond. For me there are only a little too much tremolo effects. The listener can grasp all this beauty best with closed eyes \u2013 then there will emerge a three-dimensional sound shape of shrewd clarity. This shows how demanding Sorabji&#8217;s music is  of our brain: If you leave out the observation of the incredibly agile organist, Sorabji immediately takes advantage of the capacities thus set free. The last variations gradually include all the themes from the first movement \u2013 at the latest from variation 48 onwards the fun\u2019s over.<\/p>\n\n\n\n<p>The 3<sup>rd<\/sup> movement <em>Finale. Preludio, Adagio, Toccata et Fuga<\/em> calmly, almost harmlessly starts with some references to Messiaen\u2019s <em>Le Banquet c\u00e9leste<\/em>, from the Toccata on it goes wild and highly virtuoso again \u2013 another three hours non-stop. The final fugue alone lasts 120 minutes and is probably the longest organ fugue ever composed, even unique in Sorabji\u2019s output. Its complexity seems unbelievable \u2013 you mustn\u2019t be fooled by the term <em>triple fugue <\/em>\u2013 it\u2019s six-part most of the time. There are extensive expositions of all three themes, and everything comes in retrograde, inversion etc. in all possible combinations during the development. The concentration and constantly broad span in both hands demanded from the performer is really tremendous. And how many miles did the organist with his feet alone today? Bowyer apparently is in an absolute flow now \u2013 he even here achieves a level of transparency, one never would have believed in. The possibilities of the organ are superior to Sorabji\u2019s fugues for the piano, of course. The final chord in the end indeed has an effect like a view from Mt. Everest, or even outer space, on earth. The hardly hundred remaining listeners \u2013 many of the newcomers again have given up already before the fugue \u2013 are celebrating Kevin Bowyer, modestly bowing, with standing ovations. They are deservedly a little bit proud of their own stamina. But the applause isn\u2019t only for the outstanding \u201cIronman\u201d performance, but also for the overstepping of the boundaries, which Sorabji\u2019s music provokes. For the audience, including the reviewer, this was a great concert experience in every sense. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong>[Martin\nBlaumeiser, September 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[English translation below] Ein musikalisches Weltereignis durfte man am Sonntag, 15.9.2019 mit Kevin Bowyers Auff\u00fchrung der 2. Orgelsinfonie des britischen Komponisten Kaikhosru Sorabji (1892-1988) in der Elbphilharmonie bestaunen. 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