{"id":3512,"date":"2019-10-17T22:38:25","date_gmt":"2019-10-17T20:38:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3512"},"modified":"2019-10-17T22:38:27","modified_gmt":"2019-10-17T20:38:27","slug":"sehr-und-weniger-entdeckenswertes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/10\/17\/sehr-und-weniger-entdeckenswertes\/","title":{"rendered":"Sehr und weniger Entdeckenswertes"},"content":{"rendered":"\n<p>Hyperion, CDA68268; EAN: 0 34571 28268 8<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/N0152.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3513\" width=\"307\" height=\"307\" srcset=\"http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/N0152.jpg 600w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/N0152-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.the-new-listener.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/N0152-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 307px) 100vw, 307px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Linus Roth spielt die\nViolinkonzerte D-Dur op. 87 von Eduard Lassen, G-Dur op. 95 von Philipp\nScharwenka sowie das Konzert BVN289 aus der Feder Rued Langgaards. Begleitet\nwird er durch das BBC Scottish Symphony Orchestra unter Stabf\u00fchrung von Antony\nHermus.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In der Reihe \u201eThe Romantic Violin Concerto\u201c von Hyperion\nentdecken K\u00fcnstler zu wenig beachtete Konzerte der romantischen und\npostromantischen Epoche. Auch im nunmehr 22. Teil der Serie werden wieder\nSch\u00e4tze gehoben, die man nur selten aufgenommen findet.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders hervorzuheben ist hierbei die Aufnahme von Philipp\nScharwenkas Violinkonzert G-Dur op. 95, das vom ersten Ton an fesselt und die\nSpannung das gesamte Werk \u00fcber aufrecht h\u00e4lt. Den Namen Scharwenka verbindet\nman heute in erster Linie mit Philipps j\u00fcngerem Bruder Xaver, einem der\ngefragtesten Klaviervirtuosen seiner Zeit, und dem von den beiden Geschwistern in\nBerlin gegr\u00fcndeten Musikinstitut. Au\u00dfer Acht gelassen wird dabei meist die\nTatsache, dass beide Br\u00fcder zu den substanziellsten Komponisten ihrer Epoche\ngeh\u00f6ren. Das hier zu h\u00f6rende Violinkonzert besticht durch gro\u00dfe B\u00f6gen,\norchestrale Vielfalt, ansprechenden Kontrapunkt und herrliche Melodien. Die\nrhythmisch mannigfaltigen Rands\u00e4tze rei\u00dfen mit, der Mittelsatz bannt den H\u00f6rer\nmit innigster Lyrik. Gerade im Vergleich weniger \u00fcberzeugend erscheint das\nD-Dur-Konzert Eduard Lassens: die L\u00e4ufe des Solisten brechen immer wieder ab,\ndie virtuosen Passagen wirken holprig und gewollt, teils gar unpassend. Zudem\nlangweilt der Orchesterpart durch rhythmische Eint\u00f6nigkeit und mangelnde\nStimmvielfalt, die im Kopfsatz in blanke Nacktheit umschl\u00e4gt. Das Finale gelang\nam ehesten. Gewiss gibt es manch interessante Effekte wie eine stets mit der\ngleichen Note gedoppelte Passage und auch die Themen sind durchaus attraktiv,\nhingegen die Umsetzung in die gro\u00dfe Form mit den M\u00f6glichkeiten eines\nOrchesterapparats scheiterte. Langgaard geh\u00f6rt dagegen wieder zu den\nKomponisten, die mehr beachtet werden sollten, aber noch zu Lebzeiten (schon\nnach der Urauff\u00fchrung der ersten seiner sechzehn Symphonien) in Vergessenheit\ngerieten. Das eins\u00e4tzige Violinkonzert wirkt konfrontiert mit anderen\nGattungsbeitr\u00e4gen der Zeit schlicht und unpr\u00e4tenti\u00f6s, daf\u00fcr umso intensiver,\ngespickt mit Finessen und inspirierten Details.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Solist Linus Roth stellt sich ausdauernd allen drei hoch\nanspruchsvollen Werken. Selbst durch den langatmigen Lassen k\u00e4mpft er sich\nwacker und versucht, das Beste aus den verqueren Laufpassagen zu ziehen,\noftmals eben dadurch, das Fragmentarische zu betonen und daraus eine \u00c4sthetik\nwerden zu lassen. Den knappen Orchesterstimmen versucht er eine volle\nSolopartie anbeizustellen, um den Gesamteindruck klanglich aufzuf\u00fcllen. Bei\nScharwenka vereinen sich Solist und das BBC Scottish Symphony Orchestra unter\nAntony Hermus klanglich wie musikalisch \u2013 dieses Meisterwerk kann nur in enger\nAbsprache und perfekter Symbiose bew\u00e4ltigt werden. Auch die Aufnahmetechnik\nspielt gl\u00fccklicherweise mit und wir erleben die volle Vielseitigkeit und F\u00fclle\nvon Scharwenkas Musik. Auch bei Langgaard h\u00e4lt dies an; die Musiker\npr\u00e4sentieren dieses traditionelle, aber doch mit Eigenheiten gew\u00fcrzte Konzert\nin aller Frische und Lebendigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Oliver Fraenzke,\nOktober 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hyperion, CDA68268; EAN: 0 34571 28268 8 Linus Roth spielt die Violinkonzerte D-Dur op. 87 von Eduard Lassen, G-Dur op. 95 von Philipp Scharwenka sowie das Konzert BVN289 aus der Feder Rued Langgaards. Begleitet wird er durch das BBC Scottish Symphony Orchestra unter Stabf\u00fchrung von Antony Hermus. 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