{"id":3534,"date":"2019-11-03T09:51:57","date_gmt":"2019-11-03T08:51:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/?p=3534"},"modified":"2019-11-03T09:51:59","modified_gmt":"2019-11-03T08:51:59","slug":"die-kunst-der-fuge-in-salzburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.the-new-listener.de\/index.php\/2019\/11\/03\/die-kunst-der-fuge-in-salzburg\/","title":{"rendered":"Die Kunst der Fuge in Salzburg"},"content":{"rendered":"\n<p>Orchesterkonzert: Salzburg, 25. Oktober 2019, Salzburg\nChamber Soloists, Christoph Schl\u00fcren<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich am 25. Oktober 2019 im Odeion des Salzburger Waldorfcampus eingefunden hatte, hatte das Gl\u00fcck, einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Demonstration kammerorchestralen Musizierens beiwohnen zu k\u00f6nnen. Die <em>Salzburg Chamber Soloists<\/em>, jeweils f\u00fcnf erste und zweite Violinen (darunter der Konzertmeister Lavard Skou Larsen), vier Bratschen, drei Violoncelli und ein Kontraba\u00df, spielten unter der Leitung von Christoph Schl\u00fcren <em>Die Kunst der Fuge<\/em> von Johann Sebastian Bach. Man verzichtete auf ein Arrangement der Kanons und pr\u00e4sentierte Contrapunctus XIV zweimal: am Ende der ersten Konzerth\u00e4lfte, nach den Contrapuncti I\u2013XI, in der von Bach unvollendet hinterlassenen Gestalt, der sich jener Choral anschloss, mit welchem die Herausgeber des Erstdrucks ihr Publikum \u201eschadlos halten\u201c wollten; zum zweiten Male, am Ende des Konzerts, mit der sehr gegl\u00fcckten Erg\u00e4nzung des finnischen Symphonikers Kalevi Aho, die damit ihre \u00f6sterreichische Erstauff\u00fchrung erlebte. Zuvor erklangen in der zweiten Konzerth\u00e4lfte nach den Spiegelfugen zwei im wahrsten Sinne des Wortes auf Bach bezogene St\u00fccke aus sp\u00e4terer Zeit: Robert Schumanns Fuge \u00fcber BACH op. 60\/3, f\u00fcr Streichorchester transkribiert von Dan  \u021aurcanu, und Reinhard Schwarz-Schillings Studie \u00fcber BACH f\u00fcr drei Stimmen, das letzte Werk dieses Komponisten polyphoner Meisterst\u00fccke, dessen gesamtes Schaffen im Grunde eine gro\u00dfe Hommage an Bach darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein ganzes Konzert mit St\u00fccken, in denen jeder Musiker in\nregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden das Hauptthema zu spielen hat und auch die \u00dcbersicht\nbehalten muss, wenn gerade \u201enur\u201c ein Kontrapunkt in der Stimme steht, ist f\u00fcr\nein Orchester eine besondere Herausforderung. Die&nbsp; Salzburg Chamber Soloists haben es bei der\nBew\u00e4ltigung dieser Aufgabe nicht an Einsatzbereitschaft und Begeisterung fehlen\nlassen und folgten hochkonzentriert den Vorgaben ihres Dirigenten.<\/p>\n\n\n\n<p>Schl\u00fcrens Pr\u00e4sentation der Werke lebte vor allem von der\nsorgf\u00e4ltigen Artikulation jeder Stimme. Kein Themeneinsatz ging im Gesamtklang\nunter, die kontrapunktischen Verflechtungen wurden fein abgestuft nach dem\nGewicht dargeboten, das den beteiligten Stimmen im jeweiligen Moment zukam,\nsodass die Interaktion der Instrumentengruppen trefflich zur Wirkung gelangte.\nMit seinem feinen Gesp\u00fcr f\u00fcr Bachs Formung der musikalischen Verl\u00e4ufe aus dem\nGegeneinander der melodischen Linien legte der Dirigent vorbildlich blo\u00df, wie\neinfalls- und abwechslungsreich diese Sammlung aus St\u00fccken in d-Moll ist, die\nalle \u00fcber das gleiche Thema geschrieben sind. So wurde der Abend zu einem\nTriumph der Bachschen Kompositionskunst.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzert wurde mitgeschnitten und man kann nur w\u00fcnschen,\ndass die geplante Ver\u00f6ffentlichung auf CD bald folgen m\u00f6ge.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>[Norbert Florian Schuck, November 2019]<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Orchesterkonzert: Salzburg, 25. Oktober 2019, Salzburg Chamber Soloists, Christoph Schl\u00fcren Wer sich am 25. Oktober 2019 im Odeion des Salzburger Waldorfcampus eingefunden hatte, hatte das Gl\u00fcck, einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Demonstration kammerorchestralen Musizierens beiwohnen zu k\u00f6nnen. 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