{"id":3508,"date":"2019-10-15T06:23:31","date_gmt":"2019-10-15T04:23:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3508"},"modified":"2019-10-15T06:23:32","modified_gmt":"2019-10-15T04:23:32","slug":"lieder-aus-aller-welt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/10\/15\/lieder-aus-aller-welt\/","title":{"rendered":"Lieder aus aller Welt"},"content":{"rendered":"\n<p>Naxos 8.574072; EAN: 7 47313 40727 9<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/N0151.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3509\" width=\"328\" height=\"328\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/N0151.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/N0151-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/N0151-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 328px) 100vw, 328px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Basierend auf die neue\nkritische Edition aller Klavierlieder von Isaac Alb\u00e9niz nahmen die\nMezzosopranistin Magdalena Llamas und der Pianist Guillermo Gonz\u00e1les\nvorliegende CD auf. Wir h\u00f6ren Chanson de Barberine, Deux Morceaux de prose, Il\nen est de l\u2019amour, To Nellie, Six Songs, Quatre M\u00e9lodies, Seis baladas und\nRimas de B\u00e9cquer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Leben und Wirken von Isaac Alb\u00e9niz erstaunen gleicherma\u00dfen.\nAls Kind schon lief er von zu Hause weg und finanzierte sich reisend durchs\nKonzertieren, bevor er sich im Alter von 12 Jahren auf ein Schiff \u00fcber Buenos\nAires und Puerto Rico bis nach Kuba schlich. Selbst als ihn sein Vater dort\nentdeckte, konnte der Sohn ihn \u00fcberreden, weiter nach New York fahren zu d\u00fcrfen.\nSeine R\u00fcckkehr nach Spanien war von kurzer Dauer, denn F\u00f6rderer finanzierten\nStudien in Leipzig bei Reinecke, wo er Liszt kennenlernte, der ihn als Student\naufnahm. Zwei weitere Jahre in Spanien brachten Alb\u00e9niz die Einsicht, sich mehr\nauf den spanischen Stil zu fokussieren. Seine letzten Jahre verbrachte er in\nFrankreich, wo er weiter bei d\u2019Indy und Dukas studierte \u2013 hier entstand auch\nsein ber\u00fchmtester Zyklus: Iberia.<\/p>\n\n\n\n<p>Umgarnt von so vielen Einfl\u00fcssen und verschiedenartigsten\nErlebnissen n\u00e4herte sich Alb\u00e9niz einem unverkennbaren Stil an, den er\nschlie\u00dflich in Frankreich perfektionierte. Auf dem Weg dorthin komponierte er\nhunderte, meist angenehm zu h\u00f6rende \u2013 wenngleich nie zum reinen Vergn\u00fcgen\nintendierte \u2013 und vornehmlich kurze Werke in g\u00e4nzlich unterschiedlichen Stilen,\nwobei ihn Tanzformen besonders reizten. Er probierte sich aus in verschiedenen\nGenres und charakteristischen Einschl\u00e4gen, um die daraus gewonnenen Erfahrungen\nsubtil in Darauffolgendes zu integrieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Seine Lieder sind auf die Jahre 1888 bis 1909 datiert,\numspannen also eine Zeit von kurz nach der Suite Espa\u00f1a op. 47 bis nach Fertigstellung von Iberia, und nutzen\nspanische, englische und franz\u00f6sische Vorlagen. Jedes dieser Werke zeigt neue\nFacetten von Alb\u00e9niz\u2018 Stilwelt beginnend bei fr\u00fchen, romantisch\nanmutenden \u00fcber recht folkloristische bis hin zu den schwebend-sensiblen\nKl\u00e4ngen der franz\u00f6sischen Musik um die Jahrhundertwende. Ein wahre\nErkundungstour, die Einfl\u00fcsse verschiedener L\u00e4nder und Leute durchscheinen\nl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Schade nur, dass weder die Aufnahmetechnik, noch die\nk\u00fcnstlerische Leistung diese Musik wirklich leben l\u00e4sst. Das Klavier ist nie\nauf den Klang der Stimme eingerichtet, mal wirkt es zu distanziert\n(beispielsweise in Chanson de Barberine), dann (in Quatre M\u00e9lodies) zu sehr im\nVordergrund; zudem wirkt es stets fahl, mit grauem Schimmer \u00fcberzogen.\nGuillermo Gonz\u00e1les geh\u00f6rt zu den Kennern von Alb\u00e9niz\u2018 Musik, ihm verdanken wir\nunter anderem die grandiose Urtextausgabe von Iberia. Er bem\u00fcht sich auch, die\nfein schattierten Facetten aus den Liedern hervorzuholen, was bei den spanisch\nangehauchten St\u00fccken durchaus funktioniert, oft jedoch auch in Gleichf\u00f6rmigkeit\nausartet \u2013 dies k\u00f6nnte allerdings auch der Aufnahmetechnik geschuldet sein. Der\nStimme von Magdalena Llamas fehlt es an Abwechslung und Feinheit, wodurch sich\nin diesen subtilen, fragilen Liedern eine Gleichg\u00fcltigkeit bis hin zur\nLangeweile einstellt. Ihr ewig gleiches Vibrato erm\u00fcdet und sie raubt den\nMiniaturen die Zartheit, oft eine Stufe zu laut und das Piano nicht auskostend.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke,\nSeptember 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Naxos 8.574072; EAN: 7 47313 40727 9 Basierend auf die neue kritische Edition aller Klavierlieder von Isaac Alb\u00e9niz nahmen die Mezzosopranistin Magdalena Llamas und der Pianist Guillermo Gonz\u00e1les vorliegende CD auf. 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